Kein Durchkommen: Der letzte Freiwurf der Nagolderinnen durch Aline Rau landete letztlich im mächtigen Block der Bietigheimerinnen. Foto: Hofmann

Entscheidung in letzter Sekunde: Die Handballerinnen des VfL Nagold schnuppern lange an der ganz großen Überraschung. Die letzte Szene entscheidet.

Nur knapp verpassten die Handballerinnen des VfL Nagold einen Coup. Letztlich aber musste sich der Aufsteiger nach der klaren Niederlage in Leonberg auch der SG BBM Bietigheim II geschlagen geben. Zu keinem Zeitpunkt war es zuvor einem der beiden Teams gelungen, sich entscheidend abzusetzen.

 

Der VfL hält bis zum Schluss stand

Schon zur Pause stand es 11:11. Und die zweite Hälfte ging genauso spannend weiter. Bis zum großen Showdown in der Schlussminute: Mit Start der letzten Minute stand es noch 26:26. Dann verwandelte Bietigheim einen Siebenmeter und netzte zum 26:27 ein.

Nach Ballverlust der Nagolderinnen war erneut Bietigheim im Spiel. Der Angriff scheiterte, und so hatte der VfL noch wenige Sekunden Zeit, um doch noch zum Ausgleich zu treffen. Bietigheim stoppte den Nagolder Angriff schnell. Da war die Spielzeit abgelaufen, und Nagold hatte jetzt noch die Minimalchance, den Ausgleich mit einem direkten Freiwurf zu erzielen. Statistisch gesehen gelingt dieses Kunststück, ein Tor aus dem Stand über den gegnerischen Block hinweg zu erzielen, äußerst selten. Und so landete auch Aline Raus Treffer in den Fängen des Abwehrblocks. Und Nagold musste sich geschlagen geben.

Hängende Köpfe

Im Anschluss sahen die rund 200 Zuschauer in der Bächlenhalle – unter ihnen auch Nagolds OB bei seiner Verbandsliga-Premiere – jede Menge hängende Köpfe und leere Gesichter aufseiten des VfL Nagold. Umso euphorischer feierte die SG BBM 2 ihren Sieg. Wohlwissend, dass der hart erkämpft war. Die Gegenwehr der Nagolderinnen war deutlich größer, als der unangefochtene Spitzenreiter der Verbandsliga nach dem deutliche Hinrundensieg in Bietigheim (26:16) hatte annehmen können.

Richtig gutes Handballspiel

Das so knapp verlorene Spiel trübte auch ein wenig die Stimmung im Publikum. Dennoch war den aufmunternd applaudierenden Zuschauern bewusst, dass sie hier ein richtig gutes Handballspiel und ein Heimteam gesehen hatten, das alles gegeben hat.

Markus Renz, Coach der Nagolder Frauen, sah das Spiel wegen einer Sperre ebenfalls von der Zuschauertribüne aus. Die Niederlage schmerzte auch ihn. Jedoch zollte er seinem Team und seiner Vertretung auf der Bank, Sven Adamski, Respekt. „Das war ein wirklich gutes Spiel“, sagt er danach. Und es sei furchtbar gewesen von oben zuzuschauen und nicht aktiv als Coach auf der Bank daran teilnehmen zu können.

Markus Renz lobt sein Team

Seiner Mannschaft bescheinigt er eine gute Abwehr, einen guten Kampfgeist – „und die Torhüterinnen waren heute echt auch wieder gut drauf“. Renz stellt aber auch klar: „Die stehen ja nicht umsonst da oben.“ Bietigheim habe eben auch eine echt gute Abwehr gestellt und bei Ballverlusten schnell in den Angriff umgestellt. „Letztlich ist das Bietigheim eben einmal mehr gelungen als uns.“

Bietigheim sehr clever

Dabei hatte der VfL Nagold im Verlauf des Spiels auch mehrfach vom Sieg träumen können. Zwar startete Bietigheim sowohl in das Spiel als auch in die zweite Hälfte besser als Nagold, lag zum Teil bis zu drei Tore vorne. Doch der VfL kämpfte sich immer zurück, und war auch selbst mehrfach in Führung. Zehn Minuten vor dem Spielende lag Nagold gar mit 23:21 vorne. Doch in den letzten zehn Minuten spielte Bietigheim die Partie clever zu Ende.

Die Partie gibt Hoffnung

„Das war ein großer Kampf“, verdeutlicht Renz. Und er hofft, dass sein Team in der nächsten Woche wieder so auftritt. Fazit Renz: „Das Spiel gibt auf jeden Fall wieder Hoffnung. Es war von allem her ein gutes Spiel von uns.“

VfL Nagold – SG BBM Bietigheim II 26:27 (11:11)

VfL Nagold: Denisa Ciornei und Julia Völpel im Tor, Alisa Kübler (8), Alena Wolf (4), Aline Rau (4), Luisa Eipper (4), Sarah Kunz (2), Aileen Hofmann (2), Lisa Weiß (1), Tirza Theurer (1), Sophie Reime, Janina Koch und Marlen Dengler.