Die Hoffnungshäuser im Gebiet Hasenbrunnen gehören nicht nur baulich schon wie selbstverständlich zu Nagold. Die Wertschätzung dieser Einrichtung hat die Stadt nun in eine Vereinbarung gepackt.
Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren eröffnete die Hoffnungsträger-Stiftung am Rande des Baugebiets Hasenbrunnen im Tal Richtung Iselshausen zwei Hoffnungshäuser. Das Konzept der Stiftung, die aus der Unternehmerfamilie Merckle (Heidelberger Zement) vor gut elf Jahren entsprungen ist, ist denkbar einfach. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund wohnen zu gleichen Teilen in den charakteristischen Gebäuden – zu einer Miete, die gut ein Drittel unter der vor Ort üblichen Neubaumiete liegt. Die Bewohner gestalten ihren Alltag in vielen Teilen gemeinsam, so dass eine besondere Gemeinschaft entsteht.
Derzeit sind es in Nagold mehr als 60 Menschen, die in den 17 Wohnungen der beiden Hoffnungshäuser leben. Nagold ist dabei nur einer von etlichen Hoffnungshäuser-Standorten. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg aktuell 32 Hoffnungshäuser, darunter auch an Standorten in Calw und Bad Liebenzell.
Eine Art Treffpunkt von Geflüchteten und Nagoldern
Die Hoffnungshäuser wirken nicht nur nach innen. Die Nagolder Standortleiter, das Ehepaar Eva und Christoph Hartmann, engagieren sich für ihre Schützlinge auch außerhalb der Häuser, kümmern sich um Integration, unter anderem auch auf dem lokalen und regionalen Arbeitsmarkt, bemühen sich für ihre Schützlinge etwa um Praktika bei Unternehmen. Darüber hinaus engagiert sich das Team auch in anderen Sozialprojekten, etwa gegen Jugendarmut und für Jugendbildung. Auch die anderen in Nagold ansässigen Flüchtlinge haben die Hartmanns im Blick. Und man will eine Art Treffpunkt sein von Geflüchteten und Nagoldern.
Diese Arbeit hat sich längst in der Stadt herumgesprochen, auch bis in die politische Führung der Kommune. Abordnungen von SPD und Grünen haben die Hoffnungshäuser schon besucht. Auch im Gemeinderat durften sich die Hoffnungshäuser bereits in der Sitzung vorstellen, wo man sich durchaus beeindruckt von der Arbeit im Iselshauser Tal zeigte.
„Hier wird wirklich sehr gute integrative Arbeit geleistet“
Und auch das Stadtoberhaupt, Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann, zeigt sich voll des Lobes über die Einrichtung und ihre Initiativen. „Es ist ein gutes Miteinander von Stadt und Hoffnungshäusern“, sagte Großmann jetzt bei einem Besuch im Hasenbrunnen, gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Achim Gräschus. „Hier wird wirklich sehr gute integrative Arbeit geleistet. Und das Konzept geht hier wirklich auf.“
Doch nur bei Worten solle es nicht bleiben, die Stadt wolle die Arbeit in den Hoffnungshäusern anerkennen und sie fördern, so der Rathauschef. Deswegen unterzeichneten die Vertreter der Stadt mit Angelika Röhm, Geschäftsbereichsleiterin der Hoffnungshäuser, und den Standortleitern Eva und Christoph Hartmann eine Kooperationsvereinbarung.
Über den Inhalt dieser Kooperation schwieg sich die Stadt derweil größtenteils aus. Es handle sich aktuell noch um einen „überschaubaren“ Beitrag, verriet Großmann beim Vor-Ort-Termin. Auf Nachfrage der Redaktion wird die Stadt etwas konkreter: Inhalt des Kooperationsvertrags sei die Integrationsarbeit vor Ort, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung. „Um das Hoffnungshaus in Nagold mit seinen laufenden Kosten zu unterstützen, gibt es eine Zuwendung der Stadt in Höhe von 5000 Euro“, heißt es in dem Schreiben. Auch eine Co-Finanzierung von Projekten sei vorstellbar, ergänzt Großmann – ohne dabei ins Detail zu gehen.