Es grünt und blüht im Talheimer Steinbruch – und es wachsen die Hoffnungen, dass sich die zerstrittenen Seiten annähern. Foto: Hopp

Steinbruchunternehmer Armin Kaltenbach lässt Alternativrouten für Lastwagen mit Abraum aus S 21 prüfen.

Horb-Talheim - Der stillgelegte Steinbruch am Montag. Die Bäume stehen in Saft und Kraft, die Zweige und Blätter umranden den Ausblick auf die Felswand. Ein Bild der Hoffnung.

So könnte man auch die aktuelle Lage beim Streit um die umstrittene Steinbruchauffüllung "Talheim 21" beschreiben.

Denn: Steinbruchunternehmer Armin Kaltenbach überlegt eine Alternativroute. Die bisher geplante Routenführung von bis zu 80 Lkw am Tag mit Abraum aus der Baustelle von Stuttgart 21 über die Hochdorfer Straße war der Hauptgrund, warum die Bürger sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben (wir berichteten).

Deshalb wurde ein runder Tisch mit Ortschaftsräten, der BI gegen Talheim 21 und der Firma Kaltenbach gegründet, um die Probleme, die durch die Steinbruchauffüllung drohen, zu besprechen.

Und offenbar haben die bisher fünf Termine – unter denen auch eine Ortsbesichtigung war – Steinbruchunternehmer Kaltenbach doch zum Nachdenken gebracht.

Bei der letzten Sitzung Anfang Mai verkündete dann die Firma Kaltenbach folgendes: Man habe aus den vorgegangenen Terminen neue Erkenntnisse und Ideen gesammelt, die man einer genaueren Prüfung unterziehen möchte. Dieses betrifft vor allem Alternativen zur bisherigen Zufahrtsstrecke und naturschutzrechtliche Maßnahmen.

Details wolle man aber noch nicht nennen. Weil man die möglichen Alternativen noch "sorgfältig auf Realisierbarkeit" prüfen wolle.

Und weil das noch dauert, wird es vor der Sommerpause wohl noch keinen runden Tisch geben.

Und die BI gegen Talheim 21 schöpft vorsichtig Hoffnung. Sprecher Dietmar Meintel: "Wir haben der Aussetzung des Runden Tisches zugestimmt in der Hoffnung, dass möglicherweise Talheim in Zukunft nicht tangiert wird."

Deshalb hat die Bürgerinitiative die Info-Veranstaltungen bis auf weiteres ausgesetzt. Man wolle sich zunächst ruhig verhalten und die möglichen Alternativvorschläge der Firma Kaltenbach abwarten.

Heute Abend soll dieser Zwischenstand zur umstrittenen Steinbruchauffüllung in Talheim auch im Gemeinderat vorgestellt und diskutiert werden.

Das Stimmenpatt sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat hatte trotz gegenteiliger Beschlussempfehlung von OB Peter Rosenberger dazu geführt, dass Kaltenbach noch eine Chance bekommen hatte, sein Projekt weiter voranzutreiben.

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