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Justiz in Baden-Württemberg Wolf setzt auf Spürhund

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Eine Kollegin von Akira und Xenia aus Kleve in Nordrhein-Westfalen: Rauschgiftspürhündin Maja (rechts) mit ihrem Herrchen Hugo Hinkelmanns. Foto: dpa

Stuttgart - Justizminister Guido Wolf (CDU) möchte einen Hund – nicht für sich selbst, sondern für den Justizvollzug in ­Baden-Württemberg. Die notwendigen Mittel für einen justizeigenen Rausch­giftspürhund hat Wolf laut seinem Minis­terium  für  den Doppelhaushalt 2018/19 ­an­gemeldet.

Schon in der Vergangenheit hatte die Justiz im Land zwei eigene Drogen­spürhunde – einen in der Justiz­vollzugs­anstalt (JVA)  Freiburg  und  einen in der JVA Ravensburg. Im Mai 2016 ver­abschiedeten sich Akira, die Rauschgiftspürhündin aus Freiburg, und ihr ­Hundeführer – beide aus Altersgründen – jedoch in den Ruhestand. Kollegin Xenia, ein ­Deutscher Schäferhund, ist seit einigen Monaten ebenfalls nicht mehr hinter den Mauern der JVA Ravensburg im Einsatz. Ihr Herrchen hat inzwischen eine andere Aufgabe übernommen. Damit gibt es derzeit ­keine Spürnase in baden-württembergischen Gefängnissen.

Zahl der Drogenfunde geht ohne Spürhunde zurück

In Justizkreisen munkelt man, dass die ­zuletzt gesunkene Zahl der sichergestellten Drogen und Handys womöglich auch damit zusammenhängen könne. „Die Trefferquote der Hunde war ziemlich hoch“, heißt es. Im Jahr 2016 stellten die JVAs im Südwesten 301 Handys und 189-mal Drogen sicher. Ein Jahr zuvor waren es noch 429 Geräte und 280  Drogenfunde.

Ministeriumssprecher Robin Schray sagt allerdings, es habe allenfalls „einen marginalen Einfluss aus die Zahlen aus dem Jahr 2016“, dass Akira und Xenia  nicht  mehr  im  Dienst  seien.  Er weist darauf hin, dass man deren Fehlen kompensiere, indem man immer wieder Spürhunde der Polizei in den JVAs im ­Einsatz habe.

Wolf will einen neuen Hund für alle Haftanstalten

Gleichwohl sollen die Besuche der ­Polizei-Vierbeiner im Gefängnis nicht zur Regel ­werden. Es sei geplant, künftig wieder ein Team aus einem Justizvollzugsbeamten als Hundeführer und einem eigenen ­Rauschgiftspürhund zu haben, sagt Schray. In Freiburg und Ravensburg habe man gute Erfahrungen gemacht. Das neue Duo, so die Idee, soll alle Haftanstalten im Land ­abdecken. Ob es einen Nachfolger für Akira und Xenia gibt, hängt am Ende aber von den Haushaltsverhandlungen ab.

In einer Dienstzeit von acht Jahren kostet ein Spürhund nach Ministeriumsangaben rund 50 000 Euro, inklusive Kauf, Aus­bildung, Ausrüstung und Futter. Hinzu ­kommen Personalkosten für den Hunde­führer. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) begrüßt Wolfs Pläne. „Der Kampf gegen Drogen und Handys in den ­Anstalten ist ein Dauerbrenner“, sagt BSBD-Landeschef Alexander Schmid im Gespräch mit unserer Zeitung, „wir dürfen da kein bisschen nachlassen.“ Ein Drogenmarkt hinter Gittern müsse ver­hindert werden. Ein Rauschgiftspürhund könne da eine große Hilfe sein.

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