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Horb a. N. Gewaltverherrlichung beim Mini-Rock-Festival?

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Beim Mini-Rock-Festival 2016 waren auch Antifa-Fahnen zu sehen. Foto: Hopp

Horb - Zoff um den umstrittenen Auftritt von "Feine Sahne Fischfilet" beim Horber Mini-Rock-Festival. Passt die Band, die angeblich "Gewalt gegen Bullen" verherrlicht und die Antifa-Fahne schwenkt, auf die Bühne des Festplatzes?

Rodolfo Panetta (ULH) sagt nein. Panetta: "Hier tritt eine Gruppe auf, die gewaltverherrlichende Texte singt und die Jugend mit Gewalt indoktriniert. Wir haben das Mini-Rock immer gefördert und den Veranstaltern vertraut. Das Vertrauen wurde missbraucht. Angesichts der Zustände in Hamburg darf so etwas nicht verharmlost werden!" Deshalb fordert er eine Stellungnahme der Verwaltung.

OB Peter Rosenberger sagt: "Ich kann ihnen heute noch keine Stellungnahme abgeben. Was mir besonders wichtig ist: In der ersten Kurzrecherche ist uns nicht aufgefallen, dass ein Lied der Gruppe auf dem Index steht. Zweitens: Aufgrund der ersten Erkenntnisse hat sich nicht herausgestellt, dass die Gruppe bisher kein Auftrittsverbot von Kommunen oder Veranstaltern bekommen hat. Wir werden mit den Mini-Rockern reden – sie haben weiterhin einen großen Vertrauensvorschuss verdient." Das Stadtoberhaupt betonte noch, dass die Stadt nicht der Veranstalter sei.

SPD-Stadträtin Viviana Weschenmoser: "Es ist fast eine Frechheit, was sie die ULH da erlaubt – das über viele Jahre enorme ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen, Eltern und Verwandten so mit Schmutz zu beschmeißen. Wenn in Thüringen gestern gerichtlich entschieden wurde, dass ein rechtsgerichtetes Konzert absolut grundrechtskonform ist mit dem Tenor: So etwas muss das Grundgesetz aushalten – dann hält unsere Demokratie auch die fünf linken Socken aus, die in Horb auf die Bühne gehen."

CDU-Fraktionschef Michael Kessler: "Wir haben uns an der Textpassage enorm gerieben." Panetta hatte folgenden Liedtext der Band zitiert: "Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen und schicken den Mob dann auf euch rauf. Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein und danach schicken wir euch nach Bayern, denn die Ostsee soll frei von Bullen sein."

Kessler weiter: "Wenn ich auf die Homepage von Feine Sahne Fischfilet schaue, kokettiert die Band damit, dass sie vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Solche Texte nur als künstlerische Freiheit abzutun, ist angesichts der Ereignisse von Hamburg zu wenig. Wir erwarten deshalb eine klare Distanzierung von Gewalt."

Ratsherr Uwe Klomfass (SPD): "Ich habe eine Kusine in Bremen, die war in Hamburg mit dabei. Ich habe so auch mit Demonstranten geredet, die haben üble Sachen von der Polizei erzählt." Karl Kocheise (CDU) ruft dazwischen: "Wir brauchen keine Jutta Ditfurth hier!" In der Talkshow "Illner" hatte CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach die Talkshow im Eklat verlassen. Seine Begründung: "Frau Ditfurth ist persönlich, vom Verhalten und von ihrer – in Anführungszeichen – Argumentation unerträglich!" (wir berichteten).

Klomfass weiter: "Horb und Hamburg zu vergleichen, finde ich falsch. Wenn Roland Kaiser von ›Sieben Fässern Wein‹ singt, dann ruft der ja auch nicht zum Alkoholismus auf. Künstler übertreiben immer. Ich glaube nicht, dass nach dem Mini-Rock Festival tausende Jugendliche zum Polizeirevier laufen und Molotow-Cocktails schmeißen." Elisabeth Schneiderhan (OGL): "Das Festival an sich steht über jeder Diskussion. Solche Liedtexte sind aber nicht das, was wir uns auf dem Konzert vorgestellt haben."

Stadtoberhaupt Rosenberger fügte an: "Dieser Liedtext wurde vor Jahren gesungen. Nach unseren Informationen ist er aber nicht mehr im Repertoire der Band."

Die Stadtverwaltung will nach der intensiven Prüfung und dem Gespräch mit den Mini-Rockern eine endgültige Stellungnahme abgeben. 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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