Die Galerie Kunst! Punkt im Herzen Hüfingens bewegt sich mit ihrer neuen Ausstellung im Spannungsfeld einer dunklen Zeit aus dem Mittelalter. Foto: Bombardi Foto: Schwarzwälder-Bote

Galerie Kunst!Punkt zeigt Kunstwerke zu schwierigem Thema

Hüfingen (bo). Unter dem Titel "Die Farbe WEISS – es war ein regnerischer Sommer 1631" entführt Kuratorin Karin Seitz in ihrer nächsten Ausstellung in der Galerie Kunst! Punkt ins Mittelalters. Zwischen 23. Juni und 21. Juli blickt sie auf eines der dunkelsten Kapitel der Hüfinger Geschichte zurück. Eine Intrige kostet sieben unschuldig der Hexerei bezichtigten Frauen das Leben. Damals lautete das Urteil "geköpft und verbrannt". Missliebige Zeitgenossen wurden mit Unterstützung der Justiz aus dem Weg geräumt.

Galeristin Seitz setzt sich bewusst in der Blütezeit des Jahres mit diesem ernsten Thema auseinander, das aufzeigt, wie sich bereits in der vorgeblichen Idylle der ländlichen Region die Bevölkerung beeinflussen ließ. Seitz zieht mit einem vordergründigen Widerspruch im Ausstellungstitel die Blicke auf ihre Galerie im Herzen der Stadt.

Die Farbe Weiß steht für das Mitgefühl, die Unschuld und das Wissen um die Wahrheit einer Bevölkerung, welche die Hexerei als Mittel zum Zweck tolerierte. Es ist überliefert, dass die Hexenverfolgung in einem regenreichen Sommer ihren Höhepunkt erreichte.

In ihrer neuen Ausstellung präsentiert Karin Seitz 30 Kunstwerke, in welchen sie versucht, die Vorgänge der damaligen Zeit emotional und mit großem Tiefgang nachzuempfinden. Die Werke wirken bewusst reduziert und verzichten auf Schreckensbildnisse und Schönmalerei. Dadurch wecken sie in den Betrachtern die Neugier, sich mit der damaligen Zeit auseinander zu setzen.

Die vorherrschende Farbe aller Exponate ist Weiß. Sie drückt die Gleichgültigkeit aus, mit der die Menschen die Augen vor einem Thema verschlossen, das sich schon damals zur Diskussion geradezu aufgedrängt habe.

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