Bei der Polizei liegen keine Informationen zu angeblichen Schüssen in Rottweil vor. (Symbolfoto) Foto: Nölke

In den sozialen Netzwerken kursiert zurzeit das Gerücht, dass am Freitag ein Mädchen in Rottweil angeschossen worden sei. Was steckt wirklich dahinter?

Rottweil - "Zwischen 18.15 und 18.45 Uhr wurde Vladis kleine Schwester angeschossen", heißt es in einer Sprachnachricht, die über den Messenger-Dienst WhatsApp die Runde macht. Der unbekannte Ersteller dieser Nachricht warnt davor, in nächster Zeit illegale Dinge in Rottweil zu tun, da die Polizei nun in Alarmbereitschaft stehe und vermehrt Menschen kontrollieren würde.

Beim zuständigen Polizeipräsidium in Konstanz ist die Verwunderung darüber jedoch recht groß: "Dazu ist uns überhaupt nichts bekannt", heißt es am Samstagmorgen aus dem Führungs- und Lagezentrum. Es gebe zwar Sachverhalte, von denen die Polizei erst später erfahre, das sei aber bei einem solchen Delikt eher unwahrscheinlich. Es habe auch keinen anderen Einsatz in Rottweil gegeben, bei dem es zu Schüssen kam.

Ob es sich bei den Gerüchten also um einen schlechten Scherz handelt? Die Polizei versicherte jedoch, "wenn weitere Informationen vorliegen, werden wir diese überprüfen".

Update: Am Samstagabend meldeten die Beamten einen Vorfall, der die Ursache für das Gerücht sein dürfte.

Info: "Häufig weitergeleitet"

WhatsApp hat einen eingebauten Schutzmechanismus: Wird eine Nachricht - egal ob Text, Bild, Video oder Sprachnotiz - sehr oft geteilt, wird dies dem Empfänger angezeigt. Am oberen Rand der Nachricht erscheint dann ein Weiterleitungs-Pfeil und der Text "Häufig weitergeleitet". So sollen Menschen schnell erkennen können, ob es sich bei der Nachricht möglicherweise um einen Kettenbrief oder ähnliches handelt. Bei der betreffenden Nachricht ist das bereits der Fall, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass bereits unzählige Menschen das Gerücht zugeschickt bekommen haben.

Ein weiterer Mechanismus sorgt dafür, dass solche Kettenbriefe nur noch an eine Person weitergeleitet werden können. So möchte der Messenger-Dienst verhindern, dass Fake-Nachrichten sich schneller verbreiten.

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