Zu den im September 2021 in den Dax aufgenommenen Unternehmen gehört auch die Holding-Gesellschaft Porsche SE. Foto: dpa/Marian Murat

Vor einem Jahr wurde der Deutsche Aktienindex (Dax) von 30 auf 40 Unternehmen erweitert. Wie haben sich die Kurse der Neuzugänge seither entwickelt?

Seit einem Jahr gehören dem Deutschen Aktienindex 40 statt 30 Unternehmen an. Spurlos ist die seit Monaten anhaltende Talfahrt an den Börsen an keinem der Neulinge vorbeigegangen, trotzdem zeigen sich bei der Kursentwicklung erhebliche Unterschiede:

 

Abgestürzt

Die größten Verlierer sind auf Jahressicht der Online-Modehändler Zalando und der Kochboxen-Lieferdienst Hello Fresh. Ihre Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten über 70 Prozent an Wert verloren. Nach starken Umsatzsteigerungen in den ersten beiden Coronajahren hat sich das Wachstum 2022 verlangsamt.

Auch der Sportartikel-Hersteller Puma hat seit der Aufnahme in den Dax vor einem Jahr kräftig Federn gelassen: Sein Aktienkurs fiel um 40 Prozent. Trotz eines Gewinnsprungs im ersten Halbjahr befürchten viele Investoren offenbar, dass die Nachfrage nach Markenartikeln unter den hohen Inflationsraten leiden wird. Deutlich gesunken ist der Absatz bereits in den vergangenen Monaten in China, wo die Regierung im Kampf gegen die Coronapandemie immer wieder Ausgangssperren für Millionen Einwohner verhängt.

Mittelklasse

Andere Dax-Neulinge bewegen sich im Mittelfeld: Die Aktien des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius, des Chemikalienhändlers Brenntag, des Medizintechnik-Unternehmens Siemens Healthineers und des Flugzeugbauers Airbus verloren auf Jahressicht um die 20 Prozent, das entspricht ungefähr dem Dax-Schnitt.

Etwas besser steht mit einem Kursverlust von 15 Prozent Porsche SE da, die Holding-Gesellschaft, der unter anderem die Mehrheit der VW-Stammaktien gehört. Zu Volkswagen wiederum gehört der Sportwagenhersteller Porsche, über dessen Teilbörsengang schon bald entschieden werden soll. Die Holding-Gesellschaft Porsche SE will beim Börsengang 25 Prozent der Stammaktien des Sportwagenbauers erwerben und hätte damit wieder direkten Einfluss auf das Unternehmen.

Auch der Duft- und Geschmackstoffhersteller Symrise schlägt sich besser als der Dax-Schnitt. Das Unternehmen profitierte im ersten Halbjahr von der Nachfrage nach Kosmetika, die nach der Aufhebung der Coronabeschränkungen wieder verstärkt gekauft werden.

Testsieger

Nur vier Prozent tiefer als im September 2021 notiert die Aktie von Qiagen, einem Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Trotz einer sinkenden Nachfrage nach Corona-Tests vermeldete das Unternehmen im Juli starke Halbjahreszahlen.

Neu im Dax ist auch Daimler Truck – allerdings erst seit März. Das Unternehmen ging erst im Dezember 2021 an die Börse, seither sank der Aktienkurs um neun Prozent.