Die Abbruchkante ist gut zu erkennen. Eine Durchfahrt für Autos zum Kirchlein Maria Zell ist derzeit nur über eine Umleitung möglich. Foto: Benjamin Roth

Wenig tut sich am Bollemer Wasen bezüglich der Instandsetzung der Straße zum Kirchlein Maria Zell seit dem Hangrutsch im November. Ortsvorsteherin Meta Staudt ist enttäuscht – das Ingenieurbüro lässt mit Lösungsvorschlägen auf sich warten.

Noch immer grenzen rot-weiße Leitbaken die Unglücksstelle kurz unterhalb des Bollemer Wasen ab. Dort hatten die anhaltenden Regenfälle Ende November des vergangenen Jahres die Erde aufgeweicht; die Böschung an der Zufahrtsstraße zum Kirchlein Maria Zell ist daraufhin weggerutscht.

 

Kommen die Vorschläge vom Ingenieurbüro bis Ende April?

Seither hat sich kurz vor dem Parkplatz für die Bollemer Sehenswürdigkeit wenig getan, was auch Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt enttäuscht. „Es laufen noch immer die Planungen. Es gibt derzeit keine neuen Entwicklungen“, so Staudt im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Grundsatzfrage: Verlegung oder Instandsetzung der Straße?

Staudt wartet – genauso wie der Fachbereich Bau und Technik der Stadtverwaltung – noch auf Lösungsvorschläge eines Ingenieurbüros, das mit dem Projekt nun seit geraumer Zeit betraut ist. „Ich hoffe auf Ergebnisse am Ende des Monats. Ich bin gespannt auf die Vorschläge“, blickt Staudt voraus. Sie möchte das städtische Bauamt aber auch nochmal dafür sensibilisieren, Druck beim Ingenieurbüro zu machen.

Maria Zell ein begehrtes Ausflugsziel

Denn: Sowohl das Kirchlein Maria Zell als auch der Bollemer Wasen seien begehrte Ausflugsziele der Zollernstadt. Die Umleitung ist keine wirkliche Alternative – verläuft diese doch teils auf unbefestigten Wegen und hat starke Steigungen. „Aber mir wurde auch schon gesagt, dass Wohnmobile zum Bollemer Wasen hochgefahren sind“, berichtet Staudt über mutige Fahrer.

Eine Lösung gefunden werden muss auch für die regelmäßigen Feste auf der Anhöhe über Boll. Am 1. Mai bewirtet schließlich der TSV Boll, am Vatertag der Musikverein. Ein Transport von Speis und Trank müsse gewährleistet werden. Staudt weiß, dass die Planungen der Vereine bereits laufen. Im Gespräch sind unter anderem Schlepper. Die Besucher können zu Fuß die Straße hochmarschieren.

Rinder weiden normalerweise rund um die Böschung

Und auch die Flächen rund um die abgerutschte Böschung sind vom Hangrutsch nach wie vor beeinträchtigt. „Diese Flächen werden normalerweise bewirtschaftet.“ Im Sommer weiden dort die Rinder. Doch: Potenzielle Bewegungen im Hang werden nach wie vor beobachtet.

Heißt: Bis tatsächlich Bauarbeiter unterhalb von Maria Zell anrücken, dürfte es noch eine Weile dauern. Denn: „Sobald die Lösungsvorschläge auf dem Tisch liegen, muss die Maßnahme auch im Bauausschuss und Gemeinderat abgesegnet werden“, weiß Staudt um die Prozedur.

Und die finanzielle Seite? Mittel im Haushalt sind für diese außerplanmäßige Maßnahme nicht eingestellt. „Das sind Dinge, die passieren. Das muss man machen“, erklärt Staudt auch im Hinblick auf das angeschlagene Stadtsäckel. Nun muss aber erstmal das Ingenieurbüro Fakten schaffen und die Zahlen präsentieren. Bis dahin bleibt es für Spaziergänger, für die der Weg weiterhin geöffnet bleibt, zwischen den Bollemer Streuobstwiesen ruhig.