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Fasnet 2021 So sehen die Vertreter der Sulzer Zünfte die Lage

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Die Corona-Pandemie macht auch vor der närrischen Jahreszeit nicht Halt. (Symbolfoto) Foto: Kira Hofmann/dpa

Alle neun Sulzer Zünfte und Hexengruppen haben ihre Veranstaltungen für die Fasnet 2021 abgesagt. Wie sie die aktuelle Lage sehen und was alternativ geplant ist, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Noch nie hatte der Spruch "o jerom, o jerom, dia Fasnet hot a Loch" so viel Bedeutung wie in diesem Jahr. Die Corona-Pandemie macht auch vor der närrischen Jahreszeit nicht Halt.

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Sulz - Keine großen Umzüge, keine Bälle, keine Partys: Die Narren im Südwesten haben sich coronabedingt auf eine Fasnet in abgespeckter Form geeinigt. Kleinere Veranstaltungen, Straßenaktionen und Bräuche soll es unter den geltenden Corona-Regeln bei einigen Zünften trotzdem geben, gab die Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte bekannt. Wie halten es die Narrenzünfte in der Gesamtstadt Sulz?

Neun Narrenzünfte gibt es, die ein ganz besonderes Bündnis verbindet: der Sulzer Narrentag. Am 13. November 1998 wurde der Kooperationsvertrag zwischen den damaligen sechs Zünften der Gesamtstadt zur Einführung eines Narrentags unterzeichnet. Der erste fand vom 22. bis 23. Januar 2000 in Sulz statt.

Die zwölf Nächte zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar gelten als die Rauhnächte. Rund um diese ranken sich Weissagungen, Bräuche und Rituale, die teilweise viele Jahrhunderte alt sind. Nach der Überlieferung sollen in diesen Nächten die Seelen der Verstorbenen die Lebenden aufsuchen.

Die "Oberste" der zwölf Rauhnächte, der 6. Januar, spielt eine große Rolle. An diesem Tag starten alle Zünfte traditionsgemäß in die Fasnet. Dabei hat aber jede Zunft ihre eigene Tradition. In Holzhausen wird die Hexe am Baurawald zum Leben erweckt. Die Narrenzunft Sulz veranstaltet das "Promiraten". Die Narrengilde Glatt staubt ihren Habermarkenstupfer, den Pechkneacht und den Flößer ab. In Fischingen bringt eine Kutsche den Buzefallus, Hakenmann und Burghexe an den Farrenstall.

Die Glatter Schlosshexen haben einen sehenswerten Hexenflug im Schlosshof. Bei der Hofnarrenzunft wird mit dem Bändelverkauf die Fasnet eröffnet. In Sigmarswangen wird der Mond gefangen. Die Bergfelder holen ihren Jäkle aus dem Sarg. Die Mühlheimer Hexen erwecken ihre Duachberghexe zum Leben.

Doch von all dem wird es am kommenden Mittwoch nichts geben. Alle neun Zünfte beziehungsweise Hexengruppen haben ihre Veranstaltungen gemeinschaftlich, der Corona-Pandemie geschuldet, abgesagt.

Sulz

"Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagt Thomas Freund von der Narrenzunft Sulz. Nicht nur die Narrenfreundschaftstreffen, der Zunftball, der Umzug und der Kinderball sind abgesagt. Man werde auch an keinen Auswärtsterminen teilnehmen. "Es gibt eine Gruppe aus Mitgliedern des Narrenrats, des Narrenausschusses und des Hexenausschusses, die trotzdem kleinere Veranstaltungen für die Fasnet planen wollen. Ein Funken Hoffnung bleibt also. "Wir kämpfen weiter, um alles Mögliche auf die Beine zu stellen." Um Fasnetsstimmung in die Stadt zu bekommen, möchte die Narrenzunft die Straßen mit den Narrenfahnen und -bändeln schmücken.

Glatt

Bei der Narrengilde Glatt ist derzeit noch offen, ob die Dorffasnet eventuell in anderer Form durchgeführt wird, verrät Christian Manz.

Xenia Deger von den Glatter Schlosshexen erklärt, dass man ja gar keine andere Wahl als eine komplette Absage gehabt habe. "Wir hatten schon Ende des Sommers fest damit gerechnet, dass uns die Pandemie einen Strich durch die Rechnung machen wird." Geplant habe man bisher noch gar nichts für die Fasnet, da sich die Regeln ständig änderten. Da die ›Flegga-Fasnet‹ zudem immer von der Narrengilde geplant werde, gebe es auch dafür keine Pläne. "Was wir bisher im Hinterkopf haben ist eine interne Hexenheim-Fasnet nur für Mitglieder", sagt Deger. Aber auch da müsse man sehen, wie sich die Situation entwickle.

Fischingen

"In Fischingen steht ganz klar die Sicherheit und somit die Gesundheit der Besucher und Mitglieder an oberster Stelle", sagt Fischingens Zunftmeister Marcus Kaupp auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Ersatzveranstaltungen sind offenbar nicht geplant. Auf der anderen Seite hatten die Fischinger Narren das Glück, ihr 30-jähriges Bestehen zu Beginn des Jahres 2020, wenn auch mit schlechtem Wetter, feiern zu können.

