Peters insolvent? Da habe wohl der ein oder andere den öffentlichen Protest gegen die Corona-Politik von Bund und Land in den falschen Hals bekommen, mutmaßt Peters. Foto: Beyer

In Freudenstadt macht ein Gerücht die Runde: Das Kaufhaus Peters habe die Corona-Krise nicht überstanden. Von Insolvenz ist die Rede. Darauf angesprochen fällt Geschäftsführer Bernd Peters aus allen Wolken. "Da ist nicht das Geringste dran", stellt er unmissverständlich klar. "Wir sind defintiv nicht insolvent."

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Freudenstadt - Zwar leide auch sein Unternehmen - wie der gesamte Einzelhandel - unter den Corona-Beschränkungen. Existenzbedrohend sei die Lage jedoch nicht. Auch gebe es keinerlei Pläne, die Filiale in Freudenstadt zu schließen. Geschweige denn einen der anderen Standorte in Aachern, Oberkirch oder Bühl. Keiner der insgesamt rund 200 Mitarbeiter müsse sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen, versichert der Geschäftsführer.

Protest missverstanden

Da habe wohl der ein oder andere den öffentlichen Protest gegen die Corona-Politik von Bund und Land in den falschen Hals bekommen, mutmaßt Peters. Mit der Aktion habe das Kaufhaus auf die Wettbewerbsverzerrung durch die unterschiedlichen Beschränkungen von Einzel- und Lebensmittelhandel aufmerksam machen wollen. Schließlich führe man größtenteils Produkte, die auch jeder Supermarkt oder Discounter im Angebot habe. Müsse aber mit deutlich schärferen Regelungen leben. Das sei für ihn nicht nachvollziehbar, meint der Geschäftsführer. Mit dem Protest habe man man versucht, die Politik zum Umdenken zu bewegen. Das bedeute aber nicht, dass man kurz vor der Geschäftsaufgabe stehe.

Im Gegenteil. Aktuell investiere man deutlich mehr als in den Vorjahren. So werde am Standort Freudenstadt gerade die Tiefgarage saniert. Man wolle für die Zeit nach der Pandemie gut aufgestellt sein, betont Peters. Den Kunden das gewohnte Einkaufserlebnis bieten. "Click&Collect und Onlineshopping sind nicht unser Kerngeschäft. Wir sind Fläche. Das ist unsere DNA und da wollen wir schnellstmöglich wieder hin."

Lockerungen greifen

Ein Ziel, dass mit Freitag, 21. Mai, wenigstens ein kleines Stück näher rückt. Dann liegt der Inzidenzwert im Kreis Freudenstadt lange genug unter der 100er-Marke, damit die geplanten Lockerungen für Einzelhandel und Gastronomie greifen. Der Einkauf bei Peters wird dann zumindest wieder etwas spontaner. Kunden brauchen keinen negativen Test mehr, um das Geschäft zu betreten. Zwar gilt nach wie vor das Click&Meet-Prinzip, Kunden brauchen also einen Termin für die Shopping-Tour. Peters geht aber davon aus, dass bei einer erlaubten Kundenzahl von rund 80 Personen auch für den schnell entschlossenen Käufer, der sich von vor der Tür melde, noch spontan ein Termin gefunden werden könne. 

Alternativ hätte Peters auch an der Testpflicht festhalten können. Dann hätte er die doppelte Anzahl an Kunden in sein Geschäft lassen können. Doch "der Test ist faktisch eine Bremse", erklärt der Geschäftsführer. Vielen Kunden sei das Procedere zum umständlich. Das zeigten die Erfahrungen aus den Häusern in der Ortenau. "Wir sind jetzt einfach happy, dass wir im kleinen Rahmen wieder anfangen können."  

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