Schulleiter Christian Schenk (links) und Thomas Rautenstrauch mit dem Gemälde "Zwei Gesichter".Fotos: Huber Foto: Schwarzwälder Bote

Auslobung: Gymnasium Ebingen vergibt einen Kunst- und Kulturpreis zu Ehren von Ekkehart Rautenstrauch

Kunst und Kultur werden am Gymnasium Ebingen mit einem Preis gefördert. Dieser ist eine Hommage an den ehemaligen Ebinger Schüler und Künstler Ekkehart Rautenstrauch. Dotiert ist der Preis mit 500 Euro.

Kunst und Kultur werden am Gymnasium Ebingen mit einem Preis gefördert. Dieser ist eine Hommage an den ehemaligen Ebinger Schüler und Künstler Ekkehart Rautenstrauch. Dotiert ist der Preis mit 500 Euro.

Albstadt-Ebingen. Das Gymnasium Ebingen lobt künftig einen Kunst- und Kulturpreis aus und ehrt damit den Künstler Ekkehart Rautenstrauch, der von 1954 bis 1962 Schüler am Gymnasium Ebingen war. Sein Abitur liegt damit knapp 60 Jahre zurück.

Der Preis wird erstmals im neuen Schuljahr am 20. Februar 2022 an Schüler vergeben, die herausragende Leistungen in den Bereichen Kunst und Kultur am Gymnasium Ebingen zeigen. Die Preissumme ist auf 500 Euro dotiert. Im Kuratorium, das den Preis vergibt, sollen zwei Lehrkräfte, der Schulleiter und zwei von der Familie Rautenstrauch benannte Mitglieder sitzen. Dieses Gremium gibt dann auch ein Thema vor, mit der sich potenzielle Preisträger nachweislich beschäftigt haben müssen. Im ersten Jahr soll die Aufgabe sein, ein achtsames Miteinander nach der Corona-Zeit neu voranzutreiben. Das Motto lautet: "MENSCHEN verbinden!"

Am Montag stellte Schulleiter Christian Schenk den Preis im "Grünen Klassenzimmer" des Gymnasiums vor, das gleichzeitig offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Es wurde im laufenden Schuljahr – sofern es die Coronapandemie zugelassen hat –­zwar schon rege genutzt, doch eine offizielle Einweihungsfeier, stand coronabedingt noch aus. Auch ehemalige Mitschüler Ekkehart Rautenstrauchs und seine Brüder Thomas und Hubertus kamen zur Feierstunde und lauschten der Musik der Schülerband, geleitet von Jürgen Schnitzler.

Thomas Rautenstrauch übergab der Schule ein Kunstwerk aus den künstlerischen Frühzeiten seines Bruders, das den Titel "Zwei Gesichter" trägt. Kunstlehrerin Ljiljana Babic interpretierte Gemälde aus dem Jahr 1968 und gab Einblicke in die verwendeten Techniken und das Deutungspotenzial des Kunstwerks.

Abiturfeier wurde wegen "Lausbüberei" untersagt

"Ekkehart Rautenstrauch hatte nicht immer eine Eins im Fach Bildende Kunst", verriet Schulleiter Schenk. Dennoch wurde er Künstler und studierte nach bestandener Reifeprüfung 1962 drei Jahre lang Malerei an der Kunstakademie in Stuttgart. Anschließend zog er nach Paris. Bis zu seinem Lebensende blieb er in Frankreich. Er starb am 3. Januar 2012 in Nantes.

Der ehemalige Klassensprecher Wolfgang H. Otto und Rautenstrauchs Mitschüler Richard Kailer teilten Erinnerungen aus der gemeinsamen Schulzeit. "Wir waren keine brave Klasse", hieß es von den beiden. Aufgrund ihrer "Lausbüberei" sei damals die offizielle Abiturfeier von der Schule "aus erzieherischen Gründen" untersagt worden. Stattdessen ging es für die Klasse in einen selbst organisierten zweiwöchigen Skiurlaub nach Grindelwald in die Schweiz – für wohlgemerkt insgesamt nur 250 Deutsche Mark.

Kailer erinnerte sich an die erste Kunstausstellung Rautenstrauchs, die dieser mit nur 17 Jahren veranstaltete. Wie sein Schulfreund ist auch Kailer Künstler. Schon in jungen Jahren sei Rautenstrauch künstlerisch und musikalisch interessiert gewesen: "Er wollte von Anfang an freischaffender Künstler werden", wusste Kailer. "Es war eine unwahrscheinlich tolle Zeit", resümierten die Redner ihr Dasein am Gymnasium Ebingen.

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