Die Entwicklung von Schömberg soll 2024 weiter vorangebracht werden. Foto: Thomas Fritsch

Bürgermeister Matthias Leyn sieht in dem Projekt des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah einen wichtigen Schritt für die Zukunft von Schömberg.

Zum Jahreswechsel wird Bilanz gezogen. Wir haben die Bürgermeister im Landkreis Calw zu einigen Themen gefragt, die im vergangenen Jahr bestimmend waren und es wahrscheinlich 2024 sein werden.

 

Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn freut sich besonders darüber, dass wichtige Projekte in der Gemeinde vorangekommen sind.

Mal ganz allgemein gefragt: War 2023 ein gutes Jahr für die Gemeinde? Und warum oder warum nicht?

Ich finde es schwierig, von guten oder nicht so guten Jahren zu sprechen. Jedes Jahr bringt Erkenntnisse, die uns auch stets weiterbringen. Wir haben viele Entwicklungen, über die wir sehr froh sind, aber auch ernüchternde Erkenntnisse machen müssen.

Was war 2023 der wichtigste Meilenstein für Ihre Gemeinde?

Im Gemeinderat sind wir uns einig, dass der Erwerb des Grundstücks in der Neuen Mitte durch den Evangelischen Diakonissenverein Siloah ein wichtiger Schritt für die Zukunft unserer Gemeinde ist. Von daher kann man das mit Sicherheit als Meilenstein bezeichnen.

Welches Projekt wird für Ihre Gemeinde 2024 das wichtigste sein?

Die Umsetzung des Siloah in 2024 und 2025 ist sehr bedeutend. Die Eröffnung Heilwald ist aus meiner Sicht ein wichtiger Baustein für unsere gesundheits-touristische Weiterentwicklung. Und ich habe die Hoffnung, dass der Ausbau des Breitbandnetzes zur Umsetzung kommt. Das wäre für unsere Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig.

Stichwort wichtiges Projekt: Was halten Sie von der Medizinkonzeption 2030?

Es ist sehr schwierig in diesem Punkt von richtig oder falsch zu sprechen. Keiner von uns weiß, wohin sich die Kliniklandschaft tatsächlich entwickeln wird. Für mich war die Medizinkonzeption 2030 nachvollziehbar, daher habe ich als Mitglied des Kreistags auch dafür gestimmt, um die Standorte grundsätzlich zu sichern.

2024 stehen auch die Kommunalwahlen an, Sie und Ihre Amtskollegen werden es voraussichtlich mindestens in Teilen mit neuen Gremien zu tun bekommen. Was wünschen Sie sich vom neuen Gemeinderat?

Zunächst einmal darf ich sagen, dass ich es sehr bedauere, dass sich dieses Gremium verändern wird. Meiner Meinung nach haben wir in diesen nicht einfachen Zeiten sehr gut miteinander an einem Strang gezogen und vieles auf den Weg gebracht. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Ich hoffe, dass sich engagierte Personen finden, die Interesse an der kommunalen Arbeit haben und mit uns gemeinsam zielorientiert unsere Gemeinde nach vorne bringen möchten.

Im Bundeshaushalt klafft bekanntermaßen ein Milliarden-Loch. Das könnte auch in Sachen künftiger Fördermittel zum Problem werden. Gibt es geplante Vorhaben in Ihrer Gemeinde, die ohne Fördermittel nicht umsetzbar sind? Und wenn ja, gibt es einen Plan B?

Die Gemeinde Schömberg war schon immer auf Fördermittel angewiesen. Investitionen können wir nur tätigen, wenn eine entsprechende finanzielle Unterstützung ermöglicht wird, Beispiel Sirenenkonzeption. Über einen Plan B beziehungsweise welche Möglichkeiten wir aufgreifen möchten, werden wir uns dann im Gemeinderat austauschen.

Unterbringung und Integration von Flüchtlingen bringen Kommunen an ihre Grenzen und darüber hinaus. Wie ist die Lage in Ihrer Gemeinde?

Mit der Umnutzung des ehemaligen Pflegeheims in der Liebenzeller Straße schaffen wir nochmals ausreichend Raum. Parallel dazu soll die bisherige Unterkunft durch den Landkreis ja weiterbetrieben werden. Aus meiner Sicht sind wir somit an unserer Kapazitätsgrenze angelangt, was eine Gemeinde unserer Größe leisten kann. Dies meine ich insbesondere auch im Hinblick auf unsere ehrenamtlichen Helfer vom AK Asyl. Wir sollten schauen, dass wir das Ehrenamt in diesem Bereich nicht noch weiter belasten.

Bis 2040 soll das Land klimaneutral sein - ebenfalls eine große Aufgabe. Was ist in Ihrer Gemeinde 2024 konkret in Sachen Klimaschutz geplant? Und ist das genug?

Auch das ist eine an die Kommunen gestellte Aufgabe, die uns gleichzeitig aber an den Rand des Machbaren bringen wird. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits ohne eine gesetzliche Regelung auf diese Punkte geachtet. Wir gehen davon aus, dass wir in 2024 erste Ergebnisse in Bezug auf die Nahwärmekonzeption für den Kernort präsentiert bekommen. Daraus werden sich neue Aufgaben und Projekte ergeben.

Gerade für Bürgermeister mit ihren langen Arbeitstagen ist Zeit üblicherweise ein knappes Gut. Wenn Sie sich für eine Sache entscheiden müssten: Wofür hätten Sie 2024 gerne mehr Zeit zur Verfügung?

Jede Minute Zeit mit meiner Familie ist ein Schatz, zumal sie mich für die Aufgaben als Bürgermeister stärkt.

Was wird 2024 die größte Herausforderung für Ihre Gemeinde?

Der finanzielle Spielraum unserer Gemeinde wird immer weiter eingeschränkt. Das macht mir Sorge. Das Thema Fachkräftemangel. Ich habe Sorge, dass wir nicht mehr alle Stellen (mehr) besetzen können.

Und zu guter Letzt noch etwas Persönliches: Worauf freuen Sie sich 2024 privat am meisten?

Wenn meine Familie und ich gesund bleiben.