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Kreis Rottweil Kreis steckt zwischen gebeutelten Corona-Nachbarn

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Man muss schon genau hinschauen, um beurteilen zu können, welche Strategie in der Corona-Krise die richtige ist. Foto: pexels

Kreis Rottweil - Es ist die erste Kreistagssitzung seit Langem. Die Corona-Krise ist ein beherrschendes Thema. Einerseits ist Erleichterung zu spüren, da der Kreis noch einmal glimpflich davongekommen ist. Andererseits ist die Zukunft ungewiss, und in der Haushaltskasse klafft ein Loch.

Zangenangriff. Das ist der Begriff, der verdeutlicht, dass der Kreis Rottweil in der Corona-Pandemie von zwei Nachbarkreisen wie eine Zange in den Griff genommen wurde – oder in den Schwitzkasten, wenn man es so ausdrücken will. Der Leiter des Gesundheitsamts, Heinz-Joachim Adam, zeigt anhand einer Kartengrafik in der ersten Sitzung des Kreistags seit Monaten, wie Rottweil eingezwängt ist von zwei Regionen, in denen sich die Pandemie deutlich stärker ausbreitete. Auf der einen Seite befindet sich der Ortenau-, auf der anderen Seite der Zollernalbkreis.

Einmal 108 Todesfälle, das andere Mal 72

Das bedeutet: Im Westen des Kreises verursacht Covid-19 1150 Infiziere und 108 Todesfälle, im Osten 1176 Erkrankte und 67 Tote. In Rottweil selbst sind es 659 Infizierte, 26 Patienten sind mit oder am Virus gestorben.

Auch damit wird den Kreisräten noch einmal veranschaulicht, in welch riskanter Ausgangslage sich Rottweil befand. Und wie tapfer man sich hier geschlagen habe.

Denn wo sich kein brisanter Krankheitsherd befand, da kam auch die Nachbarschaft glimpflich davon. Etwa in der Bodenseeregion. Dort bildet der Bodensee eine natürliche Barriere. Die Landkreise entlang des Sees haben mit relativ wenigen Infizierten zu kämpfen. Umso stärker, so der Subtext, sei zu respektieren, welche gute Arbeit im Kreis geleistet wurde.

Bei Unterschwelligkeiten und Andeutungen bleibt es nicht in der Sitzung, die aufgrund der strengeren Hygienevorschriften in der Stadthalle stattfindet. Adam meint denn auch, dass auf Bund-, Landes- und Kreisebene die Sache sehr gut gemacht worden sei. Auf eine mögliche zweite Welle sei man im Kreis gut vorbereitet.

Altersheime eine Herausforderung

Eine Sichtweise, die am Montagnachmittag von Kreisräten und Verwaltung zu 100 Prozent geteilt wird. Fast schon pflichtschuldig richten die Sprecher der verschiedenen Fraktionen der Kreisverwaltung, und hierbei natürlich dem Gesundheitsamt, ihren Dank aus.

Adam verteidigt noch einmal die Strategie der Ärzte im Kreis, in der ersten Phase der Pandemie lediglich bei entsprechenden Symptomen und bei begründetem Verdacht einen Coronatest gemacht zu machen. Dadurch habe man Test-Kapazitäten gespart.

Andere Landkreise hätten flächendeckend getestet. Sie kämen nun jedoch nicht auf gravierend andere Werte etwa bei der Inzidenz, also der Anzahl neuer Erkrankungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, bezogen auf eine bestimmte Anzahl an Personen. Inzwischen seien die Testkapazitäten deutlich erhöht worden. Im Hinblick auf die Altersheime bleibe der Erreger einer Herausforderung, so Adam.

Millionen Euro werden in Kreiskasse fehlen

Landrat Wolf-Rüdiger Michel, der nach überstandener Augen-Operation wieder die Sitzungsleitung inne hat, betont, der Landkreis habe sich bewusst nicht an einem Wettlauf beteiligt. Andere wie der Zollernalbkreis haben in einer frühen Phase Hallen zu Behelfslazaretten ausgebaut. Hier nicht in demselben Maße gehandelt zu haben, war der Kreisverwaltung vorgehalten worden. Michel: "Wir haben situativ gehandelt."

Die Krise wirkt sich auf den Kreishaushalt aus. Die Verwaltung rechnet mit weniger Zuweisungen vom Land nach mangelnder Steuerkraft in Höhe von 1,89 Millionen Euro. Und auch das gibt es: Insbesondere bei den Bußgeldern aus der Geschwindigkeitsüberwachung werden wohl 150 000 Euro weniger eingenommen. Die Aufgaben im Sozialbereich wiederum werden mehr kosten. Hier ist mit höheren Ausgaben im Millionenbereich zu rechnen.

Möglicherweise fehlen insgesamt mehr als vier Millionen Euro gegenüber dem Haushaltsplan. In der Sitzung des Kreistags im Juli sollen die finanziellen Auswirkungen besser abzuschätzen sein. Die Verwaltung will dann verlässliche Zahlen vorlegen.

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