In der Natur gibt es viel zu entdecken. Foto: © iuricazac - stock.adobe.com/Iuri Cazac

Auch wenn sich nicht spontan ein Freiwilliger für den Vorsitz eines Trägervereins fand, ist Fachbereichsleiterin Isabel Götz zufrieden mit dem ersten Treffen. Das Interesse sei da, auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Im Gespräch nannte Götz Details zu Kosten, Aufgaben und wie es jetzt weitergeht.

Kinderbetreuungsplätze sind begehrt. Das ist kein Geheimnis. Und so überrascht es auch nicht, dass die Stadt Calw ein klares Interesse daran hat, dass weitere geschaffen werden. Denn der Bedarf sei da, erklärte Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur, Tourismus, im Gespräch.

 

Das sei aber nicht der einzige Grund, warum die Verwaltung sich derzeit einbringe, um einen zweiten Waldkindergarten im Stadtgebiet auf den Weg zu bringen. Vielmehr gehe es auch darum, ein vielfältiges Angebot zu schaffen.

Und viele Eltern hätten sich zudem bereits einen weiteren Waldkindergarten neben jenem zwischen Stammheim und Holzbronn gewünscht.

Intensiver einbringen

Dieser könnte nun nahe Alzenberg entstehen. Aktuell kommen zwei Stellen am Höhenring sowie einer östlich des Ortes in Betracht kommen.

Waldkindergärten zeichnen sich indes häufig durch besondere Konzepte aus – und dadurch, dass die Eltern sich hierbei viel intensiver einbringen können und eine große Gestaltungsfreiheit haben.

Die Stadtverwaltung möchte die Einrichtung daher auch nicht selbst betreiben, sondern bei der Gründung eines Trägervereins unterstützen, der diese Aufgabe dann übernimmt. Die Verwaltung werde dabei natürlich unterstützen, bekräftigt Götz. Auch bei rechtlichen Belangen, wenn es beispielsweise darum geht, eine Betriebserlaubnis zu erhalten.

Dass es gelingen könnte, da ist die Fachbereichsleiterin zuversichtlich. Eine erste Infoveranstaltung in Altburg in dieser Woche sei „gut besucht“ gewesen, es habe auch eine „ziemlich angeregte Diskussion“ gegeben. Und ihrer Einschätzung nach wären manche der Eltern auch bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Was das bedeutet, das erklärten im Rahmen der Infoveranstaltung dann Uwe Becker, Vorsitzender des Trägervereins der „Wurzelkinder“ (des Waldkindergartens bei Stammheim), sowie Florian Stephan, der pädagogische Leiter des Waldkindergartens.

Viele Möglichkeiten – mehr Verantwortung

„Sie haben ein sehr realistisches Bild gezeichnet“, befand Götz. Denn ein Waldkindergarten biete Eltern und Kindern einerseits viele Möglichkeiten, selbst zu gestalten, bringe andererseits aber eben auch mehr Verantwortung mit sich. Alle Eltern würden und müssten sich dabei einbringen, etwa dabei helfen, Holz zu hacken, aufzuräumen oder auch mal einzuspringen, wenn Erzieher ausfallen.

Die Vorteile für die Kinder seien neben den vielen Erfahrungen in der Natur das in der Regel riesige Gelände sowie dass es keine Konkurrenz um Spielzeug gebe – weil die Natur Material „in Hülle und Fülle“ biete.

Apropos Konkurrenz: Die soll es auch nicht mit Blick auf andere Betreuungsformen der Stadt geben.

Weiteres Treffen steht an

Geht es nach dem Wunsch der Verwaltung, sollen sich daher auch die Elternbeiträge an der bestehenden Gebührenordnung orientieren, also nicht etwa wesentlich teurer sein. Bei der Finanzierung komme ansonsten „der Löwenanteil vom Land“.

Ein weiteres Treffen für Interessierte ist übrigens bereits in vier Wochen anberaumt. Bis dahin hätten sowohl die bereits Beteiligten als auch weitere Eltern Zeit, sich Gedanken zu machen. Dann könnte es bereits konkreter an die nächsten Schritte gehen – etwa eine Vereinsgründung.

Das nächste Treffen für interessierte Eltern ist am Mittwoch, 21. Februar, ab 18 Uhr in der Altburger Ortsverwaltung angesetzt. Auch weitere Mitstreiter sind willkommen. Wer Rückfragen hat, kann sich per Mail an igoetz@calw.de wenden.