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Horb a. N. Diese Baustelle braucht echt Muckis

Von
Foto: Schwarzwälder Bote

Diese Baustelle fordert echt Kraft. Seit gut einer Woche saniert Steinmetzmeister Jürgen Poppitz mit seinen Mitarbeitern das Gebäude des Sankt-Leonhard-Kindergartens. Damit schafft er auf der Baustelle, die derzeit das Postkartenmotiv der Stadtsilhouette mit Gerüst und blauem Schutznetz stört.

Horb. Poppitz kommt die Treppe zum Stiftskircheneingang herunter. Sein Lkw mit Kran steht hinter dem Parkplatz des katholischen Dekanats. Er grinst: "Wir legen täglich zehn Kilometer zu Fuß zurück! Das ist in diesem Jahr meine logistisch anspruchsvollste Baustelle!"

Die Baustelle – sie stört derzeit mit dem Gerüst und dem blauen Schutznetz die optische Harmonie der so oft fotografierten Stadtsilhouette auf dem Bergsporn. Der Schwarzwälder Bote sagt, was dahinter steckt.

Jürgen Poppitz und sein Team sind gerade dabei, die Sandstein-Fensterbänke und Leibungen des Gebäudes, in dem unter anderem der St.-Leonhards-Kindergarten ist, zu sanieren und zu ersetzen. Damit das Gerüst und das blaue Schutznetz möglichst bald nicht mehr die so oft fotografierte Stadtsilhouette stören.

Was befindet sich in dem Gebäude? Wer bekommt die Fassade gemacht?

Diakon Klaus Konrad: "Bis 2008 war hier das Pfarramt. Der Pfarrer wohnt hier immer noch, dazu ist unter der Pfarrwohnung das Verwaltungszentrum der Diözese Rottenburg-Stuttgart untergebracht! Dazu befindet sich hier der Kindergarten St. Leonhard."

Und Steinmetzmeister Poppitz und sein Team bringen das Gebäude wieder auf Vordermann: "Wir haben insgesamt zwei Kubikmeter Sandstein mit einem Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen fertig gemacht. Stein für Stein bringen wir jetzt die neuen Teile auf dem Weg rund um die Stiftskirche bis hin zur Fassade."

Doch wie landen die behauenen Steine in den Fensterbänken?

Das Gebäude steht direkt an der Sommerhalde. Unterhalb geht es steil bergab. Nebenan ist der weiße Garten, noch weiter links daneben das Finanzamt.

Poppitz: "Die Steine von unten aus Höhe Neckarstraße mit der Sackkarre hochzufahren –­ das schafft keiner. Die Sandsteine mit einem Kran über die Stiftskirche zu heben ist viel zu aufwendig."

Also müssen der Steinmetzmeister und seine Mitarbeiter Andreas Wussler und Jens Lüdtke den mühsamen Weg gehen.

Abgeladen werden die Steine hinter dem Parkplatz vor der hohen Mauer zur Stiftskirche. Andreas und Jens binden die Tragbänder um eine 250 Kilogramm schwere Fensterbank. Der Kran hebt sie eine Etage höher. Die Hochzeitsgesellschaft, die hier mit Getränken und Luftballons wartet, staunt.

Der über ein Meter lange Sandstein wird auf die Sackkarre geladen, die auf der Erde liegt. Jens Lüdtke wuchtet die Karre hoch, fährt einmal um die Stiftskirche herum.

Vor dem Hintereingang des Kindergartens steht ein gut 12 Meter langes Gerüst. Jens legt die Sackkarre um, sagt: "Puh, das war schon heftig!"

Poppitz: "Dabei war das noch nicht der schwerste Stein. Dieses Teil wiegt ungefähr 250 kg! Der größte hat ungefähr 350 Kilo!"

Die Fensterbank wird mit der Elektro-Seilwinde hochgezogen, dann über die Trägerbrücke nach vorne geschoben. Dabei haben die drei Steinmetze einen atemberaubenden Blick auf das Neckartal. Dort wird der Stein heruntergelassen, ehe wieder die Sackkarre zum Einsatz kommt.

Dann kommt die zukünftige Fensterbank auf das Gerüst vorne Richtung Sommerhalde. Das Gerüst ist vom Flößerwasen oder gegenüber aus zu sehen.

Vorsichtig wird der Sandstein heruntergelassen – Stockwerk für Stockwerk. Lüdtke und Wussler wuchten das Teil dann auf zwei Holzbalken, die auf der richtigen Etage warten. Dann müssen die zentnerschweren Steine noch an das richtige Fenster gebracht werden.

Die kaputten Fensterbänke sind schon entfernt. Poppitz: "Heute verteilen wir die Steine auf den Etagen. In den nächsten Tagen werden wir die neuen Fensterbänke nach und nach einbauen. Dann werden die Fensterlaibungen geschlämmt und gepresst, damit man die Risse später nicht mehr sieht. In gut einer Woche wollen wir fertig sein!"

Diese Baustelle fordert echt Kraft. Doch wie lange hält die Arbeit von Jürgen Poppitz? Muss er bald wieder ran?

Der Steinmetzmeister: "Bestimmt nicht. Die alten Fensterbänke sind schätzungsweise 150 Jahre alt. Sie bestehen aus Schilfsandstein und liegen auf Lagern. Über die Jahre dringt Wasser ein, das gefriert und dehnt sich aus. Irgendwann platzt das Material auf. Aufgrund der Denkmalschutzbestimmungen muss allerdings wieder Sandstein verwendet werden. Die neuen Fensterbänke werden bestimmt auch 150 Jahre halten –­ das wäre okay!"

Im Rahmen der Sanierung wird auch die Terrasse neu gemacht. Poppitz: "Da waren zehn Tonnen Betonplatten drauf. Die wurden auch entfernt. Jetzt kommen dort Holz-Elemente als Boden hin. Das hat den Vorteil, dass man das Holz alle paar Jahre abnehmen kann und darunter sauber machen kann. Und ich hoffe, dass so diese Terrasse zu neuen Ehren kommt. Das ist der schönste Platz von Horb. Schade, dass er bisher so wenig genutzt wird!"

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