Die Wahl beim Fleischgericht fällt auf das Planksteak Rinderfilet, das als schwedische Spezialität gilt. Das Fleisch ist super zart und mundet unserem Redakteur Janosch Lübke. Foto: Haller

Im Sulzer Traditionsbetrieb ist wieder kulinarisches Leben eingekehrt. Seit dem 1. März bietet die Familie Aosse als neuer Pächter Steak-Spezialitäten, Pasta und mediterrane Küche an. Doch wie schmeckt es im neuen Restaurant? Unsere Redaktion hat gekostet.

Dem größten Lahrer Stadtteil fehlt es an Gastro-Angeboten. Wer keinen Döner bei Mustafa Uztopal essen will und gerade auch keine Lust auf die griechische Küche beim Naturbad hat, hat auch schon alle möglichen Angebote durch. So war es zumindest bis zum 1. März. Seitdem gibt es an der Sulzer Dammenmühle wieder ein Restaurant. Unsere Redaktion hat gecheckt, ob sich ein Besuch in dem traditionsreichen Gebäude lohnt.

 

Parken: Am Donnerstagabend ist in der Gaststätte, zumal zeitgleich der SC Freiburg spielt und Fußball in der Dammenmühle nicht übertragen wird, nicht sonderlich viel los. Nur wenige Autos stehen auf dem Parkplatz. Das Ausmaß der Fläche zeigt, dass noch mehr Kapazitäten bestehen. Auch an Tagen mit mehr Betrieb lässt sich bequem fast direkt bis zum Eingang fahren.

Auswahl: Die Speisekarte ist schlicht. Es gibt als Vorspeisen Wurstsalat, Knoblauchbrot oder Frühlingsrollen. Als Hauptgericht bietet die Dammenmühle schwedische Fleischspezialitäten, Fisch und Pasta an. Vegetarier haben kaum eine Wahl: Nur eine Nudelvariation und den griechische Salat mit Schafskäse gibt es ohne Fleisch.

Die Auswahl für Vegetarier ist begrenzt. Die vegetarische Pasta ist allerdings sehr lecker. Foto: Haller

Vorspeise: Die Wahl des Autors fällt auf das Knoblauchbrot, das als große Portion für nur vier Euro angeboten wird. Die Wahl war ganz offensichtlich gut: Das Brot kommt frisch aus dem Ofen, ist weich, fluffig und mit der idealen Menge an Knoblauch und Gewürzen versehen. Die Vorspeise ist somit gleich zu Beginn des Abends die größte kulinarische Überraschung. Das Knoblauchbrot ist eine große Stärke des neuen Pächters in Sulz. Der kleine Salat für die Begleitung kann ebenfalls überzeugen.

Hauptgericht: Mit der Wahl des Hauptspeise geht es kulinarisch gesehen nach Skandinavien. Die Dammenmühle bietet eine größere Auswahl an schwedischen Planksteaks an. Die Wahl fällt auf das Rinderfilet. Schon vor dem ersten Bissen fällt auf, dass das Gericht optisch fein hergerichtet ist. Es wird auf einem Holzbrettchen serviert und das Kartoffelpüree ist leicht geröstet. Das zarte Fleisch zergeht förmlich auf der Zunge. Dazu gibt es Rahmsoße, die allerdings mit Kapern sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft. Die Portion hat die richtige Größe. Auch ohne Vorspeise oder Nachtisch lässt sich im Sulzer Traditionslokal gut satt werden. Die Begleitung bekommt eine sehr große Portion vegetarische Pasta mit frischen Zutaten. Sie ist nicht zu weichgekocht und es gibt cremige Soße dazu. Die Pasta ist rundum gelungen.

Nachtisch: Zum Abschluss folgt die Enttäuschung des Abends. Die Auswahl an Desserts ist klein und die Wahl fällt auf den Apfelstrudel mit Vanillesoße. Der Apfelstrudel ist kalt und die Soße schmeckt nach Fertigprodukt. Die Dammenmühle hat ihre Stärken nicht im Bereich der Nachspeisen.

Der Apfelstrudel mit Vanillesoße überzeugt nicht ganz. Das Gericht ist nicht mehr warm und daher wohl nicht frisch zubereitet. Foto: Haller

Service: Die Bedienung hat am Donnerstagabend bei nur wenigen Gästen genug Zeit, um sich um den Besuch unserer Redaktion zu kümmern. Bei voller Auslastung könnte der Service sicherlich knapper ausfallen. So ist die Bedienung sehr aufmerksam und fragt immer wieder nach, ob alles in Ordnung ist. Auch der Blick fürs Detail stimmt: Als der Nachtisch serviert wird, rutscht die Gabel in die Vanillesoße. Sofort möchte die Bedienung ohne Nachfrage eine neue bringen. Dies war schließlich nicht notwendig, denn die alte Gabel lässt sich auch abwischen. Es wurde allerdings sehr aufmerksam reagiert.

Fazit: Der Kommentar am Nebentisch fasst den Abend gut zusammen: „Das war sehr lecker. Ich würde gerne einmal den Koch kennenlernen“, sagt eine Frau. Und zudem war das Essen preiswert: Für zwei Personen mit zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichten, einem Dessert und zwei Getränken – zum Fleisch gibt es das kultige Dammenbräu, dass einem Zwickelbier ähnlich ist – stehen schließlich weniger als 70 Euro auf der Rechnung. Wir kommen gerne wieder.

Keine Kartenzahlung

Ein Makel zeigt sich bei der Bezahlung: Derzeit ist es noch nicht möglich, per EC-Karte die Rechnung zu begleichen. Es muss die Barzahlung sein. Gerade für Sulzer ist das unpraktisch. Denn im Ortsteil gibt es keinen Geldautomaten mehr, nur beim Edeka-Markt kann abgehoben werden. Eine längere Fahrt in die Stadt ist also vor dem kulinarischen Vergnügen wohl notwendig.