Mühlheim/Renfrizhausen

Die Narrenzunft Mühlheim/Renfrizhausen hatte sich bereits im Oktober schweren Herzens dafür entschieden, die Fasnetsveranstaltungen abzusagen. "Für uns war damals schon wichtig, Planungssicherheit zu schaffen. Die Absage war aus unserer Sicht schon damals – wie sich jetzt auch zeigt – alternativlos", erklärt Zunftmeister Adrian Redel. Aktuell Veranstaltungen durchzuführen, sei aus Sicht der Zunft unverantwortlich. "Das gesundheitliche Risiko ist viel zu hoch."

"Der Schritt, alles abzusagen, ist uns eigentlich gar nicht schwer gefallen, da er einfach nur vernünftig ist", sagt Andreas Strobel von den Duachberghexen Mühlheim. "Wir verkaufen trotzdem einen Sprungbändel an unsere Mitglieder, allerdings in diesem Jahr einen schwarzen. Der Erlös dieses Bändels wird aufgeteilt. Ein Teil kommt unserer Vereinskasse zugute. Der Rest wird zu gleichen Teilen an die Grundschule in Mühlheim und an den Kindergarten in Renfrizhausen gespendet. Ich denke, wir sollten einfach positiv in die Zukunft blicken und hoffen dass wir baldmöglichst zu einer Normalität zurückkehren können."

Sigmarswangen

"Wir hatten für Januar 2021 unser 25. Jubiläum mit Teenieshowtanz-Nachmittag, Brauchtumsabend und Umzug geplant. Die haben wir nun ersatzlos abgesagt, da wir davon ausgehen, dass die ausgefallenen Veranstaltungen anderer Zünfte sukzessive 2022 nachgeholt werden", meint Katja Alf von der Narrenzunft Sigmarswangen. Dies führe dann zu einem Veranstaltungsstau, befürchtet sie. "Wir denken nicht, dass eine kleine Fasnet möglich ist. Es würde auch keinen Sinn machen, wenn man beispielsweise das Bürgerzentrum wegen der Abstandsregelung von 1,50 Metern nur mit maximal 50 Personen besetzen dürfte. Auch das Zuddla im Flegga und der Fleggadapp im Freien wird nicht möglich sein, da der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann – selbst wenn das Versammlungsverbot aufgehoben werden würde bis dahin."

Bergfelden

Mit der Erweckung des Jäkle und dem Abstauben des Kropfers war den Narrenfreunden bislang am Dreikönigstag immer ein guter Einstieg in die Fasnet gelungen. Die Bevölkerung kam gerne nachmittags in die Dickeberghalle. Einfallsreiche Showtänze begeisterten, während die Narren sich um die Regularien kümmerten – nicht so in der kommenden Saison. Auch in Bergfelden sind alle Veranstaltungen abgesagt, wie der Vorsitzende Siegbert Mannchen erklärt. Dabei hatte sich der Elferrat auch zum Sprungbändelverkauf schon etwas Besonderes einfallen lassen. Coronakonform sollten sie durchs Fenster des Narrenheims verkauft werden als "Sprungbändel mit Überraschung", einem Fasnetsbier.

Aufgrund der unsicheren Lage wurden die Planungen für die Narrenparty und den Kropferball für den darauffolgenden Samstag nicht weiter verfolgt. Kindergarten und Schule werden die gern gesehenen Narren vermissen. Schlüsselübergabe, gemeinsamer Ausklang mit den Vöhringer Narren fallen aus, ebenso am Rosenmontag der Kinderumzug mit Kinderball. Waren die Tage bis zur Fasnetsverbrennung am Dienstag mit Freundschaftsbesuchen angefüllt, so wird auch hier verzichtet.

Auch das Narrenheim wird derzeit nicht vermietet. Die Pandemie hat für den Verein erhebliche finanzielle Auswirkungen. Großen Investitionen ins Narrenheim und in neues Garde- und Kinderhäs stehen null Einnahmen gegenüber, resümierte Mannchen. So ein Jahr habe es noch nie gegeben. Für die Zukunft wünscht er sich einen Zeitraum, in dem man wieder gemeinsam etwas unternehmen könne. Angedacht ist ein Tag, an dem auch das Häs angezogen werden darf.

Holzhausen

"Da wir für das kommende Jahr keinen Hexenball und keinen Umzug geplant hatten, haben wir auch keinerlei finanziellen Verlust zu befürchten", sagt Christian Blocher von den Baurawald-Hexen Holzhausen. "Natürlich schmerzt es in der Brust, das Häs im Schrank lassen zu müssen, aber ich denke die Gesundheit ist wichtiger als das Brauchtum. Ob wir über die Hauptfasnet etwas im kleinen Rahmen machen werden, hängt vor allem davon ab, in wie fern die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen nach dem 10. Januar aussehen werden."

Mit ihrem Schlusswort spricht die Vorsitzende der Glatter Schlosshexen, Xenia Deger, stellvertretend für alle: "Aktuell müssen wir alle einfach versuchen, das Beste daraus zu machen. Wir müssen abwarten, was die Zeit bringt. Weit voraus planen macht meiner Ansicht nach nicht viel Sinn, da man heute nicht weiß, was morgen passiert. Wenn wir uns alle ein bisschen zusammenreißen und auch Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen, können wir die Pandemie hoffentlich zeitnah überstehen und 2022 eine umso schönere Fasnet genießen."

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