Die SPD-Politikerin Viviana Weschenmoser hat bereits in der Vergangenheit Drohungen erhalten. Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

Kriminalität: Wird die SPD-Kreisvorsitzende Viviana Weschenmoser bedroht? / Zur Anzeige gebracht

Anfeindungen ist Viviana Weschenmoser schon gewohnt. Die SPD-Kreisvorsitzende aus Horb hat sich gerade mit ihrem Einsatz für Flüchtlinge und gegen Rechtsextremismus einen Namen gemacht. Doch diese Art der Drohungen könnte nun eine Dimension erreichen.

Horb. Als sie ihren Briefkasten öffnete, fand sie dort drei schussfähige Kleinkaliber-Patronen. Mit einem Tuch nahm sie diese heraus und brachte sie zur Polizei. "Ich habe Anzeige erstattet", erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die 31-Jährige möchte sich noch nicht darauf versteifen, dass es sich tatsächlich um eine Drohung aus der "rechten Ecke" handelt. "Mein Briefkasten ist direkt neben dem Briefkasten der Anwaltskanzlei meiner Mutter. Dort steht Venturino-Weschenmoser, bei mir V. Weschenmoser."

Doch neu wäre diese Form der Bedrohung nicht. SPD-Außenminister Heiko Maas hatte und Grünen-Spitzenpolitiker Cem Özdemir fanden in der Vergangenheit ebenfalls Patronen in ihrem Briefkasten. "Diese Geste ist hochkriminell. Damit sendet man eine klare Botschaft aus", kommentiert Weschenmoser, die äußerlich gelassen bleibt. Sie lasse sich von so etwas nicht einschüchtern. "Diesen Leuten gehen die Argumente aus", sagt sie trotzig. "Jemand, der ein Problem hat, soll mich doch bei einem Kaffee gerne direkt konfrontieren. Ich finde, man muss mit jedem reden."

In der Vergangenheit seien Drohungen eher über soziale Medien erfolgt. Drohbriefe habe sie aber ebenfalls schon erhalten. "Manche habe ich zur Anzeige gebracht." Und: Die Sozialdemokratin berichtet, dass der "Der Dritte Weg, vom Verfassungsschutz als "rechtsextremistische Kleinstpartei" eingestuft, auch ihre Anschrift online veröffentlicht habe.

Weschenmoser hat direkt eine Anfrage bei Sozialdemokraten im Kreis gestartet, ob auch andere betroffen waren und es sich vielleicht um eine größere Aktion gehandelt habe. "Doch bisher bin wohl nur ich betroffen."

Nun wird ermittelt. Die Polizei hat den Fall laut einer Sprecherin wegen einer möglichen Bedrohung an die Staatsanwaltschaft übergeben.

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