Benjamin Haug bleibt drei weitere Jahre Obmann der Calwer Unparteiischen. Der vermeldete in Neuweiler Überraschendes.
Die Schiedsrichtergruppe Calw zog bei ihrer diesjährigen Hauptversammlung im gut besuchten Sportheim des FC Neuweiler positive Bilanz. Wie Benjamin „Benny“ Haug ausführte wurden über 3350 Spiele geleitet, die Zahl der Unparteiischen ist im Berichtsjahr von 126 auf 150 angestiegen. Der Obmann rechnete dies diversen Werbe-Aktionen zu, aus denen er den Dialog mit den Vereinen besonders hervorhob. Vor zwei Jahren war die Situation noch auf der Kippe, viele Spiele konnten nicht besetzt werden.
Werbe-Aktionen ein voller Erfolg
„Wir haben uns mehrfach zusammengesetzt und gemeinsam überlegt wie wir den Abwärtstrend stoppen und die Situation für die Unparteiischen verbessern können“, erklärte Haug. „Die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse sollen auch zukünftig einmal im Jahr vertieft werden.“
Das gemeinsame Bemühen beschrieb der Obmann als ein „Vorzeigeprojekt“, aus dem er unter anderem eine Werbeaktion an einem Gymnasium in Calw-Stammheim als eine tolle Sache hervorhob. „Durch die neu gewonnenen Unparteiischen konnten wir den Altersschnitt von 42,3 auf 34 Jahre absenken“, stellte Haug fest. Das sei so niedrig wie noch nie.
Schwierige Anfangsjahre
Der Nachfolger von Ehrenobmann Erich Frey hatte unter äußerst schwierigen Bedingungen (Corona) vor drei Jahren die Führung der Schiedsrichtergruppe Calw übernommen. Inzwischen ist er etabliert, und es ist auch gelungen, die Mitstreiter im Ausschuss deutlich zu verjüngen. Ein insgesamt positiver Trend, denn selten hat man bei einer Hauptversammlung der Schiedsrichtergruppe Calw so viel Jugend angetroffen.
Vincent Schöller und Lauritz Hafner stechen heraus
Die ist auch leistungsmäßig auf dem Vormarsch. Vincent Schöller (Regionalliga und 3. Liga an der Linie) sowie Lauritz Hafner sind die neuen Aushängeschilder, Luca Fach und Christoph Görres sind auf einem guten Weg. Letztgenannter hatte sich auch um die Organisation der 90-Jahr-Feier der Schiedsrichtergruppe verdient gemacht.
Auch neben dem Platz ist viel los
Die macht inzwischen in Sachen Image auch einiges neben den Plätzen. Aus dem Bericht von Benjamin Haug ging hervor, dass dies von Ständen auf einem Weihnachtsmarkt, über eine erfolgreich an Fußballturnieren mitspielenden Schiedsrichtergruppe bis zur Durchführung von Binokel-Turnieren reicht.
Auch im Verband sieht’s besser aus
Manuel Dürr berichtete aus dem Verbands-Schiedsrichterausschuss. „Wir haben die Kurve bekommen und mehr Schiedsrichter ausgebildet, als wir verloren haben“, verwies Dürr auf insgesamt 46 Neulingskurse im Verbandsgebiet. Auch die Gewalt sei leicht rückläufig, aber so Dürr: „Jeder einzelne Fall ist einer zu viel.“
Er verwies darauf, dass die Schiedsrichter die Möglichkeit haben. ein Spiel bei aggressivem Fehlverhalten zweimal für fünf Minuten zu unterbrechen. Darüber hinaus kündigte er eine Erhöhung der Spesen an – mit Schwerpunkt für die im Jugendbereich aktiven Unparteiischen (bis 33 Prozent).
Dickes Lob vom Bezirks-Chef
Bezirkschef Roland Ungericht war mit einem dicken Lob für die Schiedsrichtergruppe Calw nach Neuweiler gekommen und ging auf den anstehenden Wandel durch die Strukturreform ein. Der Rückgang der Zahl der Mannschaften lässt sich nun mal nicht leugnen, was auch an den zahlreicher werdenden Spielgemeinschaften abzulesen sei. „Für die meisten Verein ändert sich wenig“, blickt Ungericht in die nahe Zukunft. Er zeigte sich überzeugt, dass die Vereine im neuen Bezirk schnell zusammenwachsen werden.
Strukturreform eine Herausforderung
Nicht betroffen davon ist die Landesliga, in der Bezirksliga sieht es nach einer Regelung mit zwölf Vereinen aus dem nördlichen Schwarzwald und sechs aus dem Kreis Calw aus. Ungericht wies darauf hin, dass die endgültige Zusammenstellung mit 17 oder 18 Mannschaften erst nach erfolgter Relegation feststehen würde. Ein weiterer Info-Abend dazu sei für die Vereine auf den 15. März im Sportheim in Rohrdorf geplant.
Norbert Brenner an der Spitze
Ein Blick in die Statistik zeigte Schiedsrichter-Urgestein Norbert Brenner mit 2500 Spielen an der Spitze, dahinter haben Klaus Gall und Thomas Glaser die 2000er-Marke erreicht. Nicht gefallen hatte Benjamin Haug die Zahl der Spielrückgaben. „Da müssen wir besser werden, das bereitet den Einteilern enorm viel Arbeit“, blickte der Obmann auf einen Minusrekord von 14,86 Prozent. Durchschnittlich habe ein Unparteiischer 25 Spiele geleitet, insgesamt konnten im Berichtsjahr 390 Spiele nicht besetzt werden.
Bei den Wahlen erhielt Benjamin Haug ein einstimmiges Votum für weitere drei Jahre. Neu in den Ausschuss gekommen sind Jannik Vollmer, Daniel Rentschler und Siegfried Schall. Aus dem Gremium verabschiedet wurden Christine Böttinger, Kai Reichert und Wolfgang Bastians. Mit dem Hinweis: „Nutzen Sie die verbleibende fußballlose Zeit, denn im März/April geht es wieder voll los“, beendete der Schömberger die Schiedsrichter Hauptversammlung 2024.