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Freudenstadt Kreißsaal wieder 24 Stunden in Betrieb

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Gute Lösung für beide Seiten: Serena Orecchioni (von links), Angelo Raffaele Correnti, KLF-Geschäftsführer Ralf Heimbach, Selena Pivotto, Chefarzt in der Klinik für Frauenheilkunde Jürgen Schulze-Tollert, Pflegedirektorin Renate Merkl und der leitende Oberarzt der Frauenklinik Andreas ­Kuznik vor dem jetzt auch wieder nachts geöffneten Kreißsaal. Foto: Werthenbach

Kreis Freudenstadt - Die Ausnahmesituation im Freudenstädter Krankenhaus hat ein Ende: Dank zwei neuer Hebammen und eines Entbindungspflegers aus Italien ist der Kreißsaal nun auch nachts wieder geöffnet. Zum Ende des Monats soll eine weitere Hebamme eingestellt werden.

Zwei Wochen lang war der Kreißsaal im Krankenhaus in Freudenstadt in den Nachtstunden geschlossen –­ aus Mangel an Hebammen. Nachdem im Herbst vergangenen Jahres die ersten Kündigungen gekommen waren, habe man sofort mit der Ausschreibung neuer Stellen begonnen, erklärt Pflegedirektorin Renate Merkl. Diese aber blieb unbeantwortet, sodass man sich auch international nach Geburtshelfern umschaute.

Dabei sei der Kontakt zu Serena Orecchioni, Selena Pivotto und Angelo Raffaele Correnti zustande gekommen. "Ein klassisches Win-Win-Szenario" nennt Ralf Heimbach, Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt (KLF), die auch für ihn "überraschende" Situation, dass es für Hebammen in Italien schwierig sei, eine Stelle zu bekommen. Während es in Deutschland umgekehrt sei: Hierzulande herrscht ein Mangel an Geburtshelfern. Deren männliche Bezeichnung lautet übrigens "Entbindungspfleger" – von denen es bisher in Deutschland nur sechs gab. Mit Correnti arbeitet nun der siebte männliche Gebursthelfer in Deutschland.

Erfreut zeigte sich Heimbach auch, weil die fachliche Ausbildung in Italien derjenigen in Deutschland "in nichts nachsteht": Italienische Geburtshelfer müssen ein Studium und Praktika absolvieren, bevor sie in den Beruf einsteigen. Aufgrund der Situation auf dem Arbeitsmarkt hätten Orecchioni, Pivotto und Correnti nach abgeschlossener Ausbildung in der Heimat zunächst unentgeltlich arbeiten müssen, um Erfahrung zu sammeln.

Einen Sprachkurs haben die neuen Geburtshelfer, die seit dieser Woche im Krankenhaus arbeiten, bereits bestanden. In den kommenden Wochen werde sich ihr – noch nicht fließendes – Deutsch weiter verbessern, ist Heimbach überzeugt. "Es gefällt uns gut, und alle sind sehr nett", schilderte Orecchioni ihre ersten Eindrücke vom neuen Arbeitsplatz.

Zum Ende des Monats wird laut Merkl eine weitere Hebamme, diesmal aus Deutschland, eingestellt. "Dann haben wir sogar eine leichte Überbesetzung", sagt sie.

Im Rückblick auf die vergangenen Wochen der Ausnahmesituation zieht Heimbach eine positive Bilanz: "Wir liegen leicht unter dem Durchschnitt der Anzahl von Kaiserschnitten." Zudem betont er, dass die Aussage, aufgrund des Hebammen-Mangels gebe es mehr Kaiserschnitte, "absurd" sei. Da die Meisten von der nächtlichen Schließung des Kreißsaals gewusst hätten, sei es schwer zu sagen, wie viele Mütter letztlich nicht in Freudenstadt versorgt wurden. "Gefühlt sind es aber 15 Geburten, die deswegen nicht hier stattgefunden haben", so Heimbach.

Zudem habe es auch nachts in Freudenstadt immer einen Rufdienst für Notfälle gegeben. Heimbach bedankte sich bei allen Hebammen, die in den vergangenen Wochen "sehr flexibel" reagiert und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hätten.

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