Bundesschienenbeauftrager Michael Theurer (FDP, Zweiter von links) und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne, Zweiter von rechts) kämpfen mit IG-Gäubahn-Vize Peter Rosenberger (rechts) für den schnellen Bau des Pfaffensteigtunnels. Foto: Juergen Lueck

Der Bundesschienenbeauftragte Michael Theurer (FDP) attackiert den Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Es geht um den Pfaffensteigtunnel. Warum auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) an Theurers Seite ist.

Das ist eine heftige Attacke vom Bundesschienenbeauftragten Michael Theurer (FDP) gegen Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Der will nicht nur per Klage die Kappung der Gäubahn zum Hauptbahnhof verhindern, sondern kritisiert auch den Pfaffensteigtunnel.

 

Der Doppel-Besuch von Michael Theurer (FDP), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) an der Gäubahn-Baustelle Horb-Neckarhausen ist zu Ende.

An der Gäubahn-Baustelle Horb-Neckarhausen: Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Bundesschienenbeauftragter Michael Theurer (FDP) und Projektleiter Thomas Gamber von der Bahn. Foto: Jürgen Lück

Theurer kritisiert den Chef der Umwelthilfe

Am Bahndamm fährt Theurer dann eine harte Attacke gegen Resch: „Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe muss aufpassen, dass er nicht zum Totengräber des Pfaffensteigtunnels wird.“

Jürgen Resch hatte immer wieder gemeint, dass der Tunnel, der die Gäubahn über den Flughafen an den Hauptbahnhof Stuttgart anbinden soll, wohl nicht komme, da er zu teuer sei. Die Kosten des Projektes zur Abrundung des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 beliefen sich inzwischen auf 2,7 Milliarden Euro, so DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, bei der Gründung des Bündnis Pro Gäubahn in Rottweil. Er hat Zweifel, ob der Pfaffensteigtunnel kommt. Foto: Jürgen Lück

Theurer sagt: „Der Pfaffensteigtunnel ist inzwischen im Bundesverkehrswegeplan aufgelistet. Es braucht einen parteiübergreifenden Konsens, das Projekt auch zu finanzieren. Das darf nicht zerredet werden. Einige fangen jetzt schon an, den Abgesang auf dieses Projekt zu singen. Wir müssen den Tunnel jetzt voranbringen und alle anpacken, ihn bis zur Leistungsphase 4 zu bringen. Danach kann er genehmigt werden.“

Winfried Hermann stimmt Theurer zu

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) unterstützt Theurers Haltung: „Vertraglich ist zwischen den Projektpartnern festgelegt, dass zur Anbindung der Gäubahn die Züge über die S-Bahn-Gleise bis zum Flughafen geführt werden. Diese Lösung ist so schlecht, dass die Deutsche Bahn sie verworfen hat. Der Pfaffensteigtunnel ist die bessere Lösung – und wer diese Lösung bezweifelt, der handelt mit Zitronen. Weil sonst möglicherweise die alte, schlechte Lösung droht.“

Vertraglich ist auch festgelegt, dass die Gäubahn bis zum Hauptbahnhof fahren muss, so der Landesverkehrsminister. Wenn der Bund nicht den Pfaffensteigtunnel finanziert, dann müssten die Projektpartner (Bahn, Land, Stadt, Region, Flughafen) diese schlechte Lösung finanzieren.

Fernverkehrsstrecke Stuttgart-Zürich-Mailand

Bundesschienenbeauftrager Theurer sagt: „Mit dem Pfaffensteigtunnel hat der Bund einen Weg gefunden, nicht nur die Gäubahn an den Hauptbahnhof Stuttgart 21 anzubinden, sondern auch die Fernverkehrsstrecke Stuttgart-Zürich-Mailand wieder zu aktivieren. Das erfordert grundsätzlich einen langen Atem.“

Doch was ist mit den geschätzten Kosten für den Pfaffensteigtunnel in Höhe von 2,7 Milliarden Euro? Theurer sagt: „Im Bundesverkehrswegeplan werden alle Projekte mit dem Kostenstand von 2015 eingetragen. Der lag beim Pfaffensteigtunnel bei 1,1 Milliarden Euro. Natürlich sind die Baukosten inzwischen gestiegen – das ist bei allen Projekten so. Auch bei denen, die im Wettbewerb mit dem Pfaffensteigtunnel stehen. Es ist auch normal, dass es bei konjunkturellen Schwankungen und den Auswirkungen auf den Bundeshaushalt dazu kommen kann, dass Neubauprojekte verschoben wurden.“

Landesverkehrsminister Hermann sagt: „Zusammen müssen wir alle für die Neubaumittel für den Pfaffensteigtunnel kämpfen, auch wenn derzeit die Priorisierung auf Sanierungen liegt.“

OB Rosenberger ruft zu Zusammenhalt auf

Peter Rosenberger, Vize-Vorstand der IG Gäubahn, sagt: „Deshalb ist es wichtig, dass die IG Gäubahn geschlossen bleibt und nicht jeder einzelne Bürgermeister neue Petitionen unterschreibt. Es wird ein Kraftakt werden, den Pfaffensteigtunnel umzusetzen. Dazu müssen wir alle zusammenhalten!“