Die Guldenbrücke soll saniert werden. Das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Stadt Bad Wildbad haben einen Plan für die Sanierung und die Umleitung entwickelt. Das ist auch nötig, denn die Autofahrer müssen eine Umleitung in Kauf nehmen. Besonders hart trifft es den Schwerlastverkehr.
Wir schreiben das Jahr 2019, die Guldenbrücke auf der Landstraße 351 zwischen Bad Wildbad und Enzklösterle wird für zwei Tage aufgrund von Prüf- und Erkundungsarbeiten gesperrt. Seitdem ist klar: Die Brücke muss saniert werden.
Nach Informationen des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP) soll die Verkehrssicherheit durch gezielte Sanierungen an der Brücke und durch Ausbau der angrenzenden Straßenabschnitte verbessert werden. Der Überbau wird verbreitet und die vier Flügelwände verlängert, die Straßenabschnitte vor und nach der Brücke sollen in Höhe und Breite angepasst werden, teilt Lilly Börstler, stellvertretende Pressesprecherin des Regierungspräsidiums, auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Planung noch nicht abgeschlossen
„Bislang wurde ein Baubeginn 2024 angestrebt“, jedoch „kann sich der Baubeginn noch auf das Jahr 2025 verschieben“, so Börstler weiter. Zwar verlaufe die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Wildbad gut, jedoch seien „die Planung und Abstimmung noch nicht ganz abgeschlossen“. Außerdem wolle man vermeiden, in der Winterzeit mit der Baumaßnahme zu beginnen.
Bei einer geschätzten Bauzeit von zwölf Monaten bedeutet das Vollsperrung und Umleitung für den Straßenverkehr. Die noch länger geplante Bauzeit überrascht, schließlich sollten die Arbeiten ursprünglich nur neun Monate dauern. Für den Schwerlastverkehr ist eine großräumige Umleitung über die B 294 geplant.
Autofahrerfreundliche Lösung
Und für Autofahrer, ÖPNV und Rettungswagen? „Eine autofahrerfreundliche Lösung“ sollen zwei temporäre Einbahnstraßen je östlich und westlich der Brücke bilden. Fahrer aus dem hinteren Enztal werden ab der Kläranlage parallel zur Enz über den Enztalradweg geleitet. Von Bad Wildbad kommend werden die Fahrer über den Lautenhofweg, Wannenweg und abzweigend über einen „Rückeweg“ der Forstverwaltung, bis zum CVJM-Haus geleitet.
Dieses Teilstück soll dementsprechend baulich hergerichtet werden, so Börstler. „Der Radverkehr wird nach aktueller Planung während der Bauzeit [...] mit dem Kfz-Verkehr[...] mitgeführt“, teilte das RP mit. Die Strecke wird „entsprechend geschwindigkeitsbegrenzt“. Die Pläne sind in enger Abstimmung mit der Wildbader Forstverwaltung und dem Naturschutz entstanden.
Beste Lösung
Schon 2017 musste der Straßenabschnitt gesperrt werden. Nach langen und hitzigen Diskussionen zwischen dem RP und dem damaligen Bürgermeister Klaus Mack wurde sich damals auch für die Waldwege als Umleitung für Anlieger und Rettungsverkehr entschieden. Seinerzeit wurde diese Alternative eher als pragmatisch angesehen. Für Bürgermeister Marco Gauger die beste Lösung. „Für die Bevölkerung“ , so Gauger, „halte ich die Zumutbarkeit einer großräumigen Umleitung für ausgeschlossen“, weswegen er „sehr dankbar“ für die enge Mitarbeit und die so entstandene Lösung ist.
Auf Nachfrage, ob Besucher von der Umleitung abgeschreckt werden könnten, meinte er lediglich, dass „eine gute Erreichbarkeit gewährleistet sein wird“.
Sind die Arbeiten erledigt, sollen die Umleitungsstrecken rückgebaut werden. Insgesamt werden die Kosten für Sanierung und Aufbereitung der Umleitungsstrecken „auf rund drei Millionen Euro geschätzt“, so das RP. „Die Kosten für die Baumaßnahmen übernimmt der Träger der Straßenbaulast, also das Land Baden-Württemberg.“, erklärte Gauger.