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Kreis Rottweil Behörde warnt vor Zeckenrekordjahr

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Die mediterranen Verhältnisse der vergangenen Sommer bieten ein Eldorado für Zecken. (Symbolbild) Foto: Pleul/dpa

Kreis Rottweil - Die mediterranen Verhältnisse der vergangenen Sommer bieten ein Eldorado für Zecken. Dies führt dazu, dass sich Zecken so stark vermehren wie noch nie, warnen die Gesundheitsbehörden. Es gebe ein Rekordjahr.

Gerhard Dobler, Leiter des nationalen Konsiliarlabors für FSME in München, warnt vor einem Rekordjahr für Zecken. 98 Prozent der an FSME-Erkrankten in Deutschland seien zudem im vergangenen Jahr nicht oder unzureichend geimpft gewesen.

Landkreis mit am stärksten betroffen

Die FSME-Fallzahlen 2018 und 2019 seien im Landkreis Rottweil rückläufig. Dies könnte auf die vergleichsweise hohe Impfquote bei den Vorschulkindern zurückzuführen sein. Der Kreis Rottweil gehöre - bezogen auf die Einwohnerzahl - zu den am stärksten betroffenen Kreisen in Baden-Württemberg. Nach dem Höchststand 2017 mit 13 Infektionen sei die Zahl der Krankheitsfälle mit zehn und vier Fällen (2018 und 2019) rückläufig.

Daten der Einschulungsuntersuchung 2018/2019 zeigten, dass circa die Hälfte der untersuchten Kinder im Landkreis vollständig geimpft seien. Trotz der steigenden Impfbereitschaft bei Kindern richte sich die Impfempfehlung an alle Einwohner im Land, die sich im Freien aufhalten und Gefahr laufen, dort von Zecken befallen zu werden, so das Gesundheitsamt. Das verdeutlichen auch die vergleichsweise hohen Meldezahlen in Baden-Württemberg. Es müsse befürchtet werden, dass dieses Jahr die niedrigen Fallzahlen der vergangenen Jahre nicht gehalten werden könnten, da im Mai 2020 dem Gesundheitsamt bereits zwei Fälle mit schweren Verläufen gemeldet (64 Jahre und 71 Jahre alt) worden seien. Die meisten FSME-Meldungen stammten nach wie vor aus Bayern und Baden-Württemberg, allerdings breite sich die Krankheit in Deutschland flächenmäßig immer weiter aus.

Impfung wird empfohlen

Die gute Nachricht sei, dass man sich gegen FSME durch eine Impfung effektiv schützen kann. Das Gesundheitsamt Rottweil empfehle, sich rechtzeitig vor Beginn der Zeckensaison impfen zu lassen, denn schon bei milderen Temperaturen verließen die Zecken ihre Winterquartiere und begäben sich auf die Jagd nach ihren Opfern. Wer noch keinen Impfschutz habe oder eine Auffrischungsimpfung benötige, solle nicht zögern, und sich baldmöglichst impfen lassen. Die Impfkosten würden von allen Kassen übernommen, weil Baden-Württemberg Risikogebiet für FSME ist.  Zecken können Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen. Besonders gefürchtet sind bei der FSME-Erkrankung neben einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), die Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und Rückenmarks (Myelitis). Gegen die Borreliose gibt es keine Impfung, es stehen aber anders als bei der FSME Antibiotika zur Verfügung, die bei rechtzeitigem Einsatz Komplikationen verhindern können.

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