Das Wehr in Mühringen gehört jetzt der Stadt. Im März wurde festgestellt: die Elektrik ist kaputt. Beim Hochwasser am Sonntag entfernten Retter und der Bauhof jede Menge Treibholz. Foto: Jürgen Lück

Das sind die aktuellen Pläne des Horber Rathauses, um den Hochwasserschutz in Mühringen zu verbessern. Was mit Wehr, Mühlkanal und Sprudelfabrik wird.

Der Juni war bisher immer Hochwassermonat in Mühringen. Das Horber Rathaus hat schon frühzeitig die Initiative ergriffen. Hatte das Ingenieurbüro Heberle beauftragt, die Planung zu machen. Zuletzt gab es Abfuhr vom Umweltministerium für eine Horber Initiative, den Hochwasserschutz zu verbessern.

 

Doch das Rathaus gibt nicht auf. OB Peter Rosenberger spricht über die aktuellen Pläne.

Das Rathaus hatte zuletzt Flächen aufkaufen können, die man für einen späteren Hochwasserschutz benötigt. Rund um das Wehr und den Mühlkanal. Die Feuerwehr rückte am Sonntag schon um 15 Uhr aus. Alarm! Der Pegel in Balingen war 50 Zentimeter über Normal. Viereinhalb Stunden später schwappte das Hochwasser in der Eyach in Mühringen auf. Diesmal ging es noch mal gut – anders als beim Jahrhunderthochwasser im Jahr 2013. Doch das Rathaus arbeitet mit Hochdruck daran, die Situation – unabhängig von drei beteiligten Regierungspräsidien – eine (Zwischen-)lösung zu erreichen.

Das Wehr und der Zugang zum Mühlkanal. Braucht man diese Anlage noch? Foto: Jürgen Lück

Diese Rolle könnte das Wehr spielen

Horbs OB Peter Rosenberger: „Hier stellt sich die Frage: Können wir das Wehr ganz abreißen? Beim Hochwasser am Sonntag hat sich wieder gezeigt: Dort besteht Gefahr, dass sich Treibgut staut. Dabei geht es auch um die Frage, wer das bezahlt? Wir sind der Meinung, das wäre Aufgabe des Landes.“

Der Mühlkanal in Mühringen Ende März. Trocken. Kann man ihn zuschütten, um die Häuser an der Graf-Gerold Straße zu schützen? Foto: Jürgen Lück

Diese Rolle könnte der Mühlkanal spielen

Er war zuletzt trocken gelegt.  Rosenberger: „Wir lassen gerade untersuchen, was es bedeuten würde, den Mühlkanal stillzulegen? Hier wird es demnächst Probebohrungen für das Grundwasser geben!“

Das Stadtoberhaupt weiter: „Wenn der Mühlkanal bei Hochwasser weiter volllaufen kann, dann verändert das jenseits des bisherigen Damms auch der Grundwasserspiegel. Das heißt für alle Immobilien an der Graf-Gerold-Straße: Gefahr von Absenkungen und Rissen.“

Neben den eigentlichen Prüfungen soll auch geklärt werden: Was würde das Zuschütten des Mühlkanals für die Abwasserentsorgung der Anlieger bedeuten? Was für den Fischereiverein?

Rosenberger: „Aus unserer Sicht hat der Hochwasserschutz Priorität.“

Die ehemalige Sprudelfabrik ist inzwischen Gewerbegebiet. Kann sie abgerissen werden? Foto: Jürgen Lück

Der Abriss der Sprudelfabrik

Das Land hatte es abgelehnt, Förderung für den Kauf und den Abriss der Sprudelfabrik Mühringen durch die Stadt zu gewähren (wir berichteten).

OB Rosenberger: „Wir sind gerade mit dem Regierungspräsidium im Gespräch. Wenn es dort Altlasten gibt, gäbe es für die Beseitigung eine hohe Bezuschussung.

Ausschnitt der Mühringen-Karte. Deutlich zu erkennen: Die Rolle des Wehrs und der Beginn des Mühlkanal in Mühringen Foto: Stadt Horb/Ingenieurbüro Heberle
Ein größerer Ausschnitt: in Lila die Eyach, oben die Brücke von Mühringen mit Tankstelle und Werkstatt rechts Foto: Stadt Horb/Ingenieurbüro Heberle
Der obere Teil der Karte. Links das Ende des Mühlkanal flussaufwärts, rechts die Sprudelfabrik. Wenn sie weg ist, könnte sich das Hochwasser besser verteilen. Foto: Stadt Horb/Ingenieurbüro Heberle

Die Eigentümer dort sind sehr kooperativ. Auch hier wird es Probebohrungen geben.“ Ziel der Stadt: Abriss der alten Sprudelfabrik, damit das Hochwasser mehr Fläche hat und nicht mehr die Häuser überschwemmt. Das sei auch gut für die Gewässerökologie.

Diese Rolle spielen die drei Elemente bei Hochwasser

Das Ingenieurbüro Heberle legte zuletzt im Gemeinderat eine Starkregen-Karte vor, die zeigt, welche Rolle die drei Elemente Wehr, Mühlkanal und Sprudelfabrik beim Starkregenmanagement spielen.