Bushido hat in Stuttgart vor 6000 Fans das Finale seiner Abschiedstour „König für immer“ gefeiert. Ein Abend zwischen harten Texten und fürsorglichen Gesten.
Ganze acht Jahre dauerte Bushidos Bühnen-Abstinenz. Auch wenn er während dieser acht Jahre nie wirklich von der Bildfläche verschwunden war. Im Gegenteil: ziemlich offen erzählen Bushido und seine Frau im Podcast „Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi“ vom gemeinsamen Familienleben mit sieben Kindern in Dubai. Wer Bilder dazu haben möchte, bekommt diese im Reality-Dokuformat auf RTL+ geliefert. Und noch viel präsenter dürfte er vielen in den vergangenen Jahren durch den Prozess gegen seinen Ex-Manager Arafat Abou-Chaker gewesen sein.
Jetzt steht er also wieder auf der Bühne mit der Musik, die ihn vor mehr als zwanzig Jahren zu einem der ersten großen Straßenrapper Deutschlands gemacht hat. Es soll seine letzte Tour sein und die wollen in Stuttgart – der letzten Station – einige sehen, 6.000 Fans sind in die ausverkaufte Porsche-Arena gekommen.
Auf Videoscreens wird Bushidos Leben nachgezeichnet
Bevor Bushido auf der Bühne steht, lässt er in Clips, die auf vier Videoscreens übertragen werden, sein bisheriges Leben Revue passieren. Es beginnt mit einem jungen Bushido, der damals noch Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt und am liebsten amerikanischen Rap hört. Im Laufe des Konzerts werden die Videoscreens noch ein paare weitere Male Bushidos Werdegang nachzeichnen: von den ersten Erfolgen bis zur Gründung seiner Familie.
Und dann steht er auf der Bühne. Das Publikum jubelt, die Stimmung ist sofort auf seiner Seite. Mit auf der Bühne stehen DJ Marvin und sein Backup-Rapper Animus. Mit dem Song „Ronin“ geht’s los und im folgenden rappen sich Bushido und Animus durch die Discografie der vergangenen zwanzig Jahre: „Von der Skyline zum Bordstein zurück“, „Zeiten ändern dich“ oder das ehemals indizierte Lied „Stress ohne Grund“.
Ehe-Tipps vom Gangsterrapper
Bei „Sonnenbank Flavour“ holt er einen Zuschauer aus dem Publikum, der sich gemeldet hat das Lied zu rappen. Das geht unangenehm schief, doch am Ende darf die Freundin mit auf die Bühne, bekommt einen Heiratsantrag – und ein paar gut gemeinte Ehe-Ratschläge von Bushido.
„Ich will nicht so viel labern“ sagt er an einer Stelle und hält sich an diesem Abend überhaupt nicht daran. Nach jedem Lied spricht er mit dem Publikum, oder mit einzelnen Fans, er verteilt Wasserflaschen und seine nass geschwitzten Handtücher. Zumindest zwischen den Liedern ist vom Provokateur von damals wenig zu spüren. Er bedankt sich für die Höflichkeit des Stuttgarter Publikums und die gute Stimmung, „während ich ständig darüber rappe Mütter zu ficken.“
Die letzten beiden Zugaben fassen den Eindruck des Abends ganz gut zusammen: nach dem aggressiven Disstrack gegen den Berliner Rapper Capital Bra beschließt Bushido sein Tourfinale mit dem harmonischen Song „Familie“ und seinem Karel-Gott-Feature „Für immer jung“.