Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. Eine Mission mit Konfliktpotenzial

Von

Es ist ein schönes Fleckchen auf Ahldorfer Gemarkung. Es gehen viele dort gerne spazieren. Die Ahldorfer Grillhütte und der Waldbühlhof liegen ganz in der Nähe. Wird das circa 28 Hektar große Gebiet mit viel Wald für ein Gewerbegebiet geopfert?

Horb-Ahldorf. Seit Jahren möchte die Stadt Horb ein Gewerbegebiet in Mühringen realisieren. Gescheitert ist es bisher daran, dass man sich mit Grundstückeigentümern nicht auf einen Kauf einigen konnte. Jetzt versucht die Stadt es auch nah der Autobahn auf überwiegend Ahldorfer Gemarkung. Das Gebiet liegt an der B 32, in Richtung Autobahnauffahrt auf der linken Seite. Es beginnt auf Höhe der Abzweigung Richtung Mühlen und Ahldorf.

Bisher wurde das Thema nur nichtöffentlich im Gemeinderat und im Ahldorfer Ortschaftsrat behandelt. Auch im Nordstetter Gremium wurde es zum Thema, weil ein kleiner Teil des großen Gebiets auf Nordstetter Gemarkung liegt. In den vergangenen Tagen haben aber rund 50 Grundstückseigentümer einen Brief von der Stadt Horb bekommen. Zwei der Empfänger informierten unsere Zeitung. Oberbürgermeister Peter Rosenberger bestätigt das Interesse. "Es gibt einen klaren Auftrag des Gemeinderats. Wir suchen regelmäßig nach geeigneten Flächen. Dann schreiben wir die Eigentümer an." Der OB betont, dass man ganz am Anfang stehe. Es ist sozusagen das erste "Abklopfen". "Es ist kein Geheimnis, dass wir seit Jahren versuchen, in der Nähe der Autobahn ein Gewerbegebiet realisieren zu können." Am Mittwoch, 25. November, wird es ab 19 Uhr im Horber Feuerwehrhaus eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer der Flächen geben.

Doch es regt sich schon der erste Widerstand. Rosenberger erklärt offen, dass sich zwar der Nordstetter Rat positiv geäußert habe, es im Ahldorfer Gremium aber anders aussieht. Auch einer unserer Informanten äußert sich kritisch. "Das ist für mich ein Naherholungsgebiet. Die Tiere, die dort leben, scheinen der Stadt egal. Die Größenordnung ist für mich erschreckend. Auch wenn vielleicht der Verkauf meiner kleinen Fläche attraktiv sein könnte, muss man auch die gesamte Dimension sehen." Ein anderer Informant ärgert sich, dass beim Schreiben zunächst die Skizze des Gebiets fehlte, obwohl sie hätte beiliegen sollen. "Ich frage mich, ob da System dahintersteckt, damit man erst gar nicht genau weiß, um welches Gebiet genau es sich da handelt." Ahldorf habe genug gelitten, findet der Eigentümer. Der Ort habe schon enorme Flächenverluste durch Autobahn und Zubringer hinnehmen müssen. "Außerdem frage ich mich, ob das Projekt mit der klimaneutralen Kommune vereinbar ist? Da würde jede Menge Wald abgeholzt und dafür kommt dann Gewerbe, das jede Menge CO2 produziert.

Wie reagiert Peter Rosenberger auf die Kritikpunkte? Überraschend sind für ihn die ersten Reaktionen nicht. "Das ist das übliche Floriansprinzip. Wir brauchen ein Gewerbegebiet, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür. Ich rechne bereits mit einer Bürgerinitiative." Ihm sei die Bedeutung bewusst: "Klar geht es hier um eine Flächenversiegelung. Wir sind aber eine Flächenstadt mit genügend Fläche. Unser Nutzwald ist ein anderer, nicht so hochwertiger wie im tiefsten Schwarzwald. Doch es geht auch um Arbeitsplätze und um unsere Zukunftssicherung. Es gibt Städte, die expandieren, und Städte, die auf der Stelle treten. Wenn es sich um moderne Arbeitsplätze handelt, dann ist das auch CO2 -freundlicher als ein 40 Jahre alter Betrieb." Da es sich um ein erstes Abklopfen handele, gebe es auch noch keine Naturschutzgutachten.

Immer wieder habe die Stadt Anfragen von größeren Unternehmen. "Auch für dieses Gebiet gibt es ein oder zwei, die Interesse zeigen." Dass es sich angeblich um den Lebensmittel-Discounter Norma handelt, der mit seinem Logistikzentrum von Eutingen nach Horb ziehen möchte, kann Rosenberger allerdings nicht bestätigen. Logistik an sich scheint allerdings nicht ausgeschlossen. Die Kritik unseres Informanten, dass Logistik der Stadt nichts bringen würde (wenig Arbeitsplätze, viel Verkehr), kontert der OB. "Logistik ist nicht gleich Logistik. Und eine Ansiedlung muss eine vernünftige Relation abwerfen, wovon die Stadt auch profitiert." Die Gewerbesteuer ist es nicht, die die Stadt zu einem neuen Gewerbegebiet treibt. "Davon behalten wir eh nur 15 Prozent." Es seien viel mehr die Arbeitsplätze und damit die Anteile der Einkommensteuer. "Davon leben wir."

Doch was passiert, wenn nach Mühringen auch in Ahldorf der Erfolg ausbleibt? Und was passiert, wenn nur einige wenige nicht mitmachen wollen? Wird die Stadt Horb Druck ausüben? "Wir haben es in der Vergangenheit immer einvernehmlich versucht und haben nicht das Mittel der Zwangsvertauschung genutzt. Bisher ist es immer gescheitert. Auch jetzt versuchen wir es wieder einvernehmlich." Doch es wirkt so, dass Rosenberger nicht ausschließt, dass irgendwann doch einmal härtere Bandagen angewendet werden könnten. "Wir wollen die Gewerbegebiet-Pläne nicht aufgeben. Das können wir uns als Stadt nicht leisten."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

1

Kommentar

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading