Das Urteil ist gefallen. Foto: Archiv-Foto: Eyrich

Mann für Erschießen seiner Frau zu lebenslanger Haft verurteilt. Motiv: Opfer wollte sich trennen. Mit Video

Hechingen/Winterlingen - Der Mann, der am 1. April dieses Jahres seine Frau in Winterlingen vor den gemeinsamen vier Kindern erschoss, wurde vom Hechinger Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Ehefrau wollte ihn zusammen mit den vier Kindern verlassen. Diesen Autoritätsverlust habe der Mann nicht verkraftet. "Ihr Denken und Handeln war geprägt von Ihrer kosovarischen Herkunft", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Verteidigung plädiert auf Totschlag

18 Zeugen und sechs Sachverständige wurden an den insgesamt sieben Verhandlungstagen angehört – teils unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei wurde klar, dass der Angeklagte in seinem Bild als Familienoberhaupt es nicht akzeptieren konnte, nicht mehr der Familienvater zu sein. Deswegen streckte er seine Frau mit fünf Schüssen nieder, einen Tag bevor sie aus der gemeinsamen Wohnung in Winterlingen ausziehen wollte.

Der Staatsanwalt hatte deswegen auf eine Verurteilung wegen Mordes mit niedrigen Beweggründen plädiert. Die Verteidigung sah nur den Tatbestand des Totschlags gegeben.

Letztlich verurteilte die Strafkammer den Angeklagten zu lebenslanger Haftstrafe. Das bedeutet nach deutschem Strafrecht 25 Jahre mit einer erstmaligen Haftprüfung nach 15 Jahren.

Hier unser Video mit O-Tönen vom ersten Prozesstag:

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenkläger, die die Kinder und die Brüder der Frau vertraten, kündigten an, keine Revision einzulegen. Der 49-Jährige nahm das Urteil regungslos entgegen.

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