Beim Kreiskrankenhaus-Areal sind noch keine Entscheidungen getroffen. Es gibt aber einen Interessenten, der dort möglicherweise 50 Millionen Euro investieren will – auch in ein Hotel.
Einen geschlossenen Vertrag gibt es noch nicht, doch die Gerüchteküche rumort in Schramberg hinsichtlich des Verkaufs des Krankenhaus-Geländes an einen Investor. Und es gibt auch Vorstellungen, wie sich der Gewinner des Investorenwettbewerbs, den die Stadt ausgeschrieben hatte, das Areal künftig vorstellen könnte. Diese wurden im Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung jüngst präsentiert.
Teilabriss geplant
Vorstellen könnte sich der Investor, der wohl rund 50 Millionen Euro in Schramberg für die Maßnahme plant, einen Abriss des früheren Behandlungstrakts des Krankenhauses, der in Richtung Norden steht. West- und Ostflügel könnten als eigenständige Einheit weiterbestehen – geplant ist in einem der Bereiche auch ein Hotel – nicht das erste Mal übrigens.
Ähnliche Summe nicht neu
Auch Investor Peter Züllig, der mit seiner Camedi Real Estate zunächst mit Sitz am Vierwaldstätter See in der Schweiz, vor zehn Jahren das Ensemble erworben hatte, hatte einst eine ähnliche Summe zur Verwirklichung eines Wellness-Resorts angekündigt, dann aber das Interesse verloren.
Vom Vertrag zurückgetreten
Zwischendurch war ein Umbau in eine Flüchtlingsaufnahmestelle ins Gespräch gekommen, nachdem ein Berliner Investor bei Camedi eingestiegen war, diese später aber wieder verlassen hatte. Die Stadt Schramberg war dann auch vom Kaufvertrag zurückgetreten. 2020 war schließlich von der Stadt ein Investorenauswahlverfahren auf den Weg gebracht worden, an dessen Ende ein Bieter übrig blieb.
Mehrere Einheiten
Vorstellen könnte sich der jetzige Bieter neben Veränderungen im bestehenden Bereich eine Bebauung der bisherigen Parkfläche unterhalb der Villa Junghans und deren „Burghof“. Hier wurden mehrere mehrgeschossige Einheiten in einem Modellentwurf vorgestellt. Auch im Bereich des bisherigen Behandlungstrakts sieht das Modell solche Gebäudearten vor, die jeweils mehrere Wohneinheiten umfassen sollen. Während sich südlich im bisherigen Park diese parallel direkt hinter der Bebauung der Schillerstraße befinden, sind sie im nördlichen Bereich in Richtung Weihergasse gestaffelt.
Umgebungsschutz wichtig
Deutlich macht Schrambergs Ehrenbürger und Gut-Berneck-Eigentümer Hans-Jochem Steim, der vergangene Woche sagte, dass die Stadt ihn noch nicht über die Pläne informiert habe und dass zu beachten sei, dass das Gut Berneck unter Denkmalschutz stehe: „Da kann man wegen dem sich daraus ergebenden Umgebungsschutz nicht beliebig darum herum bauen.“ Er werde gegebenenfalls Einspruch einlegen, kündigte er für den Fall an, dass dieser Schutz nicht eingehalten werde.
„Für Schramberg gerettet“
Er habe Gut Berneck für Schramberg vor dem Verfall gerettet. „Es wäre ein Jammer, wenn der Gemeinderat dieses denkmalgeschützte Gebiet jetzt noch mehr eingrenzt und dieses einmalige architektonische und städtebauliche Ensemble kaputt macht,“ sagt Steim. Schon mit Krankenhaus und Personalwohnheim seien von früheren Gemeinderäten schlechte Entscheidungen getroffen worden.
Fehler als ein Mahnmal
In heutiger Zeit gehe man sensibler mit seiner Heimat um. Vom Gut Berneck ein Stück abzureißen, um das Personalwohnheim zu erstellen, wie es gemacht worden sei, das wäre heute Gott sei Dank nicht mehr möglich. „Die Gemeinderäte von damals leben nicht mehr, aber die Fehler bleiben bestehen als Mahnmal, nicht weitere Fehler zu begehen,“ schließt Steim.