Beim AH-Turnier in Schapbach erleidet ein Spieler einen Herzstillstand. Drei Schapbacher Spieler leisten erste Hilfe. Einer von ihnen sagt: „Der wahre Held ist der Defibrillator.“
Die Vorkommnisse beim Schapbacher AH-Turnier am vergangenen Freitag haben hohe Wellen geschlagen. Während des Spiels des FC Kirnbach gegen den SC Kaltbrunn gegen Ende des Turniers bricht ein Spieler des FC Kirnbach zusammen, Aufregung herrscht.
Nicht der erste Fall
Die Schapbacher Spieler werden aufmerksam, Markus Mira, Michael Dittus und Alexander Thörmer eilen herbei und erfassen die Situation sofort. „Michael und ich hatten so einen Vorfall schon einmal, 2017 oder 2018 bei einem Turnier in Kaltbrunn“, erzählt Markus Mira, „deshalb wussten wir, was zu tun ist.“ Er und Michael Dittus wechselten sich mit der Herzdruckmassage ab, während Alexander Thörmer loseilt, um den Defibrillator zu holen. Vorbildlich in Schapbach: Das Gerät, das Leben retten kann, ist für jeden frei zugänglich und ohne große Probleme einsatzbereit.
„Das, was wir getan haben“, betont Markus Mira, „hätte jeder andere auch tun können. Eine Heldentat ist etwas Außergewöhnliches. Das als Heldentat zu bezeichnen, empfinde ich als dreifach überhöht.“ Denn für ihn ist der Defibrillator der Held. „Das Gerät spricht mit einem. Und dann macht man einfach alles Schritt für Schritt, was es sagt.“
Denn ein Defibrillator ist ein Gerät, mit dem jeder einen Menschen wiederbeleben kann, auch wenn er ängstlich ist. Deshalb ist es so sinnvoll, dass überall, wo Menschen zusammenkommen, ein solches Gerät einfach zugänglich ist. „Wir haben in Schapbach drei Stück auf relativ engem Raum“, erzählt Markus Mira. Am Sportplatz, im Freibad, in der Sparkasse kennt er jeweils einen.
Wichtigster Punkt: „Einschalten!“
Und während ein Ersthelfer mit der Herzdruckmassage beginnt – im Schapbacher Fall mit Markus Mira und Michael Dittus sogar zwei – bereitet ein anderer den Defibrillator vor – in diesem Fall war das Alexander Thörmer. Elektroden an einer trockenen Hautstelle aufkleben – wo genau, das ist auf dem Gerät abgebildet: unterhalb des Schlüsselbeins auf der rechten Seite, am unteren Brustrand auf der linken. „Beim Ersthelfen mit dem Gerät gibt es nur drei Punkte“, erzählt Markus Mira, „nämlich Rantrauen an die Person, die Hilfe braucht, wissen, wo der Defibrillator sich befindet – und dann einschalten.“
„Schock auslösen“
So einfach sei das Ganze und weit weg von einer Heldentat. „Dann übernimmt das Gerät das Kommando“, weiß Markus Mira aus jetzt bereits dreifacher Erfahrung. „Bitte den Patient jetzt nicht berühren“, sagt es, wenn es die Untersuchung durchführt, „ein Schock wird empfohlen“ – und dann folgt das Kommando: „Bitte den Schock auslösen!“
„Für die Herzdruckmassage danach gibt das Gerät per Piepston sogar den Takt vor“, erklärt Mira. „Das ist alles.“ Die Johanniter übernahmen, später der Notarzt. Und dem Spieler des FC Kirnbach geht es wieder gut. „Er hat mir am Tag danach per WhatsApp ein Foto aus dem Krankenhaus mit Daumen hoch geschickt“, erzählt Mira, „wir alle sind vor allem froh, dass es ihm gutgeht.“
Kostenlose Schulungen
In Schapbach wird darüber diskutiert, ob alle, die im Traineramt sind, vom Deutschen Roten Kreuz eventuell einmal die Funktionsweise des Geräts vorgeführt bekommen sollen. Oder vielleicht von der Deutschen Herzstiftung. Denn der Südbadische Fußballverband (SBFV) ist mit dieser Organisation eine Kooperation eingegangen, um gegen den Herztod auf den Sportplätzen anzukämpfen und zum richtigen und schnellen Handeln im Notfall beizutragen. Die Vereine können sich aufgrund dieser Kooperation für ihre Mitglieder eine Reanimationsschulung vor Ort holen – kostenlos, nur die Räumlichkeiten sind zu stellen. „Bei der 90-minütigen Schulung durch einen Herznotfall-Spezialisten werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, bei Herzkreislaufstillständen Wiederbelebungsmaßnahmen, einschließlich der Anwendung des Automatisierten Externen Defibrillators (AED), einzuleiten und diese bis zum Eintreffen eines professionellen Rettungsdienstes fortzusetzen“, erklärt dazu die SBFV-Geschäftsstelle.
„Das ist keine Heldentat“
Das kann Markus Mira nur unterstreichen, was er tut, wenn er sagt: „Das ist keine Heldentat. Ich hoffe, dass sich auch einer traut zu helfen, wenn ich in so einer Situation bin.“ Die Herzstiftung weiß: Es kann jeden treffen. Gut, wenn ein Verein dann so vorbereitet ist wie der SV Schapbach.