Die Steinhofener Straße ist unter Autofahrern berüchtigt: Dort müssen sie nicht nur tiefen Schlaglöchern ausweichen, sondern auch parkenden Autos. Foto: Gern

Teilnehmer der Orts-Check-Umfrage kritisieren den „mangelhaften“ Zustand vieler Straßen und geparkte Autos, die den Verkehrsfluss behindern. Das sind die Antworten von Bürgermeister Roman Waizenegger auf die Kritik an der Verkehrssituation.

„In Bisingen lebt es sich super“, hat einer der Teilnehmer der Orts-Check-Umfrage geschrieben und damit die Grundstimmung auf den Punkt gebracht. Doch es gibt auch Kritik der Einwohner an ihrem Heimatort. So kritisieren viele von ihnen die zahllosen Schlaglöcher sowie die überbordende Zahl durchfahrender und parkender Autos am Straßenrand. Nicht umsonst erreicht Bisingen in der Umfragekategorie „Verkehr“ nur einen Wert von schlappen 4,64.

 

Das antwortet Bürgermeister Roman Waizenegger den Umfrageteilnehmern...

...zum Zustand der Straßen

Im Hinblick auf den Zustand der Straßen sagt Bürgermeister Roman Waizenegger: „Die Gemeinde Bisingen verfügt derzeit leider noch über kein Zustandskataster für kommunale Straßen und Radwege. Im Haushalt 2024 sind dafür aber entsprechende Finanzmittel eingestellt.“

...zu Straßensanierungen

Waizenegger weiter: „Mit dem „intelligenten Straßenmanagementsystem ‚vialytics‘ soll der Zustand unserer Straßeninfrastruktur zunächst qualifiziert erfasst und automatisch aktualisiert werden.“ Damit werde es in Zukunft möglich sein, die Straßen in Schadenskategorien zu unterteilen und die notwendigen Sanierungen priorisiert anzugehen. Der entsprechende Vertrag mit dem Unternehmen sei bereits unterzeichnet worden.

...zu den Herausforderungen

Straßen zu sanieren ist allerdings eine komplexere Aufgabe, als man von außen betrachtet meinen könnte. Waizenegger: „Bei zahlreichen Straßen reicht die reine Sanierung der Fahrbahnoberfläche nicht aus, sprich, es muss ein Vollausbau mit Kanalsanierung erfolgen.“ Die Kosten dafür können im siebenstelligen Bereich liegen. Waizenegger: „Hierfür müssten im Haushalt entsprechende Mittel zur Verfügung stehen und eingeplant werden.“ Das ist nicht die einzige Herausforderung: „Dazu gesellt sich der Umstand des allgegenwärtigen Fachkräftemangels. Im Stellenplan wurde bereits im letzten Jahr die Stelle für einen Tiefbautechniker eingestellt. Trotz zweier Ausschreibungen konnte diese bislang nicht besetzt werden.“

Unabhängig davon investiere die Gemeinde pro Jahr rund 300 000 Euro bis 400 000 Euro in die Straßen- und Wegeunterhaltung. Die Schäden werden punktuell nach Bedarf saniert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

...zum vielen Verkehr

Belastet werden die Straßen aufgrund des sehr hohen Verkehrsaufkommens. Waizenegger dazu: „Die Gemeinde Bisingen liegt an einer bedeutenden Landesentwicklungsachse und im Herzen des Zollernalbkreises. Allein diese Tatsache für sich bedingt schon das erhöhte Verkehrsaufkommen.“ Gerade die L 360 nach Albstadt und zu den dort ansässigen Unternehmen führe zu einem überdurchschnittlichen Schwerlastverkehr. Dieser Umstand wird durch den Autobahnzubringer B463 aus Richtung Haigerloch verstärkt. Und weiter: „Was man nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass Bisingen im Kernort ein erhöhtes Binnenverkehrsaufkommen durch die Lage der Wohngebiete und die trennende Bahnlinie mit dem damit verbundenen Nadelöhr Bahnunterführung hat.“

...zur Ortsumfahrung

Waizenegger: „Leider wurde es in der Vergangenheit versäumt, eine Ortsumfahrung anzugehen.“ Die Epoche dafür sei im „Zeitalter des überregulierten Naturschutzes nun leider vorbei“.

...zum Schwerlastverkehr

„Mit der notwendigen Lärmkartierung und der daraus resultierenden Tempo-30-Zone konnte eine deutliche Reduzierung des Schwerlastverkehrs insbesondere in der Ortsdurchfahrt Steinhofen erreicht werden“, berichtet Waizenegger. Mit der einseitigen Tonnagen-Beschränkung auf 7,5 Tonnen werde dies nun zusätzlich unterstützt.

...zur B27-Beschilderung

Die Schilder weisen den Weg über Bisingen nach Albstadt, dich „im Zeitalter der Navigationssysteme und Smartphones“ bringe eine geänderte Beschriftung bei der Abfahrt Bisingen nichts, sagt Waizenegger.

...zu abgestellten Autos

Umfrageteilnehmer kritisieren die abgestellten Autos am Straßenrand, die den Verkehrsfluss blockieren. Waizen-egger: „Im Bereich der Hechinger Straße wurde seitens der Gemeindeverwaltung bereits mehrfach die Anordnung von Halteverboten bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde angeregt.“ Dies sei stets mit der Begründung abgelehnt worden, dass es sich hier um eine „normale Ortsdurchfahrtssituation“ handle, die eine Anordnung nicht rechtfertige.

Im Bereich der Steinhofener Straße stehe die Ordnungsverwaltung derzeit erneut im Austausch mit dem Verkehrsamt. Die Verwaltung Bisingen beobachte derzeit verstärkt das Parken von Firmenlieferwagen oder Kleinfahrzeugen in Wohngebieten. Dies sei rechtlich erlaubt. Allerdings werde dadurch andererseits das Parkproblem verstärkt.