Einstimmig hat der Gemeinderat Bitz den Haushalt 2024 verabschiedet und dabei vorausschauend Schwerpunkte auf die notwendigsten Investitionen in Kinderbetreuung und Infrastruktur gelegt.
Gute Nachrichten hatte Kämmerin Raphaela Gonser zur Gemeinderatssitzung im Gepäck: Erstmals knackt der Bitzer Haushalt die zehn Millionen Euro-Marke. Der Ergebnishaushalt sieht ordentliche Erträge in Höhe von 10 002 400 Euro und ordentliche Aufwendungen von 9 693 010 Euro vor. Das bedeutet, dass der Haushalt ausgeglichen ist und mit einem positiven Ergebnis von 309 390 Euro abgeschlossen werden kann.
Personalkosten und Kreisumlage steigen deutlich an
Aus eigener Kraft könnte die Gemeinde den Haushalt aber nicht stemmen. Für 2024 sind knapp 2,85 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen eingeplant, eine Kreditaufnahme ist dennoch unvermeidlich. Der investive Teil des Gesamtfinanzhaushalts weist Einzahlungen von 1 220 300 Euro und Auszahlungen von 5 399 000 Euro aus. Das Delta aus den investiven Zahlungen zuzüglich des Zahlungsmittelüberschusses wird durch geplante Kredite von 1,5 Millionen Euro und durch Eigenmittel gedeckt. Der Stand an liquiden Mitteln zum Jahresende 2023 beträgt 2 071 881 Euro.
Seit 2023 schießen die Personalkosten unaufhaltsam in die Höhe – um fast zehn Prozent auf 250 000 Euro. Dieser Anstieg resultiert aus der Entgelterhöhung zum 1. März 2024, die eine Erhöhung von 5,5 Prozent und einen Sockelbetrag von 200 Euro pro Person vorsieht. Ein erheblicher Posten ist auch die Kreisumlage: Sie beträgt in 30,3 Prozent – „nur“ um 2,7 Prozentpunkte erhöht, statt der ursprünglich vom Landrat anvisierten sechs bis sieben Prozent.
Große Posten stehen bei Instandhaltung und Investitionen auf dem Plan
Bei den Unterhaltungsmaßnahmen stehen als größere Aufgaben die Ersetzung der Rolltore im Bauhof für 45 000 Euro, der Ersatz der Brandmeldeanlage im Bildungszentrum für 43 000 Euro, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED für 85 000 Euro – der Zuschussantrag für 35 000 Euro ist gestellt – und 35 000 Euro für die Sanierung der Mauer am Südeingang des Friedhofs.
Bei den Investitionen ist die Kindertagesstätte in der Wilhelmstraße der größte Brocken. Mit dem Innenausbau geht es laut Bürgermeister Hubert Schiele gut voran. In drei Wochen werden die Fenster eingebaut. Nach jetzigem Stand könne der Einweihungstermin im Oktober gehalten werden. Im Gairenweg 14 werden die baufälligen Balkone erneuert. Dafür waren 30 000 Euro bereits im Haushalt 2023 eingestellt.
Der Bewegungsparcours im Garten der Alten Schule als Ersatz für die Boule- und Bocciabahn beim ehemaligen Turnerheim ist mit 46 000 Euro kalkuliert, und für die Netzversorgung im Zentrum sind 140 000 Euro veranschlagt. Eine PV-Anlage auf der Mensa für 85 000 Euro und auf der Aussegnungshalle für 21 500 Euro wurden ebenfalls in den Haushalt aufgenommen. Hinzu kommen 140 000 Euro für den Straßenbau landwirtschaftlicher Wege sowie zwei weitere barrierefreie Bushaltestellen in der Moltke- und Wilhelmstraße. Kostenansatz: 93 500 Euro mit einem Zuschuss von 66 000 Euro.
Großes Lob: Auch für Fachfremde ist das Zahlenwerk verständlich
Gemeinderat Frank Hohnwald sprach für die Fraktion Bitzer Bürger Raphaela Gonser und Hubert Schiele seinen Dank für das 316 Seiten große Zahlenwerk aus. Die Aufarbeitung sei so übersichtlich, dass auch ein Nichtverwaltungsfachmann sie gut nachvollziehen könne.