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Fußballcamp in Waldmössingen begeistert erstmals im Sommer

Im 25. Jahr bietet Marc Digeser Fußballcamps für Kinder und Jugendliche im Kreis Rottweil an. Dabei geht es ihm um mehr, als nur das Spiel mit dem runden Leder zu vermitteln oder neue Stars zu entdecken – gerade jetzt nach der Corona-Zeit.

Schramberg-Waldmössingen. "Okay, das könnte missverständlich sein", sagt der in hiesigen Fußballkreisen altbekannte Marc Digeser lachend zu dem "Neu", das auf dem Infoflyer seiner Fußballschule neben dem Termin in Waldmössingen geschrieben steht. Denn in den Schramberger Ortsteil kam Digeser Anfang dieser Woche bereits zum 17. Mal. "Neu ist, dass wir erstmals im Sommer statt zu Pfingsten hier sind", sagt der Fußball-Experte mit Trainerschein, der bis jüngst als sportlicher Leiter beim FV 08 Rottweil tätig war und hauptberuflich in der Gesundheitsförderung bei der AOK arbeitet.

Ein 18. Mal wird es, wenn es nach ihm geht, sofort geben: "Die Kooperation mit dem SV Waldmössingen ist großartig, hier gibt es die perfekte Infrastruktur mit Spielplatz, Sportplatz und nebenan dem Erlebnisbauernhof", erklärt er. Dieser werde neben den Einheiten am Ball im Lauf der drei Camptage von den 17 jungen Teilnehmern zwischen sechs und 14 Jahren, die aus Schramberg und Umgebung stammen, ebenfalls besucht. "Zum Umgang mit Natur und Tieren können sie dort drüben viel lernen. Es ist doch schön, wenn wir da auch gleich Werte abseits des Fußballs vermitteln können."

Nach den Absagen 2020 war es an Pfingsten noch kompliziert gewesen, ansprechende Trainings- und Spielkonzepte für die da noch vorgegebenen Zweierteams zu entwickeln. Dennoch sei es "gigantisch" gewesen zu sehen, wie die Kinder Spaß hatten. "Manche waren seit sieben Monaten nicht draußen, geschweige denn, dass sie mit anderen Kindern Fußball gespielt hätten." Daher auch sein Appell: "Egal was kommt – die Kinder und Jugendlichen brauchen die Sportarten im Freien. Die dürfen auf keinen Fall wieder zu einer Pause gezwungen werden und drin am PC versauern."

Inzwischen gebe es auf dem Rasen laut Verordnung keine Auswirkungen mehr, theoretisch sei nur noch das Masketragen im Innenraum vorgegeben. "Wir behalten aber ein Grund-Hygienekonzept bei", erklärt Digeser kurz vor Trainingsbeginn. Währenddessen verteilen Sohn Sorin und Tochter Samira Litzeier bereits die Trainingshütchen auf dem Sportplatz. "Sorin ist Teilnehmer, Samira hat auch schon den Trainerschein und hilft beim Camp", erzählt Digeser stolz, dass die Tochter nach ihrem Sportabitur dieses Jahr in diesem Bereich studieren möchte – und dem Fußball offenbar erhalten bleibt.

Dabei ist sie derzeit eher eine Ausnahme, erklärt ihr Vater. "Als ich angefangen habe, gab es noch keine Mädchen unter den Teilnehmern. In den Jahren um die Frauen-WM im eigenen Land 2011 herum merkte man an den Teilnehmerzahlen, das der Frauenfußball richtig gepushed wurde. Nun lassen die Verantwortlichen aber Federn und die Zahlen sind stark rückläufig." Das habe Digeser auch bei den Jugend-Damenmannschaften beim FV 08 bemerkt. "Und das ist wirklich ein Problem. Denn die Mädchen bereichern einfach den Sport und das Vereinsleben."

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