Die Band "Hasa" präsentiert einen coolen Mix aus Schwaben-Rock und Funk. Foto: Fotos: Lück

Kultur: Das Freispiel-Festival in Börstingen – lustig, kurios, meditativ / Auch Straßenkunst wurde geboten

Das könnte zur Tradition werden: Mit einem bunten Mix aus Artistik, kurios-grandiosen Künstlern wie "Medizinmann" Volker Illy und den Bands Hasa und Mandala Movie wurde aus dem "Wood-stöckle" im Kunstort Eleven diesmal das "Freispiel"-Festival.

Starzach-Börstingen. Die Kunstort-Eleven-Macher Monika Golla und Frank Fierke sind froh über das gelungene Ergebnis: "Wir sind sehr glücklich über die zweite Auflage unseres Open-Air. Der Platz vor der Halle ist eine grandiose Bühne – und wir würden es gerne wieder machen!"

Der Start in Börstingen war 2020 mit dem "Woodstöckle". Diesmal gab es Bundesförderung – und zwei Tage Festival. Der Name diesmal: Freispiel. Passt irgendwie. Nur nicht zu den Toiletten. Setzt du dich auf die Schüssel, startet gleich ein dezentes Soundgewitter aus der bunten Klangskulptur von Golla/Fierke über dir. Und die Drahtfische von Uwe Petruch im Flur lachen über dich. Dann geht es zur Kinder-Kunst-Performance los. Fliegen und Fallen. Du siehst erst ein weißes aufgeblasenes Kissen – es scheint zu lächeln, bäumt sich auf. Bis dann ein knallroter und ein knallgrüner Mann hervorkommen. Sie hüpfen, balancieren, fallen parallel mit ausgestreckten Beinen zur klassischen Musik auf die riesige Trampolin-Matte. Ein Augenschmaus von Florian Bilbao in Rot und Rafal Dziemidok. Und damit kommt eins der Bühnenbilder von Frank Fierke heim: Vor sieben Jahren bekam er den Auftrag: Bau mir ein Trampolin, das keins ist. Das die Bühne ausfüllt und doch so klein zu packen ist, dass es in ein Auto passt. Florian: "Für uns ist das Franks Wunscherfüllungsmaschine!"

Kuriose Straßenkunst

Abends wird es dann spannend: Erst kommt die kuriose Straßenkunst von Björn Voigt. Ein Koffer mit Maske schießt einen Pfeil aus der Trompete, der trifft den Kaspar an einer Konstruktion, die eine Riesen-Kugel in Schwung bringt. Diese Kugel öffnet die quietschrote Garage für die Aufziehfigur Esmeralda, die rausrollt – voilà, dies ist der "Circus comme ci comme ca"!

Das perfekte Entree für Heiner Reiffs Band "Hasa". Ein cooler Mix aus Schwaben-Rock, unterstützt von den beiden Background-Sängerinnen Caro und Ellen. Klar, dass der Wurmlinger mit einem Song über den Neckar startet – und als der Refrain ertönt: "Mit dem Stocherkahn nach Horb, da wär ich der Hahn mit Korb, bei den heißen Horberinnen!", sind alle Fans fröhlich mit dabei. "Funky" geht’s dann beim "Couch Potato" ab, eher wehmütig bei "1978". Heiner: "Damit will ich das Lebensgefühl rüberbringen, als ich 20 war." Träumte damals vom Bus nach Kandahar und vom alternativen Leben als Bio- oder Schmuck-Designer. Fetzige Musik mit Augenzwinkern.

Am Sonntag ist Heiner wieder da – diesmal mit Mandala Movie. Die Band vom "Woodstöckle" 2020 – mit den Schwoißfuß-Legenden Didi Holzner am Keyboard und Michael Stoll am Bass. Doch die beiden, die sicherlich besser zu "Hasa" passen würden, lieben inzwischen den sphärischen Sound – ein Mix aus alten Pink Floyd und Jazz. Heiner hat diesmal sein Alphorn mitgebracht – und sein neues Elektro-Xylophon. Und spätestens dann, wenn er hier die Glocken erklingen lässt, sind die Fans in Tanz-Trance. Volker Illy, der im Vorprogramm von Mandala Movie die Festival-Gäste mit seiner Performance begeisterte, geht bei der Zugabe von Mandala Movie richtig ab. Und tanzt rumpelstilzchenartig zu den Soundsphären der Band. Kein Wunder, dass Heiner Reiff nach dem Jubel sagt: "Was wären wir ohne unseren Musik-Medizinmann Volker? Unterstützt diesen Platz hier. Was Frank und Monika hier leisten, ist ein Juwel. Wir sind in genau einem Jahr wieder hier!"

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