Über ein Zugseil lässt sich das Zelt so weit nach draußen ziehen, wie die Übernachtungsgäste das wollen.  Foto: Sum

Stefan und Anja Wurft von "Naturträume" in Schenkenzell bieten mit Hängezelt eine besondere Übernachtungsmöglichkeit. 

Schenkenzell - Sich sanft in den Schlaf schaukeln lassen und dabei die Aussicht auf die Bäume des Schwarzwalds genießen: Das geht bei einer Übernachtung im Hängezelt. Auch der Nervenkitzel kommt dabei nicht zu kurz.

Mitten im Wald, umgeben von hohen Tannen und Fichten, haben Stefan und Anja Wurft von "Naturträume" eine besondere Übernachtungsmöglichkeit geschaffen. Im Heubachtal in Schenkenzell (Kreis Rottweil) haben sie ein Hängezelt installiert, das 30 Meter über dem Boden "schwebt".

Erreicht wird es nach rund zehn Minuten Fußmarsch von einem kleinen Wanderparkplatz aus über ein schmales Zick-Zack-Wegchen, das die Wurfts ihren Gästen zeigen. Zu sehen ist das Zelt von der Straße nämlich aus nicht – echte Idylle also. Zum Hängezelt gehört ein lauschiges Plätzchen: Über einen Holzsteg ist ein kleiner Unterstand zu erreichen, der Platz für das Gepäck bietet und für zwei rustikale Holzhocker und einen passenden Tisch als Sitzmöglichkeit. Außerdem gibt es ein Toilettenhäuschen samt Plumpsklo. Das Hängezelt wird über eine Art Zugbrücke erreicht. Alles haben die Wurfts naturnah in Holz gehalten und mit Unterstützung von Familie und Freunden selbst gebaut.

30 Meter über dem Boden

Das junge Ehepaar betreibt das Hängezelt seit vier Jahren. "Ich war als Baumpfleger tätig und habe dabei gemerkt, wie viel Spaß es mir bereitet, anderen Menschen besondere Orte zu zeigen", erklärt Stefan Wurft die Beweggründe. Die nahe Hirschgrund-Zipline habe dann den Ausschlag für das Hängezelt gegeben.

Die Wurfts begleiten all ihre Gäste zum Hängezelt. Nicht nur, damit diese es überhaupt finden. Sondern vor allem, um ihnen zu erklären, wie das Zelt, das an einem Stahlseil hängt, gesichert ist und wie die eigene Sicherung funktioniert. Dafür nehmen sie sich viel Zeit und beantworten alle Fragen – gerade, wenn sie merken, dass manche Gäste "etwas ängstlich sind oder die Höhe eigentlich scheuen", sagt Anja Wurft. Gesichert sind Übernachtungsgäste über einen Ganzkörper-Klettergurt, der die ganze Nacht getragen wird und dessen Seil "so lang ist, dass sie sich im Notfall bis zum Boden abseilen können", erklärt sie. Passiert sei das aber noch nie, ergänzt Wurft und lacht.

Über ein Zugseil können Gäste das Zelt so weit nach draußen ziehen, wie sie möchten. An der höchsten Stelle schaukeln sie etwa 30 Meter über dem Boden – und blicken auf die Fichten- und Tannenwipfel hinab. Außerdem werden Besucher für den Notfall mit einem Satellitensender ausgestattet, über das das "Naturträume"-Team oder die Rettungszentrale erreicht werden kann. Denn: Mit dem Handyempfang wird es vor Ort eher schwierig. Aber auch das "wurde noch nie gebraucht", erklärt Anja Wurft. Das Zelt lässt sich nach allen Richtungen öffnen; Rundumsicht inklusive.

Gäste reisen sogar aus dem Ausland an

Ihren Schlafsack, und was sie sonst noch zum Schlafen brauchen, bringen die Gäste selbst mit. Ein kuscheliges Lammfell im Hängezelt sorgt zudem für Gemütlichkeit und dafür, dass es von unten nicht kalt wird. Die Besucher kommen von überall: "Wir hatten dieses Jahr schon Gäste aus Bremen und Hamburg und auch aus Frankreich war schon ein Pärchen da", sagt Stefan Wurft. Auch Menschen aus der näheren Umgebung nutzen das besondere Nachtlager immer wieder: "Oft wird die Übernachtung auch zu Hochzeiten oder zum runden Geburtstag verschenkt", sprechen die Wurfts aus Erfahrung.

Im Preis inbegriffen ist ein großer Vesperkorb mit saisonalen und regionalen Spezialitäten. Abendbrot und Frühstück mitten in der Natur –­ das hat schon was. Ein weiterer Höhepunkt: Das Zelt hängt direkt zwischen zwei Bahnen der Zipline. So kommt es immer wieder vor, dass Gäste die Zipliner übers Tal flitzen sehen und bisweilen mit einem fröhlichen "Hallo" und Winken gegrüßt werden.

Eine Übernachtung für zwei Personen kostet 330 Euro und ist grundsätzlich das ganze Jahr über möglich. "Wegen der Temperaturen und der Länge des Tages bietet sich ein Besuch aber vor allem zwischen Frühling und Herbst an", sagen die Wurfts. Besonders schön ist das außergewöhnliche Bett in einer klaren Nacht: Dann lassen sich zum Einschlafen die Sterne über dem Heubachtal zählen.

Weitere Informationen gibt es hier.

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