Familie Schreiner aus Heiligenzimmern sammelt Amphibien ein und trägt so zum Artenschutz bei.
„Jedes noch so kleine und unbedeutende Tier hat ein Recht auf Leben!“, so Pascale Schreiner, die sich mitsamt ihrer Familie im diesjährigen Frühjahr für die Rettung von Kröten einsetzt.
Seit Wochen begibt sich Familie Schreiner fast allabendlich in Richtung Kloster Kirchberg. Dort befinden sich viele Tümpel und kleine Seen, welche die Tiere als Laichplätze nutzen. Da der Weg zu den Laichplätzen aber oft über die Straße führt, wandern die Kröten unter Lebensgefahr dorthin. „Bei einem Spaziergang habe ich mehrere überfahrene Kröten dort entdeckt. Dabei kam mir die Idee, diesen Tieren zu helfen“, erklärt Pascale Schreiner ihre Motivation.
Mission mit Eimer und Taschenlampe
Da die Tiere hauptsächlich in der Dunkelheit unterwegs sind, geht Pascale Schreiner zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern abends auf die Suche, ausgestattet mit Eimern, Regenmantel und Taschenlampe. Die Amphibien wandern im Frühjahr zu ihren Laichgründen, um dort ihre Eier abzulegen. Sie suchen dabei das Gewässer auf, in dem sie selbst von der Kaulquappe zum Frosch oder zur Kröte mutierten.
„Teilweise waren mehr als 40 Tiere abends auf der Straße zu finden. Oft haben wir Weibchen eingesammelt, die schon ihre männlichen Partner auf dem Rücken tragen“, erklärt die Tierliebhaberin. Bei Fröschen und Kröten seien die Weibchen die Starken: Sie tragen die Männchen huckepack auf ihrem Rücken Richtung Wasser. Manchmal warten Männchen tagelang am Wegesrand auf ein Weibchen. Endlich fündig geworden, klettern sie den Weibchen auf deren Rücken und klammern sich fest. Kommen ihnen männliche Konkurrenten zu nahe, treten sie diese mit den Hinterbeinen weg.
Als es zwischendurch wieder kälter geworden sei, seien die Tiere oftmals starr und unterkühlt gewesen, so die Tierschützerin. Die Amphibien graben sich dann kurzzeitig in Erde oder Laub ein, um die Wanderung anschließend fortzusetzen. „Seit vielen Jahren sagen Naturschutzgruppen dem Amphibientod den Kampf an, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten in Behältnissen über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Ohne dieses vielfache Engagement wäre es um unsere Frösche und Kröten deutlich schlechter bestellt“, erläutert Schreiner. Auch um die Kröten bei den Gewässern beim Kirchberg wäre es ohne die Hilfe der Schreiners schlecht bestellt, denn für ein paar Kröten tun sie alles.