Für den großen Verkaufstag am Sonntag wird schon mal alles gerichtet. Die Händler hoffen, dass die Muslen voller Menschen sein werden. Foto: Kratt

Nach zweijähriger Pause soll der verkaufsoffene Sonntag wieder Frequenz nach Schwenningen bringen, die die Innenstadt laut Händlern bitter nötig hat. Bei der wegfallenden Maskenpflicht herrscht derweil noch Uneinigkeit.

VS-Schwenningen - Wurde der Villinger Verkaufssonntag wegen fehlendem Anlass – eigentlich der Kinderolympiade – Ende März erst einmal abgesagt, soll in Schwenningen am Sonntag umso mehr los sein. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall für diejenigen, die es mögen, durch die Innenstadt zu bummeln und an dem einen oder anderen Marktstand zu verweilen. Der sogenannte Jahrmarkt, der stets Anlass für die verkaufsoffenen Sonntage in Schwenningen ist, ist, wie unsere Redaktion bereits berichtete, seit Kurzem nämlich in neuen Händen: Nicht mehr die Stadt selber, sondern die "Arge Märkte und Veranstaltungen" mit Sitz in Villingen organisiert künftige derartige Märkte der Doppelstadt.

 

Aufwertung des Jahrmarkts durch die neuen Organisatoren?

Geschäftsführer Sascha Zwirblis ist der Überzeugung, dass die Bürger trotz oder gerade wegen Corona-Krise und Ukraine-Krieg Lust darauf haben, "sorgenfrei durch die Innenstadt zu flanieren". Ein Kinderkarussell werde es zusätzlich zu den Verkaufsständen in den Muslen geben, mit besonderer Marmelade oder portugiesischen Spezialitäten werde das bewährte Marktangebot etwas hochwertiger ausfallen. Weitere Neuerungen und Aufwertungen seien für die Zukunft angedacht, sagt der Geschäftsführer, wenngleich es grundsätzlich schwierig sei, "ganz exklusive Sachen" zu bekommen.

GVO hofft auf neues Publikum

Auf Aufwertungen des Jahrmarkts freut sich auch Gunter Welzer, stellvertretender Vorsitzender der Handelssparte Schwenningen beim Gewerbeverband Oberzentrum (GVO). Für Schwenningen wäre es wichtig, ein anderes beziehungsweise breiteres Publikum zu gewinnen. "Es wäre gut, wenn wir das über den Jahrmarkt hinbekommen", meint Welzer, der den zusätzlichen Verkaufstag als existenziell wichtig für den Handel hält, um die Kauflaune anzuregen. Das spürt auch er als Inhaber des gleichnamigen Einrichtungshauses an der Kronenstraße.

Modehaus Zinser wünscht sich vier Verkaufssonntage

Derselben Meinung ist auch Thomas Caster, der die Schwenninger Filiale des Modehauses Zinser leitet. "Für uns ist der Tag sehr wichtig, um nach dem Lockdown und den beiden ausgefallenen Frühjahrs-Verkaufssonntagen Umsatz wieder gutzumachen." Und er geht noch einen Schritt weiter: "Ich bin der Meinung, dass vier zusätzliche Verkaufstage gerade im Hinblick auf die derzeitige Lage der Schwenninger Innenstadt gut tun würden, um endlich wieder die Frequenz zu erhöhen." Dabei wäre es wichtig, so Caster, dass es anlassunabhängige Tage gebe – "für den stationären Handel, um sich vom Online-Handel abzuheben."

"Proaktiv" mit wegfallender Maskenpflicht umgehen

Der ab Sonntag wegfallenden Maskenpflicht begegne man beim Modehaus "proaktiv und sensibel": Den Mitarbeitern sei es selber überlassen, weiterhin eine Maske zu tragen, für ein Kundengespräch werde der Kunde stets gefragt, ob der Verkäufer eine Maske aufziehen soll oder nicht. Das Hygienekonzept des Hauses, unter anderem mit Plexiglas an der Kasse, bestehe weiterhin, um eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten. "Es wird auf jeden Fall eine Übergangszeit geben", meint der Geschäftsführer hinsichtlich dieser einschneidenden Regelung.

Geschlossenes Parkhaus als Hindernis?

Was Thomas Caster im Hinblick auf Sonntag vielmehr Kopfzerbrechen bereite, das sei das gesperrte Parkhaus am City-Rondell, in dem wie berichtet derzeit Sanierungsarbeiten stattfinden. "Für den Sonntag ist es eine Katastrophe", meint er in Sachen mögliches Parkchaos, unter dem die ganze Stadt leiden werde, und hofft, dass die Stadt entsprechende Hinweisbeschilderung beziehungsweise ein Parkleitsystem anbringt.

Händler des City-Rondell entscheiden individuell

Sarah Leberle, Managerin des City-Rondells, verweist derweil auf das Parkhaus in der Alten Herdstraße hinter dem Muslenplatz. Das Centermanagement und die Einzelhändler freuten sich darauf, auch rückblickend auf die andauernden pandemiebedingten Einschränkungen, dass der Verkaufstag wieder stattfinden könne, und "uneingeschränkt für die Kunden da zu sein". Bei der wegfallenden Maskenpflicht werde man das Hausrecht für eigene Maßnahmen nicht in Anspruch nehmen. "Der Zutritt ins Center ist dann ohne Maske möglich. Es ist den einzelnen Mietern und Kunden überlassen, ob sie weiterhin eine Maske tragen möchten."

Sport Müller-Mitarbeiter tragen weiterhin eine Maske

Für das Fachgeschäft Sport Müller lauten die Regeln hingegen anders, zumindest, was die Mitarbeiter betrifft: Diese werden nämlich noch bis in den Mai hinein weiterhin eine Maske tragen, wie eine Verkäuferin berichtet. An der Uhlandstraße endet übrigens am Sonntag eine Ära: Mit reichlich Sonderangeboten wird die Fashion-Filiale von Sport Müller das letzte Mal ihre Türen öffnen und dann aus dem Gebäude endgültig ausziehen.

Die Bücherstube bleibt am Sonntag geschlossen

In der Marktstraße wird mit dem verkaufsoffenen Sonntag unterschiedlich umgegangen: Während Natascha Licciardello ihr Geschäft "Coffee, Tea, Candies and more" öffnet und hofft, einige Osterartikel an den Mann zu bringen, wird Claudia Seyfried ihre Bücherstube geschlossen lassen. Sie geht von zu wenig Frequenz in der Marktstraße aus. Die wegfallende Maskenpflicht betrifft sie also erst ab Montag. "Es ist bisher schwierig zu sagen, wie wir es am besten handhaben", findet sie zumindest im Hinblick auf sich und die übrigen Mitarbeiter. Wahrscheinlich werde man anfangs situationsabhängig entscheiden. "Wir müssen erst wieder in die neue Situation hineinfinden."