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Horb a. N. Zu viele Strafzettel: Mann zieht vor Gericht

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Nun geht es für Michael Grüber vor Gericht. Dort soll geklärt werden, ob die Strafzettel, die ihm ein Horber Ordnungshüter geschrieben hat, gerechtfertigt sind. Foto: Lück

Horb - Von Knöllchen gejagt fühlt sich Michael Grüber. Nun kommt sein Fall vor Gericht. Er sagt: "Menschlich ist das nicht in Ordnung, was ein Ordnungshüter der Stadt da macht. Deshalb habe ich mich entschlossen, vor Gericht zu gehen."

Bei der ersten "Knöllchen-Hetzjagd" – damals wollte Grüber noch anonym bleiben – bekam er Amnestie von Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP). Vor rund einem Jahr hatte es unter anderem Knöllchen gehagelt, weil Grüber Sachen vor seiner Haustür in der Marktstraße eingeladen hatte. Und weil er dabei den Kofferraum oder das Fenster offen ließ. Doch diese Amnestie vom vergangenen Jahr – sie machte der Sache kein Ende.

Diesmal geht es um den Anwohner-Parkausweis. Grüber legt die "Protokolle", wie er die Knöllchen aus diesem Jahr nennt, auf den Tisch. Die Daten: 27. April, 7. Mai, 8. Mai, 11. Mai. Das Delikt –­ mit Beweisfoto: "Wie das Beweisfoto zeigt, war der Anwohnerausweis (Kennzeichen und Parkausweis-Nummer waren nicht ersichtlich) für den Vollzugsdienst nicht sichtbar ausgelegt." Für dieses Delikt hat Grüber insgesamt 15 Knöllchen bekommen.

Zu dieser Zeit hatte Grüber auch einen neuen Kreativraum an der Marktstraße –­ in den früheren Räumlichkeiten von WLP Wohnlicht. Hier gibt es am 26. April das nächste Knöllchen. Grüber: "Hier musste ich halten, um einen schweren Teppich für den Kreativraum auszuladen. Im Schreiben der Stadt heißt es: "Das Fahrzeug wurde vier Minuten beobachtet. Das heißt: Der Ordnungshüter hat mich beobachtet und durch das Schaufenster mitbekommen, wie ich im Laden mit dem großen Teppich beschäftigt war."

Was den Orgelspieler Grüber besonders verwundert: "Der Ordnungshüter kennt mich persönlich. Wir duzen uns sogar. Er weiß auch, welches Auto ich fahre. Zwei Jahre lang hatte ich keinen Ärger mit dem Ordnungshüter wegen des Anwohnerparkausweis. Doch plötzlich ging es los."

Inzwischen hat Grüber kein Auto mehr

Michael Grüber ist verzweifelt. Nach der ersten Amnestie durch Bürgermeister Zimmermann versucht er es wieder mit einem Gespräch beim Bürgermeister. Diesmal vergeblich. Im Juli schreibt Grüber: "Das Gespräch war anfangs sehr freundlich, dann leider immer mehr angespannt. Jetzt lasse ich mich überraschen. Ich denke, dass es vor Gericht enden wird. Im Moment habe ich kein Auto mehr. Wir wohnen auf dem Campingplatz und haben endlich Ruhe."

Der Opel, den Grüber bis dahin fuhr und der im Visier des Ordnungshüters rund um den Marktplatz und die evangelische Johanneskirche war, hatte einen Motorschaden. Inzwischen hat er auch einen französischen Künstler gebeten, eine Illustration zu machen. Darauf zu sehen: Ein "böser Engel", der die Stadt beherrscht. Die Menschen unten sagen: "Es reicht. Prinzip Menschlichkeit. Miteinander." Diese Postkarte wurde auch schon in Horb verteilt.

Im Oktober kommt dann die Ladung vom Amtsgericht Horb. "In den letzten Tagen habe ich einen ganzen Stapel von Briefen vom Amtsgericht bekommen. Mit der Nachricht, dass alle meine Einsprüche gegen die Knöllchen abgelehnt sind. Ich dachte schon, die Verhandlung fällt aus. Doch die Justiz hat gesagt, dass ich auf jeden Fall erscheinen soll", sagt Grüber.

Und –­ was erwartet sich Grüber von der Gerichtsverhandlung? Der Angeklagte: "Ich möchte nicht den Ordnungshüter fertig machen. Ich möchte erreichen, dass die Ordnungshüter menschlich sind. Rottweil zeigt, wie es geht: Wenn du dort falsch parkst, bekommst du kein Knöllchen, sondern eine Karte. Darauf sind alle kostenfreien Parkplätze eingezeichnet."

Dem Richter hat Grüber schon einen Brief geschrieben: "Wir sind uns bewusst, dass wir bei Ihnen als amtliche Rechtssprechung an der falschen Adresse sind. Doch was bleibt uns übrig?"

Man kann also gespannt sein, ob Richter Albrecht Trick auch dazu etwas in der Gerichtsverhandlung gegen Grüber zu sagen hat. Der Ordnungshüter, der die "Knöllchen-Hetzjagd" ausgelöst hat, ist auch als Zeuge geladen.

Auch andere Autofahrer beschweren sich über den Ordnungshüter. Ein Fahrer, der gehbehinderte und mobilitätseingeschränkte Personen befördert: "Egal, ob ich in Nagold oder Freudenstadt mit meinen Schützlingen zum Einkaufen vorfahre –­ überall sind die Ordnungshüter entspannt und kennen mich. Nur in Horb bekomme ich Knöllchen, wenn ich direkt vor dem Geschäft stehe."

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Florian Ganswind

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