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Eutingen Corona-Krise stürzt Hundeverein in Nöte

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Birgit Förstling aus Spanien vermittelt Hunde ins Gäu und gibt ihnen damit ein neues Leben. Nun brauchen sie und ihr Mann Hilfe. Foto: Privat

Eutingen-Göttelfingen/-Rohrdorf - Aufgrund der Corona-Pandemie machen sich auch die Rohrdorfer und Göttelfinger Hunde-Freunde vom Verein Doggy-House Sorgen. Der Verein mit Sitz in Rohrdorf unterstützt Familie Försterling, die in Spanien ein Tierheim leitet und einigen Straßenhunden im Gäu und in der Umgebung eine Heimat geschaffen hat.

Zahlreiche Herausforderungen hat die deutsch-spanische Familie schon mit dem Rohrdorfer Verein Doggy-House gemeistert, nun blicken sie wieder einer neuen entgegen.

Birgit Förstling wurde in Bremen geboren und zog mit ihrer Familie ins spanische Valencia. "Wir sind sozusagen ›importierte‹ Spanier", erklärt die Leiterin des Tierheims. In Valencia lernte sie auch ihren Mann Paco kennen, mit dem sie eine Familie gründete und lange in Madrid lebte. 2006 kaufte die Familie eine Hundepension im andalusischen Vera. "Unsere Kunden waren zu 70 Prozent Engländer. Die Pension lief gut – bis zur Wirtschaftskrise von 2008. Wir hätten fast schließen müssen", erinnert sich die Hundefreundin Förstling.

Daher nahm die Familie Kontakt zu Tierschutzverein en (TSV) auf. "Die vor den Tötungen geretteten Hunde wurden zu uns gebracht und wir versorgten sie. Es wurden viele Hunde bei uns ausgesetzt, die wir irgendwie unterbringen mussten. Tötung war keine Option!", betont die Spanierin mit deutschen Wurzeln und fügt hinzu: "Der Anfang war sehr schwer, aber langsam kam alles ins Rollen. Verschiedene TSV halfen uns."

2011 gründete Familie Förstling den eigenen Tierschutzverein mit dem spanischen Namen Refugio Patan (Zuflucht). "Es wurden immer mehr Hunde an unser Tor gebunden oder einfach über den Zaun geworfen. Wir brauchten Geld für Futter und tierärztliche Versorgung. Wir kauften einen alten Bus und fingen an, die Hunde nach Deutschland zu fahren. Der Anfang war sehr schwierig, denn auch wir mussten viel lernen", denken die Ehrenamtlichen zurück. Vor rund fünf Jahren begann die Zusammenarbeit des Tierheim-Teams mit den Bürgern verschiedener Dörfer.

Jährlich zwischen 500 und 700 Hunde

Sohn Dani schaute nach den streunenden Hunden, aber auch nach denen von Privatleuten, die sie nicht mehr halten konnten. "Es kommen jährlich zwischen 500 und 700 Hunde rein. Besonders schlimm ist es am Ende der Jagdsaison. Die Galgos (Anmerkung: eine Hunderasse) kommen täglich rein. Wir kommen leicht auf 80 bis 100 Hunde. Viele Welpen ohne Mutter werden auch oft von uns gesichert. Diese müssen durchgefüttert und geimpft werden, was nicht immer erfolgreich ist", beschreibt die Familie, die sich mit viel Herzblut um die Tiere kümmert. Vor zwei Jahren erfuhr sie von der Bank, dass das Tierheim aufgrund der nicht gedeckten Hypothek aufgelöst werden muss.

Doch die Familie gab nicht auf und fand in der Nähe von Vera ein Haus mit Gelände für das "Refugio". "Es war ein Kampf gegen die Zeit. In drei Monaten mussten wir umziehen und die Zwinger mussten fertig sein. Wir schafften es! Es war aber ein Nervenkrieg!", erinnert sich die Familie.

Besonders dankbar ist sie verschiedenen Tierschutzvereinen, wie dem TSV Patan und Doggy-House mit Sitz in Rohrdorf. Vor rund fünf Jahren hätte der Verein wegen eines Hundes Kontakt zum Tierheim "Refugio Patan" aufgenommen und sei seither mit dem Team in Verbindung. "Gaby Fried hilft uns sehr mit alten und kranken Hunden, die sie in Deutschland vermittelt. Sie ist ein regelrechter Tierschutzverein, der auch an Notfälle denkt und den Hunden hilft", dankt Familie Försterling der Vorsitzenden von Doggy-House.

Kein Geld für Futter

Doch aktuell ist das spanische Tierheim "Refugio Patan" wieder in Nöten. "Die Corona-Krise hat uns in finanzielle Probleme gebracht, denn wir können kein Futter kaufen. Wir geben monatlich 3500 bis 4000 Euro an Futter aus. Wir haben rund 200 Hunde und 50 Katzen in unserem Refugio", erklärt Förstling und ergänzt: "Außerdem sammeln sich die Hunde an, weil die reservierten Tiere nicht nach Deutschland gefahren werden können. Es kommen aber weiterhin Hunde rein. Sollte die Corona-Krise weiter anhalten, werden wir große Schwierigkeiten haben. Wir haben auch bei den spanischen Behörden um Hilfe gebeten, aber noch keine Antwort bekommen."

Deshalb setzen sich aktuell Hundefreunde aus Göttelfingen und Rohrdorf für das Tierheim ein und rufen über Online-Petitionen zum Mitwirken auf. Auch Familie von Villeneuve aus Göttelfingen stellt immer wieder über soziale Medien Informationen bereit: "Wir vom Doggy-House haben es uns zur Aufgabe gemacht, sie zu unterstützen. Wir haben uns spezialisiert auf Hunde, die für Birgit nicht, oder nur schwer vermittelbar sind beziehungsweise ihr viele Kosten verursachen (Alte, Kranke oder Dauergäste). Wir werden erhaltene Spenden zu 100 Prozent an Familie Försterling weiterleiten. Wir sind ein eingetragener, gemeinnütziger Verein und können auch Spendenquittungen ausstellen."

Weitere Informationen: Im Internet unter: www.doggy-house.com Per E-Mail an: info@doggy-house.com

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