Kinder trugen die Zutaten zum Kessel, in dem die Taufbrühe angerührt wurde. Foto: Lothar Schwark

Beim Maskenabstauben sind die Schlossberghexen und die Kinziggeister aus ihrem Schlaf erwacht. Bis zum 13. Februar treiben sie nun ihr Unwesen.

Mit dem obligatorischen Maskenabstauben startete die Narrenzunft Loßburg am Wochenende in die neue Fasnetssaison. „Endlich ist sie da, unsere geliebte fünfte Jahreszeit“, rief die Vorsitzende der Narrenzunft Marlen Schmid der großen Anzahl von Besuchern entgegen. Diese verfolgten gespannt den Start der Fasnet rund um den Rathausplatz.

 

Die Hexa-Heuler aus Freudenstadt spielten auf. Mit dem fetzigen „Sail“ servierten sie einen neuen Hit ihres Repertoires. Jubelstürme gab es gleichfalls bei den Titeln „Fear of the Dark“ und „Still waiting“.

Begrüßt wurden zahlreiche Zünfte und Vereine, mit denen die Loßburger Narren verbunden sind. Durch ein kräftiges Rufen nach den Schlossberghexen und den Kinziggeistern wurden diese aus ihrem Schlaf erweckt. Mit tiefem Bass zum schaurigen Rammstein-Titel „Sonne“ wurden die Masken in einem offenen Sarg zum Rathausplatz getragen.

Zwei neue Hexen getauft

Bevor Hexenmeister Michael Merz zum Maskenabstauben ansetzte, ging er auf aktuelle Themen ein. Viel Fett bekam die Politik dabei ab. Steigende Preise waren ebenso Thema wie die Rente oder die angespannte Facharbeitersituation. Krieg und Leid in der Welt, sowie Stress im Job machten das Leben derzeit nicht gerade leicht, so der Hexenmeister. Auch die Lage der Bauern und ihre Proteste wurden angesprochen. Gekonnt und geübt staubte der Hexenmeister anschließend die Masken aller Mitglieder ab.

Timo Gaiser hat aus den Hexa-Heulern eine starke Guggamusikgruppe gemacht. Foto: Lothar Schwark

Derweil fieberten die Täuflinge Jeanette Franz und Annabelle Pajonk ihrer Taufe zur neuen Schlossberghexe entgegen. Und die Taufe hat es in Loßburg in sich. „Die Taufbrühe ist weit über die Landesgrenzen bekannt“, betonte Vorsitzende Schmid. „Da muss jedes Mitglied ohne Wenn und Aber durch“, so ihre klare Ansage.

Die gefürchtete Brühe wurde angerichtet. Zwölf Kinder trugen die Zutaten zum neuen Kessel über der gedachten Feuerstelle. Die Narren mussten sich 2023 nach jahrzehntelanger Treue vom alten Kessel verabschieden, der bereits vom Rost zerfressen war.

Eine grausige Rezeptur

Die Szenerie wurde auch vom Geistermeister Sascha Rauter verfolgt, der ebenso bei der Taufe mithalf. Zwiebeln, Knoblauch, rohe Eier, Bier, Kaffee, Bohnensuppe, Knoblauchöl, Font, Essig, Sardellen, Mehl und ein Hauch Parfüm sorgten für eine grausige Rezeptur. Franz und Pajonk stellten sich mutig der Prozedur. Hart im Nehmen mussten sie ungeduscht und ungewaschen 24 Stunden überstehen. Bei Nichtbefolgen hätten sie im Jahr 2025 nochmals eine Taufe über sich ergehen lassen müssen.

Nun fliegen die Loßburger Hexen wieder. Foto: Lothar Schwark

Musikalisch erfrischend spielten nochmals die Hexa-Heuler auf. Nach Jahren des Verzichts führte die verjüngte Hexentanzgruppe ihren gefeierten Hexentanz auf. Pyramiden, Flugeinlagen und tänzerische Elemente belegten: Loßburg hat wieder eine starke Hexentanzgruppe. Diese ist auch bei der Loßburger Narrennacht am Samstag, 13. Januar, wieder im Einsatz.

Auch in diesem Jahr gab es ein großes Besucheraufkommen zum Start der Fasnetssaison. Foto: Lothar Schwark

Die Kinderfasnet startet am Sonntag, 21. Januar, gefolgt vom Schmotzigen Donnerstag am 8. Februar. Heuer ist die Fasnetssaison ein kurzes Vergnügen. Nach mehreren Ausfahrten werden die rund 75 aktiven Mitglieder ihre Fasnet am 13. Februar verbrennen. Bis dahin sollen die Sorgen des Alltags vergessen und das Leben kräftig bejubelt werden.