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Horb a. N. Corona-Krise: Bringt Pfingsten Belebung der Stadt?

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Reinhold Kuch macht auf dem Campingplatz Schütte alles bereit für die Touristen. Foto: Lück

Horb - Alle hoffen auf Pfingsten. Nicht nur, weil Gott den heiligen Geist zu den Menschen gesandt hat. Durch die weiteren Lockerungen hoffen Camping, Hotels, Gastro sowie Fitness- und Tanzfreunde auf Belebung.

Die Pfingstferien. Bringen sie neuen Schub ins Geschäftsleben in Horb? Definitiv. Denn, obwohl die Gastro seit knapp zwei Wochen offen hat, ist die Nachfrage noch verhalten. Hidir Özer vom Bistro Haag: "Viele Stammgäste trauen sich immer noch nicht." Siggi Hellstern vom Adler in Dettingen: "Die Gäste tasten sich langsam heran. Wir hoffen, dass sich mit den Pfingstferien auch der herrliche Schlossgarten mit Gästen füllt. Vor allem, weil wir dann die Radfahrtouristen erwarten."

Und die Touristen – sie stehen schon in den Startlöchern. Reinhold Kuch, Besitzer des Campingplatzes auf der Schütte: "So viele Anfragen wie in den letzten zwei Wochen hat es noch nie gegeben. Wir hatten das Telefon doppelt besetzt, damit kein möglicher Gast unnötig lange warten muss. Dazu täglich 50 bis 60 E-Mails, die auch beantwortet werden müssen!"

Campingplatz voll

Das Ergebnis: Ab dem heutigen Freitag, wo die Übernachtung wieder ohne Einschränkungen erlaubt ist, ist der Campingplatz voll. Kuch: "Ich gehe aufgrund der bisherigen Nachfrage davon aus, dass alle Campingplätze in Deutschland in diesem Jahr mehr Umsatz machen dürften. Viele Leute, so ist auch aus den Anfragen herauszuhören, haben beispielsweise Angst, nach Italien zu fahren."

Der Campingplatzbesitzer schmunzelt: "Seitdem ich 2001 den Campingplatz übernommen habe, habe ich durch Corona wieder viel lernen dürfen. Der Grund: Platzwart Gabriel, der aus Rumänien kommt, durfte nicht ausreisen. Da musste ich jede Menge selbst machen: Die Installationsarbeiten, Rasenmähen. Alles. Ich hoffe, dass er spätestens zum 1. Juni wirklich einreisen darf!"

Camping in Corona-Zeiten. Bei den Wohnwagen und Wohnmobil-Plätzen ist ohnehin genug Abstand. Nur bei den Zelten muss jetzt zwei Meter eingehalten werden. Campingplatzbesitzer Kuch: "Wir werden ab heute mehrere 100 Gäste da haben. Das ist natürlich eine Herausforderung für uns, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Da ich durch Ischgl getriggert bin, lasse ich die Gaststätte vorerst zu. Nicht, dass hier die Leute dicht zusammenstehen und doch eine Ansteckung passiert. Aber es gibt ja die Lieferdienste der Gastronomen in Horb – das hat bisher für die Dauercamper sehr gut funktioniert!"

Hotelbesitzer hofft auf Spontanbuchungen

Hotelbesitzer Michael Bauer vom Steiglehof sagt: "Wir hoffen auf Spontanbuchungen. Wenn Pfingsten gutes Wetter ist, hoffen alle Hoteliers in Horb auf die Touristen vom Neckartalradweg. Weil Pfingsten und Ferien sind, haben wir über das lange Wochenende gleichzeitig weniger Zimmer an Monteure vergeben. Die sind alle heim!"

Nicht nur die Touristen, sondern auch die gesundheitsbewussten Horber scharren schon mit den Füßen. Reiner Häsler, Besitzer des gleichnamigen Fitness-Studios: "Die Telefone laufen seit Tagen heiß. Gerade Ältere, die das Training wegen der Gesundheit machen, wollen endlich wieder anfangen!"

Und das ist ab Dienstag, 2. Juni, möglich. Häsler: "Bei uns dürfen maximal 56 Personen trainieren. Und zehn an den Kursen teilnehmen. Wir haben eine App entwickelt, an der können unsere Kunden die aktuelle Auslastung ablesen. Denn: Wenn die Zahl 56 erreicht ist, dann sperrt das Drehkreuz automatisch und lässt niemanden mehr rein."

Auch gut für alle, die Angst vor Ansteckung haben: Häsler hat überall Spender mit Desinfektionstüchern aufgebaut. Einfach rausziehen, Griffe abwischen – und alles ist sicher. Häsler: "Ich bin auch froh, dass ich im Trainingsraum jede Menge Fenster habe – so kann man immer gut durchlüften."

Dusche und Sauna im Fitnessstudio bleiben zu

Doch Corona ändert noch so manches im Fitnessstudio. Häsler: "Dusche und Sauna bleiben zu, die Umkleidekabine ist nur für das Wechseln der Schuhe da. Zum Training müssen große Handtücher mitgebracht werden, um alles abzudecken. Länger als 90 Minuten Training geht nicht. Und die Getränke müssen selbst gezapft werden – in eigenen Flaschen. Oder es gibt den Shake-To-Go."

Ehe sich Ginger Streibig in ihrer Ballettschule wieder austoben kann, dauert es wohl noch ein Weilchen. Zwar dürfen Ballett- und Tanzschulen ab dem 2. Juni wieder öffnen. Ginger Streibig: "Da ohnehin Pfingstferien sind und die meisten meiner Schüler im Urlaub, werden wir wieder am 16. Juni nach den Pfingstferien starten."

Wegen der Corona-Regeln hat sich einiges geändert. Horbs Ballettschul-Legende: "Ich werde die Kinder mit Maske begrüßen. Fünf bis sechs dürfen in den Saal. Ich bleibe in der Tür bei der Musikanlage. Um meine gut 120 Schüler so geschult zu bekommen, teile ich die Gruppen und mache das Training nur 30 Minuten. Nach jedem Training muss ich die Desinfektionsflasche nehmen, durchflitzen und Toilette, Türgriffe, Ballettstangen und die Matten reinigen. Ehe die nächste Gruppe kommt. Das wird ein Act! Aber es heißt: Je oller, desto doller. Wir geben nicht auf!"

Auch ihre Tochter Georgia startet erst nach den Pfingstferien mit Yoga, Jazz-Dance und dem Reha-Sport. Sie sagt: "Ich unterrichte unter anderem bei der VHS und im Kloster. Die Träger benötigen die Zeit der Pfingstferien, um das Abstandskonzept für die Räumlichkeiten und die passende Gruppengröße zusammenzustellen, um den Neustart zu organisieren. Aber ich bin froh, dass es endlich wieder losgeht!"

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