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Horb a. N. Mayk Herzog gibt nicht auf

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Die Dame mit dem Taubenkot vor dem Lotzer-Haus ist ein Abguss der sogenannte "Dix-Kurve" des Bildhauers Peter Lenk. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Am Freitag vor einer Woche war der Flashmob der "Grundrechte Nordschwarzwald" auf dem Sebastian-Lotzer-Platz. Ein Appell für Freiheit. Mayk Herzog kämpft weiter mit allen Mitteln für seine "Freiheit des Eigentums" im Roten Haus. Und woanders.

Horb . Das fiel schon bei der Performance der Grundrechts-Aktivisten um den Rexinger Dietmar Urban auf: Die aufgerissene Fassade des Lotzer-Hauses von Herzog sieht schlimm aus. Die "Zufriedene" von Miriam Lenk und der Kopf der Statue daneben sind voll mit Taubenkot.

Da mag die Frage erlaubt sein: Warum sieht es hier so "beschissen" aus, Herr Herzog? Er sagt: "Das Rathaus hat mir die Baustelle komplett stillgelegt. Die Bauzäune vor den Fenstern zeigen deutlich, dass mit allen Mitteln verhindert werden soll, dass dort etwas getan wird. Ich habe das Rathaus angefragt, ob ich zumindest die Außenverkleidungen zumachen kann, damit die Tauben keine Brut- und Nistplätze mehr finden. Das Rathaus hat das abgelehnt!"

Rathaussprecherin Inge Weber stellt dazu klar: "Für das Lotzer-Haus gibt es aus bekannten Gründen immer noch einen Baustopp. Ob allerdings Tauben für das besagte Aussehen der Fassade verantwortlich sind, sollte kritisch hinterfragt werden. Dass die Fassade des Lotzer-Hauses so dasteht wie im Moment, kann sicherlich nicht den Tauben oder der Stadtverwaltung angelastet werden."

Der Streit um das Lotzer-Haus. Er geht schon jahrelang. Spätestens seit dem Jahr 2016 kocht er richtig hoch. Das Rathaus ließ den Lotzer-Platz damals räumen –­ Herzog hatte ihn mit Sperrmüll "dekoriert" und das ganze zum Kunstwerk erklärt. Das Rathaus hat inzwischen die Baustelle versiegeln lassen. Die angedrohte Zwangsräumung der Mieter sei, so Herzog, nach der Beseitigung der Brandschutzmängel vor dem Verwaltungsgericht abgeschmettert (wir berichteten). Zuletzt wurde Mayk Herzog vom Amtsgericht Horb wegen Siegelbruchs verurteilt. Zu einer Geldstrafe von 8000 Euro. Herzog hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Wie steht es derzeit mit den Verfahren? Herzog sagt: "Es geht immer weiter. Die Übertragung der Gebäude nach der Scheidung von meiner Frau ist immer noch nicht vollzogen, weil das Rathaus dagegen Widerspruch eingelegt hatte. Das Rathaus hat kürzlich von mir verlangt, das ich die Namen aller meiner Mieter pro Zimmer nenne. Das habe ich abgelehnt. Nicht nur aus Gründen des Datenschutzes. Sondern, weil alle Mieter beim Rathaus ohnehin angemeldet sind."

Stimmt das? Rathaussprecherin Inge Weber: "Im Falle des ›Lotzer-Hauses" befinden wir uns in einem laufenden Rechtsstreit und werden uns deshalb nicht öffentlich hierzu äußern."

Wird Herzog nachgeben? Er sagt zum Schwarzwälder Boten: "Die Gruppe ›Grundrechte Nordschwarzwald‹ ist auf dem Lotzer-Platz für Freiheit eingetreten. Ich verteidige die Freiheit des Privateigentums!"

Er wirkt an diesem Vormittag sehr entspannt, als der Schwarzwälder Bote ihn vor dem Schwanen trifft. Hier hängt ein neues Banner an der grünen Mauer: " Neubau vier Garagen und Dachterrasse. Bauantrag eingereicht am 1. März 2020."

Eigentlich hatte Herzog geplant, hier ein Studentenhotel zu bauen, wollte 1,5 Millionen Euro investieren. Das Bauamt bemängelte damals: Es müssen drei Stellplätze ins Untergeschoss. Herzog hielt entgegen: Der Wendekreis sei zu klein. Doch das Projekt, über das der Schwarzwälder Bote im April 2015 berichtet hatte, ist jetzt offenbar vom Tisch.

Mayk Herzog: "Inzwischen bin ich in einem Alter, in dem ich solche aufwendigen Bauprojekte nicht mehr eingehen möchte. Deshalb der Freisitz als Ergänzung und Abrundung im Schwanen. Das wäre ein ganz anderer Anblick als die Mauer und die Ruine." Die Investitionskosten für dieses Projekt schätzt Herzog auf 50 bis 60 000 Euro.

Und schon äußert Herzog wieder ›leise‹ Kritik an der Stadt: "Laut der Landesbauordnung sollte solch ein Bauantrag innerhalb von sechs Wochen fertig bearbeitet sein. Eine Woche nach Einreichung kommt die Eingangsbestätigung, nach weiteren zwei Wochen das Schreiben, das auflistet, ob und welche Unterlagen noch fehlen. Seit dem Einreichen habe ich von der Stadt noch nichts gehört. Ich frage jede Woche nach, es kommt keine Antwort." Lässt das Rathaus den Rebell vom Lotzer-Haus hier seine Macht spüren?

Rathaussprecherin Inge Weber: "Herr Herzog, hat mit Schreiben vom 27. April den Eingang seines Bauantrages bestätigt bekommen. Die rechtliche Prüfung hat selbstverständlich begonnen und die entsprechenden Fachbehörden wurden beteiligt. Aufgrund der besonderen Umgebung des beantragten Objektes musste eine detaillierte Prüfung vorgenommen werden, was eine gewisse Zeit beansprucht."

Der Anblick des Lotzer-Hauses regt viele Bürger auf. Kann Mayk Herzog jetzt noch Steuerzahlergeld kassieren, weil der geplante Hochsitz neben dem Schwanen im Sanierungsgebiet liegt und der Abriss gefördert werden muss? Zumindest in diesem Punkt gibt es Entwarnung aus dem Rathaus. Stadtsprecherin Weber: "Da sich das Objekt in keinem Sanierungsgebiet befindet, stellt sich auch die Frage nach Sanierungszuschüssen nicht."

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