Diesmal wirkte Bürgermeister Christoph Enderle als „Miss Piggy“ beim Loßburger Rathaussturm mit. Foto: Lothar Schwark

Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel auf dem Rathausplatz in Loßburg.

Mit dem „Schmotzigen Donnerstag“ startete auch in Loßburg die große Zeit der alemannischen Fasnet. Grund genug für die Schlossberghexen und Kinziggeister von der Narrenzunft Loßburg, Bürgermeister Christoph Enderle so richtig die Leviten zu lesen. Unter großem Protest wurde der Schultes von den Hexen und Geistern aus dem Rathaus geholt.

 

Da half auch die Verkleidung als „Miss Piggy“ nichts, eine der Hauptfiguren der Muppet Show. Eines mussten die Narren ihrem Bürgermeister zugestehen: Mit seinen Fasnetsverkleidungen zeigt sich Enderle stets kreativ. Im Vorjahr war er als Neptun unterwegs.

Bevor sich Enderle mit Marlen Schmid, der Vorsitzenden der Narrenzunft, dem Geistermeister Sascha Rauter und Hexenmeister Michael Merz ein lautstarkes Rededuell leistete, zogen die Freudenstädter Hexa-Heuler mit fetziger Musik auf dem Rathausplatz ein.

Enderle will das Rathaus nicht verlassen

Das Warten hatte ein Ende. Mit kräftigen Worten forderten die Narren mit Blick zum Bürgermeisterbüro: „Schuldis, komm raus!“ Der konterte energisch: „Was isch do für an Gschrei?“ Kampflos wollte Enderle sein Rathaus nicht verlassen. Doch die Narrenschar forderte: „Holet’ en raus uff da Rothausplatz, jetzt mached mir erschd mol richtig Rabatz!“ Während sich Hexen und Geister auf den Weg ins Bürgermeisterbüro machten, spielten die Guggamusiker lautstark auf.

Gehören in Loßburg einfach dazu: die Hexa-Heuler Foto: Lothar Schwark

Keine Gegenwehr half, wild fuchtelnd wurde der Schultes durch ein Spalier von Hästrägern auf einen Wagen geführt, der als Tribüne diente. Zwischenzeitlich verfolgten zahlreiche Zuschauer das Spektakel. Erstmals begrüßte Enderle in breitem Schwäbisch die „Dämona und Hexa vom Widdadorfer Bellestoa“. Auch die Ricke-Hexa aus dem Heimbachtal wurden willkommen geheißen. Lautstark klang es über den Rathausplatz: „Rück da Schlüssel raus – mir sin jetzt dra!“

Die Mängelliste der Narren war lang. So wurde über den ewigen Straßenbau geschimpft. Immer wieder Umleitungen, Chaos und Ampelstau hielten die Narren ihrem Schultes vor. „Mit der neuen Festhalle ging auch nichts voran, es sich nur noch um Jahrzehnte drehen kann“, so eine anklagende Narrenschar. Der Renovierungsstau in der Schule mit einem maroden Dach im alten Bau wurde deftig aufgetischt: „Wenns regnet, holt man da d’Eimer raus, weil’s tröpfelt aus der Decke raus.“

Endlich rückt Bürgermeister Christoph Enderle (Dritter von rechts) den Rathausschlüssel raus. Foto: Lothar Schwark

Enderle konterte: „Von früh bis spät, zu jeder Zeit, muss ich mich kümmern um alle Leut.“ Endlich sah der Bürgermeister ein: „Bis zom Aschermittwoch isch’s vorbei mit mei’re Herrlichkeit, es lebe hoch die Fasnetszeit.“ Enderle rückte den Rathausschlüssel heraus.

Themen zum Schlagabtausch hatten Christine Leicht, Holger Eckle und Sebastian Eckle zusammengestellt. Auf dem Rathausplatz wurde alsbald kräftig gefeiert. In einem Zelt bewirtete die Feuerwehr Loßburg die Narrenschar.