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Freudenstadt Mit Lupe und Baldrian auf Spurensuche

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Martin Franz ist Lockstockbetreuer im Bereich Musbach. Einmal in der Woche kontrolliert er die ausgebrachten Kanthölzer auf Wildkatzenhaare. Foto: Altendorf-Jehle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Bärbel Altendorf-Jehle Freudenstadt. Einen Biotopverbund als Überlebenschance für bedrohte Tierarten wie die Wildkatze, das will der BUND mit  grünen Korridoren erreichen. Vielleicht auch im Kreis Freudenstadt.Die Sonne scheint warm und bringt den Wald zum Duften. Er ist unverwechselbar dieser Waldgeruch. Auf der Lichtung ist es ganz still, nur ab und zu zwitschert ein Vogel. Moos, heruntergefallene Fichtenzapfen und Äste, Heidelbeersträucher und dazwischen ein Fremdkörper: ein Vierkantholz. Er würde aber gar nicht auffallen, wenn nicht davor dieser Mann sitzen würde, der das Stück Holz mit Lupe und Pinzette untersucht. Es ist Martin Franz, Vorsitzender des BUND Freudenstadt und einer der Lockstockbetreuer, die derzeit im Kreis Freudenstadt unterwegs sind – auf Spurensuche nach Wildkatzen.

"Um es gleich vorweg zu sagen, es hat überhaupt nichts mit dem Nationalpark zu tun", erklärt Martin Franz fast schon entschuldigend und lacht. Die Aktion findet deutschlandweit statt. Ziel ist es, herauszubekommen, ob und wo es Wildkatzen gibt. Um das zu erfahren, werden Vierkanthölzer in den Waldboden gesteckt, deren angeraute Oberfläche mit Baldrian besprüht wird. Dieser Duft lockt die Wildkatzen magisch an – vor allem in der Ranzzeit. Sie reiben sich an dem besprühten Holz, dadurch bleiben Haare daran hängen.

 Auf diese Haare hat es Franz abgesehen. Zwar würde er nicht erkennen, ob es sich bei dem Haar um ein Wildkatzenhaar handelt. Doch, ob es die Borste eines Wildschweins oder das Haar eines Fuchses oder Hundes ist, das sieht Franz. Wenn da jedoch ein Katzenhaar hängt, dann tütet der Lockstockbetreuer es ein und schickt es an Julia Taubmann.

Die Diplom-Biologin betreut das Projekt, kennt sich auch bestens mit Wildkatzen aus und untersucht aus diesem Grund die eingeschickten Haare. Erst wenn sie ein mögliches Wildkatzenhaar vermutet, dann leitet sie dieses Haar zur DNA-Untersuchung weiter. Ein mit 120 Euro recht teures Unterfangen. Erst wenn einwandfrei feststeht, dass es sich um eine Wildkatze handelt, die sich da am Holzklotz gerieben hat, wird an der Fundstelle eine Fotofalle aufgestellt, um auch ein Bild von dem scheuen Tier zu bekommen.

Warum der ganze Aufwand? Martin Franz erklärt: "Die größte Bedrohung für die europäische Wildkatze ist die Zerstückelung und Isolierung ihrer verbliebenen Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und weite, ausgeräumte Ackerflächen." Mit dem Projekt Rettungsnetz für die Wildkatze  wolle der BUND durch das Schaffen von grünen Korridoren aus Bäumen und Büschen isolierte Waldlebensräume wieder miteinander vernetzen und so  20 000 Kilometer durchgängigen Waldverbund schaffen.  Diese Wanderkorridore ermöglichen der Wildkatze, gefahrlos zu wandern, neue Lebensräume zu besiedeln und sich mit anderen Wildkatzen zu paaren.

 Im Kreis Freudenstadt wurden vor der Aktion Luftbilder ausgewertet. Die Biologin legte fest, wo Wildkatzen vorkommen könnten. Diese lieben beispielsweise kleine sonnige Waldlichtungen. Die gibt es durchaus im Kreis Freudenstadt, und dort wurden rund 30 Lockstöcke angebracht.

"Die Aktion läuft in der Ranzzeit von Januar bis Ende April. Bis jetzt kam jedoch noch keine Wildkatze vorbei", sagt Franz. Er glaubt nicht, dass er noch auf eine Wildkatze treffen wird. "Aber schön wäre es schon", schwärmt Franz.

Weitere Informationen: www.bund.net/wildkatzenwegeplan

 

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