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Hechingen Ärztenetz warnt vor Pillen-Knappheit

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Das Hechinger Ärztenetz kritisiert die Medikamentenknappheit in Deutschland. Foto: Gentsch

Hechingen - Wer hätte das gedacht, dass im reichen Deutschland mal lebensrettende Medikamente knapp werden könnten? Aber genau das sei die aktuelle Situation, warnt das Ärztenetz Hohenzollern in einem offenen Brief an Politiker und Medien.

Sich über medizinische Fachdisziplinen hinweg auszutauschen, diesem Zweck kam das Ärztenetz beim jüngsten Treffen besonders nahe. Bei ihr seien sehr wichtige Medikamente nicht mehr lieferbar, berichtete eine Fachärztin für psychische Erkrankungen, wie das denn so bei den anderen Kollegen sei. Und ob Orthopäde, Urologe, Kinder- oder Allgemeinärztin – alle hatten das gleiche Problem.

Nicht nur Schmerzmittel sind knapp

Eingeladen zu dem Treffen war auch die Hechinger Apothekerin Petra Spranger. Und auch wenn die Ärzte allgemein schon vieles wussten zum Thema – was ihnen die Apothekerin erzählte, dürfte sie noch weiter beunruhigt haben.

Denn knapp in deutschen Apotheken sind derzeit nicht nur Schmerzmittel wie Ibuprofen, "eines der Hauptmittel bei den frei verkäuflichen", so Petra Spranger, Mittel zur Regulierung von Schilddrüsen-Fehlfunktionen gebe es gelegentlich nicht mehr in allen denkbaren Dosierungen. Die Feststellung eines Arztes, dass er sich Sorgen mache, wie er künftig noch schwer an Krebs erkrankte Patienten bestmöglich behandeln kann, überraschte Petra Spranger nicht.

Es gibt keine deutschen Produzenten mehr

Und warum fehlen Medikamente? "Sie werden nicht mehr in Deutschland produziert", stellt die Apothekerin fest. Der Kostendruck habe dazu geführt, dass die Herstellung vollständig in Billiglohnländer ausgelagert wurde und dort auf wenige Standorte konzentriert sei. In China sei beispielsweise kürzlich durch ein Unglück eine ganze Großfabrik zerstört worden. Das lässt sich nicht so leicht ersetzen. Und weil andere europäische Länder wie etwa Italien und Spanien mehr für Medikamente bezahlen als das deutsche Gesundheitssystem, gehen die Arzeinen auch eher dorthin.

Das Ärztenetzwerk, dem 25 Praxen angeschlossen sind, hat nun einen offenen Brief an "die politischen Entscheidungsträger" geschrieben, sich um dieses Problem dringend zu kümmern. "Auch bedrohliche Szenarien sind nicht ausgeschlossen", wird dringend gewarnt.

Peter Spranger, und mit ihr wohl viele andere Apotheker und Apothekerinnen, unterstützen das ausdrücklich, "denn das Thema betrifft uns täglich in unseren Apotheken". Hier nur an Symptomen etwas zu ändern, hält sie für den falschen Weg. Man müsse eine eigene Arzneimittelproduktion in Deutschland aufbauen, "weil das buchstäblich lebenswichtig sein kann", sagt sie. Deutschland habe ja auch die Kohleförderung subventioniert, um weniger von ausländischen Energieträgern abhängig zu sein, "da wäre das bei Arzneien doch auch angebracht".

Notfallreserven, wie das Gesundheitspolitiker derzeit vorschlügen, brächten jedenfalls nicht viel. "Die sind bei Lieferengpässen innerhalb von Wochen aufgebraucht." Aber sie wäre schon froh, wenn überhaupt bald etwas passiert, "denn aktuell habe ich den Eindruck, dass die Lieferprobleme mehr werden statt weniger.

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