Die stabile Seitenlage – was für so manchen Erwachsenen eine Herausforderung darstellt, ist für den kleinen Lukas kein Problem. Foto: Ortmann

Egal ob Herzdruckmassage oder stabile Seitenlage – beim Jugendrotkreuz (JRK) lernen die Mitglieder schon im Kindheitsalter, wie Erste Hilfe geht. Melanie Bruder, Jugendleiterin des JRK Steinachtal rund um Horb am Neckar, erzählt, wie wichtig diese Arbeit ist.

Manchmal entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Wird im Notfall auch nur kurz gezögert, kann das dramatische Folgen haben. Etwa jeder Vierte traut sich jedoch nicht zu, Erste Hilfe zu leisten. Obwohl diese in Deutschland sogar gesetzlich verpflichtend ist, hemmt die Angst davor, etwas falsch zu machen, viele Erwachsene.

 

Dieses Gefühl kennen die Kinder und Jugendlichen des Jugendrotkreuzes (JRK), dem Nachwuchsverband des Deutschen Roten Kreuzes, nicht. Sie lernen schon in jungen Jahren, wie man im Ernstfall richtig handelt.

Wie wichtig das ist, weiß Melanie Bruder, Jugendleiterin beim JRK Steinachtal, einer von mehreren JRK-Gruppen im Landkreis Freudenstadt: „Sie werden dafür sensibilisiert, dass sie helfen und nicht weggucken, aus der Angst, etwas falsch zu machen.” Und je früher die Kinder beginnen, desto größer sei die Chance, dass sie auch dabei bleiben, sagt Bruder. Sie sind für das DRK die Lebensretter von morgen.

Die Kinder des Jugendrotkreuzes Steinachtal zeigen, wie Erste Hilfe geht. Foto: Ortmann

Schon ab einem Alter von sieben Jahren werden sie spielerisch an die Erste Hilfe herangeführt; viele der rund 25 Kinder des JRK Steinachtal (bestehend aus den Gemeinden Horb, Talheim, Altheim und Grünmettstetten) sind noch keine zehn Jahre alt. Sie treffen sich alle zwei Wochen, um gemeinsam zu spielen und zu lernen. Zudem unternehmen sie regelmäßig Ausflüge.

Wegschauen ist keine Option

Der Spaß und die Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt, aber auch das Lernen kommt nicht zu kurz. Die Kinder können Notrufe absetzen, die stabile Seitenlage anwenden und kennen die Symptome bei Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie wissen, wie man den Blutdruck misst, können mit Verbänden umgehen und lernen schon früh die Einsatztechnik des DRK kennen.

Damit wissen sie mehr als so mancher Erwachsener. Das verschafft ihnen auch das nötige Selbstvertrauen: „Es gibt einem ein gutes Gefühl, dass wir helfen können, wenn etwas ist”, sagt der zehnjährige Jonas. Mia (neun Jahre alt) ergänzt: „Es macht uns Spaß, weil es halt nicht jeder kann.” Wegschauen ist für die Lebensretter von morgen jedenfalls keine Option.