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Kreis Calw Steigende Zahlen bei Geschlechtskrankheiten

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Sexualität ist mit Krankheitsrisiken verbunden – darauf macht die Krankenkasse AOK Nordschwarzwald aufmerksam. Foto: AOK

Kreis Calw - Ansteckende Krankheiten, die beim Sex übertragen werden, sind für viele ein Tabuthema. Die schönste Nebensache der Welt ist nicht ganz ungefährlich. Die Fallzahlen sind laut AOK Nordschwarzwald im Kreis Calw gestiegen.

Die vorliegenden Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der AOK Nordschwarzwald zu Geschlechtskrankheiten (STI – sexually transmitted infections) zeigen laut der Krankenkasse, dass diese Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch seien.

Wie aus einer Auswertung der AOK über die Jahre 2014 bis 2018 hervorgeht, ist die Zahl der Geschlechtskrankheiten im Kreis Calw von 204 auf 263 gestiegen. Der Schwerpunkt liege dabei in den Altersgruppen von 20 bis 35 Jahren.

In der Gruppe von 20 bis 24 Jahren seien die Frauen doppelt so häufig betroffen wie die Männer.

Rückläufiger Trend bei HIV-Infektionen

Privatdozentin Sabine Knapstein von der AOK: "Gemeinsames Merkmal aller sexuell übertragbaren Krankheiten ist die Übertragung der Krankheitserreger bei sexuellem Kontakt. Ursache solcher Erkrankungen können unter anderem Bakterien sein wie zum Beispiel bei Chlamydien-Infektionen, Gonorrhö, im Volksmund auch Tripper genannt, oder Syphilis. Auch Viren, beispielsweise bei HIV-Infektionen, einer Infektion mit Erregern aus der Familie der humanen Papilloma-Viren, Hepatitis B oder genitalem Herpes, Pilze und Parasiten wie zum Beispiel Filzläuse zählen zu den möglichen Krankheitserregern." Bei den HIV-Infektionen gebe es einen rückläufigen Trend. In Baden-Württemberg sind die Fälle in dem Vierjahreszeitraum von 347 auf 297 zurückgegangen. Hiervon betroffen sind 81 Frauen und 216 Männer.

Bei STI handle es sich um Infektionskrankheiten. Und so wie man sich an Grippeviren anstecken könne, so könne man sich auch mit Bakterien, Viren oder Parasiten anstecken. Beim Sex würden diese Krankheiten zum Teil sehr leicht übertragen. Manche von ihnen seien unangenehm, aber weitgehend harmlos. Andere hingegen könnten sogar lebensbedrohlich sein. Wenn Geschlechtskrankheiten aber frühzeitig erkannt werden, seien sie in der Regel gut zu behandeln, auch wenn nicht alle komplett heilbar sind.

Sabine Knapstein sagt dazu: "Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein."

Infektionen mit humanen Papilloma-Viren oder auch mit Hepatitis B könnten Krebserkrankungen zur Folge haben, und eine nicht behandelte HIV-Infektion Aids.

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten ist es nach Informationen der AOK wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. Kondome böten einen guten Schutz vor einer Infektion.

"Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion", so Knapstein weiter.

Wichtig sei, bei Verdacht auf eine Erkrankung in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder auf der Website von Liebesleben.

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