Närrisch bunt treiben es zur Fasnet auch die Kinder im Ankunftszentrum Ukraine Foto: Katja Weiger

Die Narrenzünfte haben dem Ankunftszentrum Ukraine einen Besuch abgestattet.

Hansele, Westerbergteufel, Bättlblätz und Haugiebel im Ankunftszentrum Ukraine: Eine närrische Delegation hat Kindern und Erwachsenen das Brauchtum der Fasnet nahegebracht. „Für unsere Bewohner sind solche Besucher echte Höhepunkte“, erklärte Marco Rigano, Einrichtungsleiter des Regierungspräsidiums Tübingen.

 

Der Austausch mit lokalen Vereinen und die enge Kooperation mit ihnen seien ein wichtiger Teil der Arbeit im Ankunftszentrum, so Rigano. Den Nachmittag hatte Ehrenamtskoordinatorin Katja Weiger-Schick, als Mitglied der Zunft „Tannenburg“ als Nusplinger Hansele unterwegs, organisiert. An ihrer Seite: Alexandra Deufel-Wetzel von der Narrenvereinigung „Haugiebel“ Heinstetten, Magdalena Klaiber, Heidenstädter „Bättlblätz“, und Paul Weiger als knitzer Nusplinger Westerbergteufel.

Die Nusplinger, Heidenstädter und Heinstetter Narren präsentieren ihr Häs. Foto: Weiger

Die Kinder staunten, als die Narren mit viel G’schell und zu Narrenmärschen fröhlich in den Saal zogen. Ihre Scheu verflog schnell. Alle hatten viele Fragen, die Galina Ruppel vom ORS-Team übersetzte. Mädchen und Jungen strichen mit den Händen behutsam über die Holzmasken und bestaunten die aufwendigen Häser. Vor allem die Jüngsten freuten sich über Bonbons und Schoklädle aus den Körben, hopsten und tanzten gemeinsam.

Bunt kostümieren durften sich die Kinder im Ankunftszentrum, wo sie Besuch von den Narren des Großen Heubergs bekamen. Foto: Weiger

Die Bewohner erfuhren, warum der „Schmotzige“ in der schwäbisch-alemannischen Fasnet ein hoher Feiertag ist und man zu diesem Anlass Fettgebackenes isst. Spannend für alle: wie Fasnet und Fastenzeit zusammenhängen. Mit großen Augen lauschte die Gruppe der Sage des Nusplinger Westerberghannes, der seine Seele einst dem Teufel verschrieben haben soll, und der Geschichte des Heidenstädter „Bättlblätz“, der einst als Bettelnarr über den Heuberg zog. Auch die Historie um die Figur des „Haugiebels“, der auf Häuser mit sehr hohen Giebeln zurückgeht, fand reges Interesse. Fasziniert waren die Bewohner, wie groß die Vielfalt an Häsern und Masken sowie an Narrenrufen in der Region ist.

Party im Haus der Kinderbetreuung – Fasnetsküchle inklusive

Die Fasnetsküchle, die Melanie Klaiber, Mitarbeiterin des Regierungspräsidiums Tübingen, und Claudia Münz-Angst von der Caritas, gebacken hatten, waren schnell verspeist. Ein fröhlicher Umzug durch das Ankunftszentrum mit viel „Narri-Narro“ und eine Fasnetsparty im Haus der Kinderbetreuung schlossen sich an. Für Snacks, Getränke und Kinderkostüme hatten das ORS-Team der Alltagsbetreuung sowie die Ehrenamtskoordination gesorgt.