In einigen Ortschaftsräten der Fehlastadt werden die Karten ganz neu gemischt. Denn so mancher gremienerfahrene Kommunalpolitikerin räumt seinen Sitz und steht nicht mehr auf der Liste.
Noch rund drei Wochen sind es bis zur Kommunalwahl in Baden-Württemberg, und wie der Wähler sich letztlich entscheidet, wissen die Bürger immer erst nach Auszählung der Stimmen. Einige der Veränderungen im Gemeinderat und vor allem im Ortschaftsrat so mancher Burladinger Stadtteile stehen aber jetzt schon fest.
Denn 2024 wird – so sieht es im Moment aus – das Nachrückerjahr, wenn es um die Burladinger Ortsvorsteherposten geht. Einige altgediente, sehr erfahrene Kommunalpolitiker haben schon im voraus ganz explizit ihren Rückzug angekündigt.
Macht Annette Riehle das Rennen?
Allen voran Erwin Staiger, der Ortsvorsteher von Hausen. Er wollte sich – was die Kommunalpolitik betrifft – schon nach der Wahl vor vier Jahren zurückziehen, ließ sich dann aber dazu überreden, noch mal vier Jahre als Chef im Ortsrathaus zu amtieren.
Jetzt, mit 75 Jahren, will er dem arbeitsreichen Ehrenamt aber endgültig Adieu sagen. Viele Hausener sähen wohl gerne die bisherige stellvertretende Ortsvorsteherin, die Landfrau Annette Riehle in ihrem Rathaus. Gemeinderätin ist sie auch schon seit vielen Jahren und bringt in beiden Gremien reichlich Erfahrung und immer eine große Gelassenheit mit. Es soll aber, so verriet es Erwin Staiger, durchaus auch andere Anwärter auf den Posten geben.
Spallinger ist gelernter Verwaltungsfachmann
Aufhören will auch die Hörschwager Rathauschefin Monika Spallinger-Rieder. Sie übernahm ihr Amt 2018 von Christian Heinzelmann. Zwar möchte sie sich, wie sie sagt, nochmals als Gemeinderätin bewerben, ihre Zeit als Dorfchefin aber sei vorüber. Das Amt könnte aber innerfamiliär weitergereicht werden. Denn Spallinger-Rieders Ehemann, der DRKler Peter Spallinger ist gewillt, in die Fußstapfen seiner Frau zu treten. Spallinger ist gelernter Verwaltungsfachmann und war einst Oberamtsrat. Wie Ortsverwaltung funktioniert, das wäre für ihn also kaum Neuland.
Das Großprojekt zur Vollendung begleiten
Starzelns Ortsvorsteher Berthold Krieg ist, so ließ er verlauten, grundsätzlich bereit, noch eine weitere, eine dritte Wahlperiode als Ortsvorsteher zu amtieren. Ebenso dürfte Siliva Roos aus Gauselfingen kaum das Handtuch werfen wollen, steht doch mit dem Hallenneubau in ihrem Ortsteil jetzt bald jenes Großprojekt an, für das sich die einstige Newcomerin seit vier Jahren so sehr ins Zeug legte.
In Ringingen hat sich Christina Dorn-Maichle gut überlegt, ob sie eine zweite Amtsperiode dran hängt. Schon beim ersten Mal war die hochgewählte Ortschaftsrätin eher zögerlich bereit, auch Ortsvorsteherin zu werden. Inzwischen will sich wohl kaum ein Ringinger die warmherzige und engagierte „Dorfmutter“, die mit viel Herzblut ihr Amt versieht, aus dem Rathaus wegdenken. „Ja, ich kandidiere wieder“, sagte sie unserer Redaktion vor wenigen Tagen.
In Salmendingen wird es Veränderungen geben
Auch Gerd Schäfer, Rathauschef in Killer, will seiner ersten Amtsperiode als Ortsvorsteher eine zweite hinzufügen, ebenso Amtskollegin Sandra Schäfer aus Stetten, die das Amt von Hans Locher übernahm und inzwischen vielfältig, unter anderem auch im Leader-Gremium, aktiv ist.
In Salmendingen wird es Veränderungen geben. Ortsvorsteher Erwin Straubinger in dessen Amtszeit viele Tiefbau- und Sanierungsprojekte und die Ausweisung von innerörtlichen Baugebieten fielen, hat seinen Rückzug aus Ortschaftsrat und Gemeinderat angekündigt, kandidiert aber für den Kreistag. Straubinger zerstreut aber Sorgen darüber, es könnte sich, weil auch sein bisheriger Vize Norwin „Norre“ Mössmer nicht mehr für den Ortschaftsrat, wohl aber für den Gemeinderat kandidiert, kein Dorfoberhaupt mehr finden. Marcel Heimann steht auf der Liste und hat sich bereit erklärt, im Falle seiner Wahl, auch Ortsvorsteher zu werden. Zehn Leute stehen in Salmendingen auf der Liste. „Leider keine Frauen“, bedauert Erwin Straubinger.