Der Europa-Park beteiligt sich an dem Busnetz.Neben den Besuchern des Freizeitparks sollen auch die Mitarbeiter von dem ausgebauten ÖPNV-Angebot profitieren. Foto: (Archiv) Goepfert

Schüler, Pendler und Touristen sollen von einem besser ausgebauten Nahverkehrsnetz profitieren. Die neuen Busverbindungen werden zunächst bis April 2026 getestet. Verantwortliche sprechen von einer „Revolution“.

Das Nahverkehr-Pilotprojekt „Südspange“ steht in den Startlöchern. Zum 1. Juni startet das erweiterte und teilweise neue Bus-Programm in der südlichen Ortenau. Die beteiligten Gemeinden Ettenheim, Ringsheim und Rust, das Landratsamt und der Europa-Park erwarten einen Erfolg.

 

Insgesamt wird es zum Start im Juni täglich 28 Busfahrten zwischen Ettenheim und Ringsheim, mit einer Weiterfahrt nach Rust, geben. Zwischen Ringsheim und Rust werden insgesamt zusätzlich 33 Fahrten das Angebot ausweiten, erklärte Infrastruktur-Dezernentin Alexandra Roth.

Einen Schwerpunkt bildet die Busverbindung zwischen Ettenheim, Rust und Ringsheim. Besonders Schüler, die täglich nach Ettenheim pendeln, sollen von den neuen Verbindungen profitieren, die bislang fehlten. Verbessert wird auch die Anbindung von Rust und Ettenheim an den Bahnhof Ringsheim sowie die Busverbindungen zum Europa-Park. Letzteres spielt gerade für die vielen Mitarbeiter des Freizeitparks eine Rolle.

Stellten die „Südspange“ vor (von links): Frederik Mack, Pascal Weber, Alexandra Roth, Frank Scherer, Kai-Achim Klare und Bruno Metz. Foto: Wolf

Etwa zehn Minuten wird eine Fahrt vom Städtischen Gymnasium Ettenheim zum Bahnhof Ringsheim dauern. Um 22.30 Uhr fährt der letzte Bus aus Ettenheim in Richtung Ringsheim. Die zehnminütige Verbindung wird häufig stündlich angeboten. Noch enger wird die Taktung für diejenigen, die zwischen Rust und Ringsheim pendeln. Teilweise fährt hier schon nach weniger als einer halben Stunde der nächste Bus.

„ÖPNV will jeder“, war Landrat Frank Scherer auf der Pressekonferenz zum bevorstehenden Start der „Südspange“ überzeugt. Er sei froh, dass das Projekt jetzt starte. Schon 2019 habe es Gespräche über den Ausbau des Bus-Nahverkehrs in der Region gegeben.

Das Projekt ist eine Kooperation von Kreis, Gemeinden und dem Europa-Park. Nur so lasse sich das Angebot finanzieren, begründete Scherer. Die Hälfte der jährlichen Kosten von rund 460 000 Euro übernimmt der Ortenaukreis. Die restlichen Kosten – nach Abzug der Fahrkarteneinnahmen – übernehmen zu 25 Prozent die drei Kommunen, die restlichen 25 Prozent der Europa-Park. Park-Vertreter Frederik Mack bekräftigte das Engagements des Unternehmens: „Wir glauben fest an das Projekt.“ Er erwarte Verbesserungen für Touristen und Mitarbeiter. In Ringsheim entsteht ein Mitarbeiterwohnheim mit Platz für 99 Menschen – nur wenige Meter von der nächsten Bushaltestelle entfernt.

Neue Haltestellen werden angefahren

Für Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber ist das Projekt „ein Riesenschritt nach vorne“. „Für uns ist es nichts anderes als eine echte Revolution in der südlichen Ortenau“, machte er deutlich. Es gäbe viel Resonanz auf das Projekt. Weber hob die schon jetzt hohe Nachfrage nach Busverbindungen hervor. So habe die Gemeinde schon früher die Verbindungen nach Rust ausgebaut. Es wird einige zusätzliche Haltestellen geben. In Ringsheim sind das der Halt „Mitte“ und „Limbach“. In Ettenheim wird die neue Haltestelle „Stückle-Straße“ angefahren und in Rust künftig die „Europa-Park-Verwaltung.

So geht es weiter

Die „Südspange“ ist aus Sicht der Verantwortlichen ein Nahverkehr-Pilotprojekt. Zunächst bis April 2026 wird es das Busangebot geben. Im Anschluss ist eine Analyse und Bewertung der Nachfrage geplant. Bei einer erfolgreichen Bilanz soll das Konzept auch als Basis für das ÖPNV-Projekt „Südliche Ortenau“ dienen. Ob die „Südspange“ über April 2026 hinaus Eingang in den angedachten Nahverkehrsplan des Ortenaukreises findet, wird der am 9. Juni neu gewählte Kreistag entscheiden. Erste Zahlen über die Nutzung der „Südspange“ erwartet das Landratsamt etwa sechs Monate nach Start. Die Verwaltung des Ortenaukreis kündigte niederschwellige Erhebungen anhand der Ein- und Ausstiegszahlen an.