Ein Bär schaut neugierig in die Linse der Fotografin. Die Bürgeraktion unterstützt die Idee Osswalds, mit einem Wildtiergehege Freudenstadt an den Nationalpark anzubinden. Foto: Michel

Fraktion beschäftigt sich mit Nationalpark Nordschwarzwald und hofft auf klares Signal des Gemeinderats.

Freudenstadt - Die Fraktion der Bürgeraktion im Gemeinderat spricht sich in einer Presseerklärung für den Vorschlag von Oberbürgermeister Julian Osswald aus, ein Tiergehege am Rande des Nationalparks zu schaffen, das eine Verbindung zum Tal der Tiere schafft und die Gemeinden Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad Peterstal-Griesbach an den Nationalpark anbindet.

Weiter heißt es in der Mitteilung, dass die BA genau wie Osswald einen Safaripark oder Zoo ablehne. Sie plädiere vielmehr für ein Tierreservat, ökologisch und artgerecht, das bestmöglich auf die Bedürfnisse der Tiere und Besucher ausgerichtet ist.

Die BA hatte ihre Monatsversammlung als Wanderung an den Wilden See mit anschließender Diskussion gestaltet. Olfert Dorka, der nicht nur den Begriff "Tal der Tiere" kreiert hat, sondern auch als Berater im Tal der Tiere arbeitet, unterbreitete  dabei seine Vorschläge. Nicht nur die Ansiedlung von Wildtieren, sondern vor allem auch von alten Haustierrassen – wie Wisenten, Schafs-Ziegen oder Schweinerassen – sei wichtig. Der Vorteil: Diese Tiere sind für die Besucher dann auch sichtbar und teilweise für Kinder zum Streicheln da.

Olfert Dorka kann sich auch die Haltung alter Pferderassen vorstellen oder eine Wildpferdeherde.  Der Hintergrund dieser Idee: Durch solche Haustierrassen wird eine Verbindung ins Tal der Tiere geschaffen und dort auch fortgesetzt. Für die Bürgeraktion ist einerseits die Offenhaltung des Tals wichtig, aber auch die Unterstützung der bäuerlichen Familienbetriebe. Auch sie könnten vom Nationalpark profitieren, so die BA.

Eine weitere Möglichkeit sei, so Dorka, ein Gebiet für das Auerhuhn zu reservieren. So hätte man auf der einen Seite den Nationalpark, der – so die Befürworter – auf natürliche Art Lebensraum für den Auerhahn schafft, und auf der anderen Seite – wie von den Skeptikern gefordert – ein vom Menschen aktiv geschaffenes Auerhuhn-Habitat.

Die BA-Fraktion hofft, dass der Gemeinderat ein klares Signal an die Landesregierung aussendet, "dass man gewillt ist, mitzuarbeiten und sich auch darüber freuen würde, eine der Portalgemeinden zu werden". Als Informationsstelle könnten nicht nur die Bahnhöfe dienen, von denen dann auch eine Busanbindung direkt in den Nationalpark erfolgen muss, sondern auch Teile des Kurhauses. Hier könnte es Ausstellungen und Informationen rund um den Nationalpark geben.

 Eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Landesregierung könnte nach Ansicht der Bürgeraktion auch darin bestehen, ein Gebäude für die künftige Nationalparkverwaltung in Freudenstadt anzubieten. "Das wäre ein deutliches Signal nach Stuttgart, das da lautet: ›Wir sind bereit zur konstruktiven Mitarbeit‹."

Die Bürgeraktion veranstaltet ihre nächste Monatssitzung am Montag, 1. Juli, ab 20 Uhr im Hotel Krone. Olfert Dorka referiert über das Projekt "Tal der Tiere". Zudem wird die am Vorabend erfolgte Auszählung der Bürgerbefragung zum Thema Freibad in Freudenstadt besprochen.

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